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Interview21.11.2019

Verbraucherschützer begrüßt Digitalradiopflicht

Was die neue Regelung für die Aufokäufer und -fahrer bringt

Michael Gundall, Fachbereich Digitales und Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. Michael Gundall Fachbereich Digitales und Verbraucherrecht Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
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Dipl.- Journ. Nikola Marquardt
Founder & Herausgeberin
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"Aus Verbrauchersicht ist die Digitalradio-Pflicht in Neuwagen zu begrüßen", sagt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. Denn DAB+ bringt aus seiner Sicht gleich eine ganze Reihe von Vorteilen. Dennoch kritisiert er einzelne Details an der entsprechenden Gesetzes-Novelle.





Nach einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) müssen bald alle Radios in Neuwagen digitalen Rundfunk empfangen können. Wie finden Sie die Digitalradio-Pflicht aus Verbraucher-Sicht?
Aus Verbrauchersicht ist die Digitalradio-Pflicht in Neuwagen zu begrüßen. Nach unseren Erfahrungen verlangen Automobilhersteller auf dem deutschen Markt derzeit teilweise weit überzogene Aufpreise, wenn ein Verbraucher ein DAB+ Radio in seinem Neuwagen wünscht. Dabei sind die Empfänger bereits in vielen Fahrzeugen schon standardmäßig ab Werk eingebaut und müssen nur noch per Software freigeschaltet werden. Durch die Digitalradio-Pflicht entfällt dieser Aufpreis. Die Digitalradio-Pflicht ist auch im Hinblick auf eine zukünftig geplante Abschaltung der analogen UKW-Verbreitung in Deutschland zu begrüßen. Die neue Technologie ermöglicht auch wichtige Zusatzdienste wie Stauwarnungen über TPEG oder die Bevölkerungswarnung über die „Emergency-Warning-Functionality“ (EWF).

Die Regel gilt ab dem 21.12.2020. Wie bewerten Sie dieses Startdatum?
Das Startdatum kommt unserer Ansicht nach relativ spät. Betrachtet man die Entwicklung in anderen Ländern, wie beispielsweise in Norwegen oder der Schweiz, so könnte Deutschland in Sachen Digitalradio schon wesentlich weiter sein. Bislang verliefen Aufbau des Sendernetzes und die Vermarktung der Geräte relativ schleppend. Was vielen Verbrauchern nicht klar ist: Ohne DAB+ ist der radiolose Urlaub in Norwegen schon jetzt Realität und auch Reisen in bzw. durch die Schweiz droht in spätestens fünf Jahren ähnliches.

Die Regel gilt auch für stationäre Radiogeräte mit Display. Was halten Sie von der Beschränkung auf Display-Geräte?
Die Beschränkung der Digitalradio-Pflicht auf Geräte mit Display ist eher kritisch zu sehen Wir raten derzeit generell bei einer Neuanschaffung nicht mehr auf reine Analoggeräte zu setzen. Wer jetzt noch ein günstiges Radiogerät ohne Display kauft, kann dieses nach der Abschaltung der analogen UKW-Übertragung nicht mehr nutzen und verursacht unnötigen Elektroschrott.

Lohnt es sich für die Verbraucher angesichts der TKG-Novelle noch, W-Lan-Radios zu kaufen?
Ob sich im Rahmen der TKG-Novelle derzeit noch die Anschaffung eines WLAN-Radios ohne DAB+ Funktion lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Durch die derzeitige Koexistenz der verschiedenen Übertragungswege könnte ein solches Gerät auch noch nach einer Analogabschaltung weiterhin genutzt werden, auch wenn der UKW-Tuner dann nutzlos geworden ist. Ohnehin haben inzwischen auch schon viele WLAN-Radios bereits einen DAB+ Tuner integriert.

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