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Interview08.01.2026

UNESCO-Welterbestätten, Indoor-Attraktionen und ein Moutainbiker-Paradies

Wie der Harz als Reiseziel ganzjährig punktet

Carola Schmidt - Geschäftsführerin, Harzer Tourismusverband e.V. Quelle: Harzer Tourismusverband e.V. Carola Schmidt Geschäftsführerin Harzer Tourismusverband e.V.
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Bereits seit Jahren ist die Wetter- und damit verbunden die Schneelage im Harz im Hinblick auf das darauf basierende Wintersportangebot nicht mehr verlässlich", konstatiert Carola Schmidt vom Harzer Tourismusverband. In der Kommunikation der Ganz-Jahresangebote setzt ihr Verband auf vielfältige digitale Kommunitaion.





Der Klimawandel stellt die Wintersportregionen vor große Herausforderungen - mit welchen Strategien begegnen Sie diesen?
Bereits seit Jahren ist die Wetter- und damit verbunden die Schneelage im Harz im Hinblick auf das darauf basierende Wintersportangebot nicht mehr verlässlich. Deshalb hat sich die Region in den vergangenen 15 Jahren konsequent zu einer Ganzjahresdestination entwickelt. Vielfältige Investitionen in Infrastruktur und touristische Produkte haben dazu beigetragen, das Ganzjahresangebot auszubauen und zu stärken. Anbieter von Wintersportanlagen und Freizeiteinrichtungen haben frühzeitig erkannt, ihre Angebote zu diversifizieren und möglichst wetterunabhängig aufzustellen. Neben saisonalen Wintersportangeboten wurden ganzjährig nutzbare Erlebnisse geschaffen.

Insbesondere welche Ganz-Jahresangebote gibt es in Ihrer Region - oder sind in unmittelbarer Planung?
Das ganze Jahr über bietet der Harz seinen Gästen vielfältige Natur- und Aktivangebote. Ein flächendeckendes Wegenetz – darunter der Harzer-Hexen-Stieg sowie weitere Fernwanderwege und Themenrouten – ermöglicht ganzjähriges Wandern, vom Frühlingsspaziergang bis zur Winterwanderung. Mit über 2.300 Kilometern Strecke ist das Routennetz der Volksbank Arena Harz nahezu ganzjährig ein Paradies für Mountainbiker. Ergänzt wird das Outdoor-Angebot durch die Besucherzentren und Erlebnisangebote des Nationalparks Harz sowie durch Ausflugsziele wie den Baumwipfelpfad Bad Harzburg oder die Hängebrücke TITAN RT. Im Indoor-Freizeitbereich ergänzen Erlebnisbäder, Thermen und Indoorspielplätze das Ganzjahresangebot.

Eine besondere Rolle im ganzjährigen Angebotsportfolio des Harzes spielen die UNESCO-Welterbestätten, die historischen Fachwerkstädte sowie die vielfältigen kulturellen Einrichtungen der Region. Die UNESCO-Welterbestadt Quedlinburg ebenso wie das UNESCO-Welterbe-Dreigestirn aus Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft ziehen ganzjährig zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Ergänzt wird dieses Angebot durch traditionsreiche Fachwerkstädte wie Wernigerode oder Stolberg. Darüber hinaus sind Burgen und Schlösser, Museen, Kirchen und Klöster sowie Bergwerke und Höhlen unabhängig von der Jahreszeit zugänglich und machen die Geschichte und kulturelle Vielfalt des Harzes erlebbar.
 
Welche digitalen Tools nutzen Sie um etwaige touristische Neuerungen zu kommunizieren?
Als Harzer Tourismusverband nutzen wir ein ganzes Bündel moderner digitaler Instrumente, um Neuigkeiten und touristische Entwicklungen effizient und zielgruppengerecht zu verbreiten. Herzstück unserer digitalen Kommunikation sind unsere Websites – allen voran www.harzinfo.de als zentrale und offizielle Informationsplattform für die Urlaubsregion Harz. Mehr als 2.000 Inhaltsseiten bieten ein breites thematisches Spektrum: von Gastgebern und Sehenswürdigkeiten über Urlaubsorte, die Naturlandschaft und Veranstaltungen bis hin zu regionalen Besonderheiten wie dem Brockengespenst. Eine kontinuierliche Aktualisierung sowie die redaktionelle Weiterentwicklung sichern dabei eine hohe Informationsqualität. Insbesondere das Format „Harzer Onlinemagazin“ bündelt regelmäßig aktuelle Angebote, Neuigkeiten und saisonale Highlights in kompakter Form.

Den direkten Kontakt zu harzliebenden Endkundinnen und Endkunden halten wir über unseren monatlichen Harz-Newsletter. Darin präsentieren wir saisonale Highlights, neue Angebote sowie Erlebnisse regionaler Partner und liefern konkrete Reiseideen. Diese von Algorithmen unabhängige Form der Kommunikation stärkt die Gästebindung und fördert Wiederbesuche. Ergänzend informieren wir über unseren B2B-Newsletter regelmäßig Mitglieder, Partner und weitere am Verband Interessierte über aktuelle Tätigkeiten, Vorhaben und Projekte.

Mit Blick auf die sozialen Medien nutzen wir vor allem die Plattformen Facebook und Instagram um über touristische Neuerungen zu informieren. Unserem Facebook-Kanal „Harz – Magische Gebirgswelt“ folgen Urlauber, Stammgäste aber auch die Harzer selbst. Die Plattform eignet sich insbesondere als Informations- und Servicekanal. Auf Instagram steht vorrangig die visuelle Inspiration im Mittelpunkt. Unser Account „Harz.Mountains“ lebt von ausdrucksstarken Bildern und kurzen Videos, die unsere Urlaubsregion, ihre Natur, ihre Orte und ihre vielfältigen Erlebnisse emotional inszenieren.

Ergänzend spielt der Verband regelmäßige Podcasts im Rahmen seiner beiden zielgruppenbezogen Serien „Der Harz hinter den Kulissen“ und dem „Harz Mountain Radio Podcast“ der Brockenbande aus. Letzterer richtet sich im Rahmen einer umfangreichen Kommunikations- und Produktstrategie direkt an Kinder. 
 
Wie sollte die Politik die Regionen aus Ihrer Sicht unterstützen?
Der Tourismus ist eine örtlich stark verankerte Querschnittsbranche, die in wesentlichen Bereichen mit der regionalen und lokalen Entwicklung einhergeht. Die allgemeinen Rahmenbedingungen innerhalb derer Unternehmen sowie öffentliche und auch touristische Akteure agieren, werden maßgeblich durch die Politik gestaltet. Dabei gilt es sowohl die Interessenslagen der Wirtschaft insgesamt, der einheimischen Bevölkerung aber auch des Tourismus – mit all seinen Besonderheiten und Wirkungsketten - im Auge zu behalten. Letzterer kann sich nur in Abhängigkeit zu einer qualitativen öffentlichen Infrastruktur, zu entsprechenden Mobilitäts- aber auch Serviceangeboten erfolgreich entwickelt. Hierfür muss die Politik auch in Zeiten knapper Kassen die finanzielle Basis bereitstellen und entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen.  


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