Der Klimawandel stellt die Wintersportregionen vor große Herausforderungen – mit welchen Strategien begegnen Sie diesen?
Der Schwarzwald setzt seit Jahren auf eine klare Doppelstrategie. Zum einen sichern wir die Qualität der Wintersportangebote dort, wo sie technisch und ökologisch sinnvoll betrieben werden können. Wo möglich, wird mit Kunstschnee ergänzt, um eine verlässliche Saison zu ermöglichen. Wo dies nicht möglich ist, setzen wir konsequent auf nicht-schneegebundene Alternativen – aus einer geplanten Schneeschuhtour wird dann beispielsweise eine stimmungsvolle Fackelwanderung. Zum anderen bauen wir unsere Vier-Jahreszeiten-Strategie kontinuierlich aus. Glücklicherweise sind viele Wintersportorte im Schwarzwald schon lange auch etablierte Sommersportorte – Wander- und Radinfrastrukturen sind hervorragend ausgebaut und werden heute einfach länger im Jahr genutzt. Ein wichtiger Baustein ist darüber hinaus die Erschließung neuer Gästepotenziale: Mit unserer internationalen Kampagne „Coolcation“ bewerben wir in den neuen Zielmärkten Spanien und Großbritannien gezielt höhergelegene, angenehm kühle Orte im Schwarzwald – ein Angebot, das im klimatischen Wandel stark an Bedeutung gewinnt.
Insbesondere welche Ganzjahresangebote gibt es in Ihrer Region – oder sind in unmittelbarer Planung?
Der Schwarzwald zählt heute zu den führenden Ganzjahres-Destinationen Deutschlands. Unsere Angebote reichen von Premium-Wanderwegen, modernen Bike-Angeboten und Well-Being-Programmen über Kulinarik-Erlebnisse, Manufakturführungen und Kulturstätten bis hin zu neuen, wetterunabhängigen Attraktionen. Gleichzeitig investieren viele Betriebe in hochwertige Hotellerie, SPA- und Wellnessbereiche sowie nachhaltige Mobilitätslösungen (KONUS „Kostenlose Nutzung der ÖPNV für Schwarzwaldurlauber“). Dank der unterschiedlichen Höhenlagen kann man nahezu das ganze Jahr über wandern oder radeln, während die größeren Städte oder das Europa-Park Erlebnis-Resort ohnehin völlig schneeunabhängig attraktive Angebote bieten.
Welche digitalen Tools nutzen Sie, um touristische Neuerungen zu kommunizieren?
Wir nutzen einen umfassenden Multi-Channel-Ansatz: Social Media, Performance-Marketing, Newsletter, digitale Service-Tools wie die FragSchwarzwaldmarie-App, Chatbot sowie datenbasierte Content-Ausspielung über unsere mein.toubiz-Datenbank. Für internationale Kampagnen wie z. B. „Sommerfrische im Schwarzwald“ setzen wir ergänzend auf KI-gestützte Ausspielungen, KI-generierte Videoclips unserer KI-generierten Botschafterin Schwarzwald Marie sowie gezielte Micro-Targeting-Strategien in relevanten Märkten. KI-basierte Anwendungen unterstützen uns zudem in Content Produktion, Personalisierung und Gästeservice. Neue Touren werden unter anderem über bekannte Outdoor- und Navigations-Apps wie beispielsweise Komoot verbreitet.
Wie sollte die Politik die Regionen aus Ihrer Sicht unterstützen?
Für den notwendigen Transformationsprozess braucht die Branche verlässliche Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit: moderne Infrastruktur, nachhaltige Mobilität (KONUS), digitale Grundlagen und gut ausgestattete Förderprogramme für Innovation und Klimaanpassung. Wichtig ist, dass die Politik den Regionen genügend Flexibilität lässt, um eigene Lösungen zu entwickeln, und internationale Marketingaktivitäten unterstützt – denn gerade der Wettbewerb um neue Zielgruppen wird im Klimawandel immer relevanter. Grundsätzlich sind die Genehmigungsverfahren für touristische Outdoor-Infrastruktur jedoch sehr langwierig und oft zu restriktiv. Hier wäre ein pragmatischer, praxisnaher Ansatz seitens der Politik dringend wünschenswert. Außerdem sollten digitale Grundlagen sowie internationale Marketingaktivitäten stärker unterstützt werden.
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