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Interview18.12.2025

UNESCO-Welterbe, Wellness und Trendsport im Erzgebirge

Wie das Mittelgebirge in Sachsen mit Ganzjahres-Angeboten unabhängiger vom Schnee werden will

Ines Hanisch-Lupaschko - Geschäftsführerin, Tourismusverband Erzgebirge e.V. Quelle: TVE/ Dirk Rückschloss Ines Hanisch-Lupaschko Geschäftsführerin Tourismusverband Erzgebirge e.V.
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
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Mit Schneekanonen und vielfältigen neuen Angeboten reagiert der Tourismus im Erzgebirge auf die klimatischen Veränderungen. Ines Hanisch-Lupaschko vom Tourismusverband Erzgebirge hat auch klare Forderungen an die Politik.





Der Klimawandel stellt die Wintersportregionen vor große Herausforderungen - mit welchen Strategien begegnen Sie diesen?
Größere Skigebiete, wie der Kurort Oberwiesenthal, Altenberg, Eibenstock oder  Augustusburg setzen Schneekanonen ein, um schneeärmere Wintertage mittels künstlichen Schnees absichern zu können. Dank der Beschneiungsanlagen können die Pisten auch einige wärmere Tage überstehen. Allerdings gibt es bestimmte Voraussetzungen für den Einsatz. So muss der Einsatz  ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll sein. Daneben geht es um die Verringerung der Abhängigkeit vom Naturschnee durch den Ausbau von Ganzjahresangeboten (Wandern, Radfahren, Angebote in Kultur und Bergbau, Wellness/Thermen). Das Thema Ganzjahrestourismus gewinnt auch in traditionellen Wintersportorten zunehmend an Bedeutung. Das ist auch Teil der Destinationsstrategie Erzgebirge. Ein Vorzeigebeispiel ist Wurzelrudis Erlebniswelt in Eibenstock. Hier werden Sommer wie Winter vielfältige Aktivitäten für Touristen geboten – die Anlage wird somit ganzjährig genutzt bzw. kann auf Veränderungen der Witterungsverhältnisse schnell reagiert werden. Daneben setzen wir auf die Sensibilisierung von Gästen und Einheimischen für nachhaltige Mobilität, naturverträglichen Wintertourismus und die Grenzen des Einsatzes von Kunstschnee.

Insbesondere welche Ganz-Jahresangebote gibt es in Ihrer Region - oder sind in unmittelbarer Planung?
Das Erzgebirge bietet breites Portfolio an Ganzjahresangeboten. So gibt es ein dichtes Netz an markierten Wanderwegen und Qualitätswanderwegen, inklusive Winterwanderangeboten. Da sind auch weitere Projekte und Produkte in Planung bzw. Entwicklung - so u.a. die Eric-Frenzel-Trails, der Stoneman Miriquidi Hike oder der Zschopautalwanderweg.

Daneben gibt es auch Angebote für Mountain-, E- und Gravel-Biker: Neben ausgebaute Mountainbike- und Gravel-Strecken etwa wichtige Veranstaltungen, z.B. das Gravel Camp Erzgebirge oder das Womens Gravel Camp.

Wir können auch mit Kultur- und Industriedenkmälern und dem UNESCO-Welterbe punkten. Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří als Welterbe zieht ganzjährig Besucher in Museen, Erlebnisbergwerke und in saisonunabhängige Kulturangebote. Auch historische Schmalspurbahnen und Dampfeisenbahnen sind wetterunabhängige Attraktionen. Schließlich bieten Thermal- und Freizeitbäder sowie Gesundheitsangebote ebenfalls wetter- und saisonunabhängige Angebote.

Welche digitalen Tools nutzen Sie um etwaige touristische Neuerungen zu kommunizieren?
Der TVE setzt auf einen Mix aus verschiedenen digitalen Instrumenten, um Gäste aktuell zu informieren und Buchungen/Service zu ermöglichen. Da sind natürlich zunächst die offizielle Website und die Buchungsportale - etwa die zentrale Informations- und Buchungsplattform des TVE sowie regionale Partnerseiten für Pauschalangebote, Veranstaltungen und Serviceinformationen. Regelmäßige Updates etwa zu Veranstaltungen, Saisonstarts, Neuerungen verbreiten wir über Social-Media-Kanäle und zielgruppenspezifische Newsletter. Bei der Presse-/Öffentlichkeitsarbeit haben wir regional und überregional und zielgruppenspezifisch Verteiler, so für Rad-, Wander-, Kulturmedien etc.. Informationen sind auch jederzeit über den Newsroom des TVE abrufbar.* Zahlreiche Webcams (auch über Plattformen mit Livebildern) und Loipen-/Pisten-Statusmeldungen liefern aktuelle Infos zu aktuellen Wintersport-Bedingungen.

Wie sollte die Politik die Regionen aus Ihrer Sicht unterstützen?
Aus Sicht des TVE braucht es eine klare, auf die Praxis ausgerichtete Unterstützung seitens der Politik. Nötig sind etwa die Fortführung und Ausweitung von Förderlinien wie das „Förderprogramm Ganzjahrestourismus“ (SAB) und Fördermaßnahmen für klimafreundliche Modernisierung (z. B. LIFT Klima). Solche Mittel ermöglichen Umrüstung, Produktentwicklung und langfristige Investitionssicherheit.

Daneben braucht es Investitionen in nachhaltige Gästemobilität (Zug-, Busverbindungen, Bike-Shuttle, Ladeinfrastruktur) und in die digitale Verkehrsinfrastruktur, damit Zielgruppen auch ohne PKW die Region umweltverträglich erreichen. Wichtig sind auch die Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen für touristische Betriebe (Klimaanpassung, digitale Vermarktung, Nachhaltigkeitszertifizierung) sowie die Förderung von Kooperationsprojekten zwischen Kommunen, Leistungsträgern und dem TVE.



* https://news.erzgebirge-tourismus.de/

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