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14.07.2020
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TVNOW BEGRÜSST KOOPERATIVES VERHALTEN IN SACHEN NETZKAPAZITÄTEN

Wann wer Datenraten drosseln sollte und würde

Henning Nieslony - Co-Geschäftsleiter TVNOW

Henning Nieslony - Co-Geschäftsleiter TVNOW [Quelle: MG RTL D Marina Rosa Weigl]


"Unserer Kenntnis nach ist es zurzeit noch nicht so eng im Netz, dass irgendetwas ganz abgeschaltet werden müsste", sagt TVNOW-Manager Henning Nieslony. Das vereinbarte Vorgehen mit regierungsseitig koordinierten Gespräche mit Netzbetreibern und Inhalteanbietern befürwortet er ausdrücklich.


Mehrere Plattformen senken angesichts der Corona-Krise die Qualität ihrer Video-Streams. Wie verfährt TVNOW in dieser Frage?
Die Auslastung wird von den großen Netzbetreibern permanent überwacht und gegebenenfalls bekommen u.a. Inhalteanbieter ein entsprechendes Signal verbunden mit der Bitte, die Datenkapazitäten und damit ihre Bildqualität zu reduzieren. Wir nehmen an, dass beispielsweise Netflix und Youtube dieser an sie gerichteten Bitte schnell nachgekommen sind, so wie wir es auch tun würden, wenn uns diese erreicht.

In den Medien wird darüber spekuliert, ob Engpässe in der digitalen Infrastruktur sogar zur temporären Abschaltung einzelner Dienste führen könnten. Wie bewerten Sie das?
Spekuliert wird immer viel, wir halten uns lieber an die Fakten. Und die sehen so aus, dass bestimmte Auslastungsstufen definiert und entsprechende netzbezogene Maßnahmen zwischen den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur besprochen wurden und werden. Das ist ein laufender Prozess. Inhalteanbieter beziehungsweise Netznutzer haben von diesen Kenntnis und können ihre Produkte im Fall des Falles darauf ein- oder umstellen. Unserer Kenntnis nach ist es zurzeit noch nicht so eng im Netz, dass irgendetwas ganz abgeschaltet werden müsste.

Die Streaming-Plattformen gelten als Traffic-Treiber im Internet – inwiefern könnten niedrigere Datenraten auch nach der aktuellen Krisensituation zu einer nachhaltigeren Digitalwirtschaft beitragen?
Video Traffic ist für ein Großteil der Netzauslastung verantwortlich – in den USA liegt der Anteil bei 60 bis 70 Prozent. Wenn Kunden oder Anbieter entscheiden, die Datenrate zu drosseln, kann das die Netzauslastung senken. Anbieter arbeiten hier an Lösungen und auch Kunden können für ein besseres Seherlebnis die Streaming-Auflösung anpassen. Ökologisch nachhaltiger wird Streaming aber vor allem dann, wenn die komplette Streaming-Lieferkette auf erneuerbare Energien umschwenken würde. Hier sind wir bereits mit unseren Partnern im Austausch, um den Co2-Ausstoß langfristig zu senken.

Welche Maßnahmen sollten andererseits aus Ihrer Sicht nach der aktuellen Krise die digitale Infrastruktur belastungsfester machen?
Mit dem zurzeit vereinbarten Vorgehen sind wir sehr einverstanden. Es gibt regierungsseitig koordinierte Gespräche mit Netzbetreibern und Inhalteanbietern. Bei allen Beteiligten kann man bis heute ein sehr kooperatives Verhalten in der Abstimmung miteinander feststellen. Das Krisenmanagement in diesem Bereich funktioniert bis dato reibungslos und freiwillig. Sicher wird jeder im Nachhinein für seinen Bereich entsprechende Schlüsse ziehen und gegebenenfalls auch Maßnahmen für die Zukunft ergreifen. Welche das für unsere Produkte sein werden, kann ich Ihnen jetzt noch nicht sagen. Und wir halten es auch für mehr als fernliegend, Netzanbietern in dieser Situation schlaue Ratschläge für die Zukunft zu geben.