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Interview08.06.2016

Stuttgart will gesamte Taxiflotte auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge umstellen

Was hinter dem ehrgeizigen Plan steckt und wie er umzusetzen ist

Michael Hagel, Referat Koordination und Planung  des Oberbürgermeisters (S/OB) der Stadt Stuttgart Quelle: Stadt Stuttgart/Goldschmidt Michael Hagel Referatsleiter Stadt Stuttgart
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Stuttgart will über kurz oder lang seine gesamte Taxiflotte auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge umstellen. Damit das klappt, wurden für den Doppelhaushalt 2016/2017 großzügige Mittel für das ehrgeizige Elektro-Taxi-Förderprogramm eingestellt. Immerhin hat die baden-württembergische Landeshaupstadt schon heute bundesweit das dichteste Netz an Ladepunkten. 





Die Landeshauptstadt Stuttgart will ihre Vorreiterrolle bei der Elektromobilität weiter ausbauen. Dazu wurden im Doppelhaushalt 2016/2017 Mittel für ein Elektro-Taxi-Förderprogramm eingeplant. Was steckt hinter der Idee?
Im Gebiet der Landeshauptstadt Stuttgart legen mehr als 700 Taxis jährlich rund 50 Millionen Kilometer zurück. Damit machen Taxis einen nicht geringen Anteil des täglichen Automobilverkehrs im Stadtgebiet aus. Es ist das erklärte Ziel der Stadtverwaltung, langfristig die gesamte Taxiflotte auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge umzustellen.
Aus diesen Gründen wird die Landeshauptstadt Stuttgart einen Elektro-Taxi-Aktionsplan (ETAP) aufstellen. Zur Entwicklung eines konkreten Förderkonzeptes wird, gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, eine Umsetzungsstudie ausgeschrieben. Das Taxi-Förderkonzept wird drei Bereiche umfassen: einen Kaufzuschuss für die Anschaffung elektrifizierter Fahrzeuge (vollelektrisch oder Plug-In-Hybride); die Aufstellung zweier taxi-exklusiver Schnell-Ladestationen ; die Prüfung von Bevorrechtigungen für E-Taxis.

Wie hoch soll der Prozentsatz von E-Taxis künftig sein?
Die erwähnte Umsetzungsstudie soll konkrete Maßnahmen für den Planungshorizont der Jahre 2016 bis 2018 identifizieren, die zur Einführung einer möglichst großen Anzahl von E-Taxis führt. Angestrebt sind im ersten Projektjahr (ab 2017) mindestens 20 E-Taxis, im Folgejahr (2018) mindestens weitere 40 E-Taxis. Bereits bis Ende 2015 wurden aus einem Förderprogramm des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg 30 E-Taxis im Bereitstellungsbezirk Stuttgart gefördert. Durch flankierende Förderprogramme des Bundes und des Landes Baden-Württemberg können die Zahlen noch übertroffen werden. Präzise Vorhersagen sind aber nicht möglich: Fahrzeugangebot und Anschaffungspreise wandeln sich rasch, schwankende Kraftstoff- und Strompreise verändern die Wirtschaftlichkeitsberechnung von E-Taxis deutlich.

Welche Hürden gibt es beim Aufbau der Ladeinfrastruktur?
Den Taxifahrern steht die Benutzung der rund 320 AC-Ladepunkte für PKW im Stadtgebiet offen, die von der EnBW mit staatlichen Fördermitteln aufgestellt wurden. Das ist bundesweit das dichteste Netz an Ladepunkten in einer Großstadt. Allerdings stehen die Ladepunkte im öffentlichen Straßenraum und nicht exklusiv an Taxi-Stellplätzen. Das ist für den Betriebsablauf der Taxiunternehmen nicht optimal. Daher hat die Stadt sich entschlossen zwei DC-Schnell-Lader exklusiv an Taxi-Aufstellflächen zur Verfügung zu stellen.

Chancen hat die E-Mobilität für das Taxigewerbe und welche Chancen ergeben sich für Stadtraum der Zukunft?
Das Taxigewerbe ist formal Teil des ÖPNV. Es ermöglicht Mobilität auch ohne eigenes Auto und ist daher Teil einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie, die auf einen größeren Mobilitätsmix, mehr Intermodalität und mehr Carsharing setzt. Dazu muss das Taxigewerbe im Sinne seiner Zukunftsfähigkeit aber das Thema der Luftreinhaltung ernst nehmen. Durch E-Taxis ergeben sich hier neue Chancen für eine lokal emissionsfreie Mobilität in Stuttgart und Umgebung.

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