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Interview09.06.2016

E-Taxis finanziell und technisch noch nicht wettbewerbsfähig

Warum die Freie Hansestadt Bremen mit dem Stuttgarter Modell nicht mithalten kann und Alternativen prüft

Dr. Carsten Sieling, Präsident des Senats und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen Quelle: Freie Hansestadt Bremen/Senatskanzlei Dr. Carsten Sieling Senatspräsident und Bürgermeister Freie Hansestadt Bremen
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Elektrofahrzeuge für Lieferverkehr und Taxis sind eine spannende Idee – aber derzeit finanziell und technisch noch nicht wettbewerbsfähig. Das sagt Dr. Carsten Sieling, Präsident des Senats und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen. So taugt auch das  intensiv geförderte Stuttgarter Modell "im Schaufenster Elektromobilität" nicht als Vorbild. Vielmehr will der Stadtstaat Bremen auf bereits vorhandene Alternativen, wie Erdgasfahrzeuge zurückgreifen, um die Belastung durch Dieselabgase kurzfristig zu senken.





Stuttgart fördert ab 2016/17 Elektro-Taxis. Was halten Sie von dieser Idee?
Alle Städte haben ein Diesel-Problem. Die Luftbelastung – vor allem in dem vor allem durch den Straßenverkehr emittierten Stickstoffdioxid NO2 – ist nicht so gesunken, wie es eigentlich erwartet wurde. Busse, Lieferfahrzeuge und Taxis haben große innerstädtische Fahrleistungen und sind derzeit zumeist mit Dieselfahrantrieb ausgestattet. Von daher besteht ein großes Interesse an emissionsärmeren Fahrzeugen in diesen Segmenten.

Elektrofahrzeuge für Lieferverkehr und Taxis sind eine spannende Idee – aber derzeit finanziell und technisch noch nicht wettbewerbsfähig. Stuttgart hat durch die intensive Förderung im Schaufenster Elektromobilität da andere Voraussetzungen. Wir sollten auch auf vorhandene Alternativen wie Erdgasfahrzeuge schauen, um die Belastung durch Dieselabgase kurzfristig zu senken.

Mit welchen Ideen und Programmen fördert Bremen die Digitalisierung und die E-Mobilität des Stadtverkehrs?
Bremen hat bereits 2004 eine VerkehrsManagementZentrale (VMZ) eingerichtet. Hiermit kann einerseits die aktuelle Verkehrslage erfasst werden und andererseits  Ampeln, das Parkleitsystem sowie Verkehrsbeeinflussungs- und Wechselwegweisungsanlagen gesteuert werden. Schon seit Jahren genießt der ÖPNV Vorrang an intelligenten Ampelanlagen.

Bremen testet Elektrobusse und leitet das europäische ELIPTIC Projekt (Electrification of public transport in cities: www.eliptic-project.eu) . Die Elektrifizierung eines 18m Busses hat Auswirkungen wie rund 100 Elektroautos („Faktor 100“). Von daher besteht ein großes Interesse an einer weiteren Elektrifizierung des ÖPNV.

Bremen ist Teil der Modellregion Elektromobilität. Bereits 2010 wurde mit einem Landeserlass der Rechtsrahmen für Ladesäulen im öffentlichen Straßenraum geschaffen.

Welche Chancen räumen Sie der städtischen E-Mobilität ein und welche Chancen ergeben sich für den Stadtraum der Zukunft?
Die Effizienz des Verkehrssystems ist ein Baustein der Lebensqualität und der Attraktivität der Stadt insgesamt. Der TomTom Congestion Index zeigt, dass der Zeitverlust durch Stau in Bremen mit 19% recht niedrig ist – z.B. im Vergleich zu Stuttgart (33%) oder Hamburg (30%). Ein wichtiger Baustein für die Effizienz Bremens ist die hohe Qualität für den Radverkehr, der in Bremen rund 25% aller Wege ausmacht. Bremen hat mit dem aktuellen und mit dem europäischen SUMP Award ausgezeichneten Verkehrsentwicklungsplan (VEP 2025) den Rahmen für die Entwicklung abgesteckt. E-Mobilität ist kein Selbstzweck sondern muss sich in das gesamte Mobilitätssystem einordnen.

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