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Interview03.07.2017

Salzburger Festspiele hoffen auf ungestörten Betrieb

Warum das Klassikevent das benachbarte Deutschland im Blick behält

Dr. Edwin Pfanzagl-Cardone, Vorstand Tontechnik/Akustik, Salzburger Festspielfonds Quelle: Salzburger Festspielfonds Dr. Edwin Pfanzagl-Cardone Vorstand Tontechnik / Akustik Salzburger Festspielfonds
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Die Salzburger Festspiele sind vielleicht das berühmteste Klassikevent überhaup. Zu Spitzenzeiten hat das Festival auf über 10 Spielstätten verteilt, mitunter über 100 Funkstrecken im Einsatz. Damit es zu keinen Störungen bsw. durch die DVB-T2-Sender kommt hat man immer auch das direkt benachbarte Deutschland im Blick. Für Sicherheit sorgt aber vor allem eine mehrkanalige Funkmikrofonanlage, die aufgrund von Störungen durch das alte DVB-T angeschafft wurde, wie Dr. Edwin Pfanzagl-Cardone, Vorstand Tontechnik/Akustik, Salzburger Festspielfonds, berichtet.





In welchem Maße setzen Sie Funkmikros in Ihrem Haus ein?
Wir haben zu Spitzenzeiten (d.h. Sommersaison) auf über 10 Spielstätten verteilt, mitunter über 100 Funkstrecken (Handfunksender od. Taschensender) für den Spielbetrieb im Einsatz. (Zusätzlich ca. 250 Handfunkgeräte für die Kommunikation der technischen Abteilungen untereinander)

Bei einigen Veranstaltungen haben die neue DVB-T2-Signale den Einsatz von Funkmikrofonen gestört, obwohl es auf dem Frequenzband ohnehin schon eng war. Sehen Sie deswegen technische Probleme auf sich zukommen?
Die Salzburger Festspiele sind mit ihren über die Stadt verteilten Spielorten im grenznahen Bereich zu Deutschland, was die Komplexität der „Frequenzlandschaft“ weiter steigert. Aktuell sehe ich - aufgrund ‚vorsichtiger‘ Auswahl der zu verwendenden Frequenzbänder bei den Neukäufen der letzten Jahre – anlagentechnisch keine Schwierigkeiten auf uns zukommen, allerdings hatten wir bereits vor Jahren (wegen der Errichtung und Inbetriebnahme neuer DVB-T Sender) kurzfristige und uns vorher nicht bekanntgegebene Änderungen in der Verfügbarkeit von uns genutzter Frequenzbänder, die damals den Proben- und Spielbetrieb massiv beeinträchtigt haben. Die Folge war letztlich die Neuanschaffung einer kompletten mehrkanaligen Funkmikrofonanlage, auch wegen der bleibenden Fremd-Belegung des von uns vormals genutzten Frequenzbandes. (Investitionshöhe: € 250.000.- für 32-Kanal Funkanlage)

Gibt es aus Ihrer Sicht Bedarf nach neuen Frequenz-Kapazitäten? Und ggf. woher könnten diese kommen?
Da es bei den zur Nutzung zur Verfügung stehenden Bändern zunehmend enger zu werden scheint, sehe ich durchaus den Bedarf nach neuen Frequenzkapazitäten. Als besonders problematisch sehen ich dabei den (für den Staat) lukrativen „Verkauf“ von in Nutzung stehenden Frequenzbändern an andere Interessenten (zumeist Mobilfunkbetreiber, d.h. Privatindustrie), durch deren Verlust für Kulturbetriebe und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten Zusatzkosten in Form der erforderlichen Neuanschaffung von Anlagen entstehen. Was für die Pro-Audio Industrie bzw. Hersteller solcher Funkanlagen – aufgrund des gesteigerten Umsatzes - ev. noch als erfreulich betrachtet werden kann, ist für die Kultureinrichtungen oftmals eine massive budgetäre Belastung, die letztlich (auch im Fall den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten) auf den Konsumenten und Steuer- oder Rundfunkgebührenzahler abgewälzt werden.

Welche Forderung haben Sie diesbezüglich an Politik und Regulierungsbehörden?
Ein sehr vorsichtiger und maßvoller Umgang der zuständigen Stellen betreffend den „Verkauf“ (oder zumindest zeitlich befristete Überlassung der Nutzung) des nicht vermehrbaren Gutes „Frequenzband“. Aus meiner Perspektive stellt dieses – als Teil von unser aller Lebensraum, so wie Licht, Wasser, Natur – einen ‚nicht veräusserbaren‘ Wert dar, der natürlich (im Sinne einer möglichst effizienten Nutzung) ‚verwaltet‘ werden muss, aber nicht einfach an den „Bestbieter“ verkauft werden darf, ohne dass eine sorgfältige Abwägung und Bewertung der langfristig von diesem verfolgten Ziele und deren – hoffentlich - positiven Wert für die Gesellschaft erfolgt.

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