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Podcaster verzeichnet die Hälfte der Abrufe über einen Dienst

Was Streaming für die Produzenten von Audio-Content bedeutet

Thorsten Runte - Vorsitzender PodcastVerein I PodcastStudio.NRW Quelle: pr Thorsten Runte Vorsitzender PodcastVerein 21.02.2020
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Dipl.- Journ. Nikola Marquardt
Founder & Herausgeberin
Meinungsbarometer.info
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"Der Dienst Spotify hat sich fast zum Standard der jungen Generationen als Abspielplattform für Podcast entwickelt", sagt Thorsten Runte, Vorsitzender des PodcastVereins. Er arbeitet für und bei öffentlich-rechtlichen Sendern und ist Betreiber des PodcastStudio.NRW und Gründer und Vorsitzender des PodcastVerein, der 2017 - 2019 den PodcastPreis der deutschen Podcast-Szene überreicht hat.







Die Zahl der täglichen Hörer von Hörbüchern, Hörspielen und Podcasts hat sich in Jahresfrist auf knapp acht Millionen nahezu verdoppelt. Wie erklären Sie sich diesen sprunghaften Anstieg?
Die Möglichkeit Audio nebenbei zu konsumieren ist nach meiner Meinung einer der Hauptgründe. Die Zahl der Abspielgeräte ist in den letzten Jahren auch sprunghaft angestiegen und die Geräte sich wesentlich einfacher geworden. Vor ein paar Jahren musste, um zum Beispiel ein Podcast zu hören, extrem aktiv gehandelt werden … am Rechner den Podcast suchen ... runterladen … auf ein Abspielgerät z. B.: iPod überspielen und dann konnte der Podcast unterwegs gehört werden. Heute sind die Smartphones und die Mobilfunkverträge so leistungsstark, das einfach zu jeden Zeitpunkt und an jeden Ort der gewünschte Podcast geladen / gestreamt und gehört werden kann. Bei Hörbüchern und Hörspielen aber auch Podcasts geht das vor allem über die Streamingdienste wie zum Beispiel Spotify. Der Dienst Spotify hat sich fast zum Standard der jungen Generationen als Abspielplattform für Podcast entwickelt. Mit einem Anteil von fast 50% sind meine Hörer / Downloads bei diesem Dienst. Es ist nun mal sehr einfach seiner Alexa oder Siri zu sagen: Spiel mal die neue Folge von dem oder dem Podcast.
Die stärksten Zuwachse werden mobilen Nutzungssituationen verzeichnet. Welchen Einfluss hat das aus Ihrer Sicht auf die Audio-Inhalte?
Ich habe schon immer meine Podcast für den mobilen Nutzer geschnitten, das bedeutete, dass ich versucht habe, die Audiodateien so zu komprimieren, dass sie auch über kleinen Mobilfunkverträge herunterladbar waren. Heute sind wie gerade schon erwähnt die Datenvolumen so groß und günstig geworden, dass die Audioqualitäten und Folgenlängen höher sein können. Da Audiodateien immer noch wesentlich kleiner sind als Videodateien, haben wir zur Zeit noch einen kleinen Vorteil.

Große Anbieter setzen auch auf exklusiv fürs Hören entwickelte Stoffe. Wie bewerten Sie das?
Da sitzen bei mir ein Engelchen auf der einen und auf der anderen Schulter ein Teufelchen. Einerseits müssen viele Dienst abonniert und bezahlt werden, wenn man sich breiter informieren und viel hören möchte. Anderseits sind Verträge für Produzenten sehr gut, denn sie können ohne den Druck der laufenden Finanzierung, komplett auf den Inhalt konzentrieren.

Audio-Inhalte werden immer öfter digital genutzt. Wie verändert insbesondere der Trend zum Streaming den Markt?
Der Trend, alles sofort und „günstig“ zu bekommen, ist überall zu sehen, beim Online-Einkauf oder bei den Video- oder Audioformaten. Wenn jemand Lust auf ein bestimmtes Lied oder einen Film, dann kann alles sofort gehören bzw. gesehen werden. Die Zeiten, in denen Musikbands und Hörspielmacher über den Verkauf ihrer Tonträger leben konnten, sind schon seit Jahren vorbei. Früher waren die LIVE-Auftritte Werbung für die Tonträger, heute sind die Einnahmen über Verkauf der CDs oder Verbreitung der Dateien über Streamingdienste eher ein Zubrot und der Lebensunterhalt wird eher zum Beispiel über Auftritte bestreitet.

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