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Was der Österreichische Werberat gegen brutale Werbung in Games für Kids tut

Louisa Böhringer, Geschäftsführerin des Österreichischen Werberates Quelle: ÖWR/ Katharina Schiffl Louisa Böhringer Geschäftsführerin Österreichischer Werberat 21.02.2018
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Seriöse Plattformen und Anbieter sind darauf bedacht, ausschließlich altersgerechte Werbemaßnahmen zu platzieren", betont Louisa Böhringer, Geschäftsführerin des Österreichischen Werberates. Gemeinsam mit der Werbewirtschaft hat der ÖWR zahlreiche Initiativen gegen unangemessene Werbung gestartet.







Eltern beschweren sich nach Medienberichten häufig über nicht altersgerechte Werbung in Games oder auf Videoplattformen im Internet. An wen sollten sich Betroffene in so einem Fall wenden?
In einem ersten Schritt sollten betroffene Eltern in jedem Fall einen Screenshot erstellen und sich damit an den Spiele- bzw. Internet-Betreiber wenden.

Darüber hinaus können wir als Österreichischer Werberat den Inhalt der Werbung anhand unseres Ethik-Kodex behandeln. Dem Ethik-Kodex der Österreichischen Werbewirtschaft folgend müssen Werbung und Verkaufsförderungsmaßnahmen den Mangel an Reife und Erfahrung von Kindern berücksichtigen. Darstellungen und Aussagen müssen dem jeweiligen Alter der Zielgruppe angepasst sein und dürfen die kindliche Vorstellungskraft nicht überfordern oder missbrauchen.

In enger Abstimmung mit unseren Trägervereinsmitgliedern und Zusammenarbeit mit relevanten Interessensvertretungen können wir im Sinne unserer Sprachrohrfunktion schließlich zwischen Konsumenten und Werbetreibender Industrie vermitteln.
Was empfehlen Sie Eltern, wie sie ihre Kinder von nicht altersgerechter Werbung auf digitalen Plattformen schützen können?
Eltern sind für ihre Kinder Vorbilder und sollten sich der Verantwortung für altersgerechte Internetnutzung und Medienkompetenz nicht entziehen. Experten raten Eltern mit ihren Kindern gemeinsame Zeit zu verbringen, um die sichere Internetnutzung in der Familie zu behandeln. Gerade zu Beginn sollten Kinder weder Spiele noch Videoplattformen alleine konsumieren und auch das Besprechen von kritischen Inhalten ist essenziell.

Prinzipiell gehen wir jedoch von einer hohen Eigenverantwortung der Werbetreibenden Industrie aus. Seriöse Plattformen und Anbieter sind darauf bedacht, ausschließlich altersgerechte Werbemaßnahmen zu platzieren.

Und eines ist in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtig zu erwähnen: Nur durch Werbung können digitale Plattformen auch heute noch kostenlos ihre Services anbieten.

Für die Qualität dieser Werbemaßnahmen steht der Österreichische Werberat im kontinuierlichen Austausch mit der Werbetreibenden Industrie.

Was sollte die Werbewirtschaft tun?
Wie bereits erwähnt sind wir im konstruktiven und kontinuierlichen Austausch mit allen relevanten Akteuren der Werbewirtschaft. Gemeinsam haben wir bereits Initiativen umgesetzt, wie die Weiterentwicklung des Ethik-Kodex und aufgestellten Verhaltensregeln für Werbung für und mit „Kindern und Jugendlichen“ oder auch die Etablierung eines Verhaltenskodex der österreichischen Rundfunkveranstalter hinsichtlich unangebrachter audiovisueller kommerzieller Kommunikation in Zusammenhang mit Kindersendungen und Lebensmittel. Darüber hinaus wurde im April 2014 mit dem Verein für Anti-Piraterie eine umfangreiche Initiative gestartet, um die Österreichische Werbewirtschaft auf rechtswidrige Online-Umfelder aufmerksam zu machen.

Gerade diese Initiativen der Selbstregulierung und die Förderung von Werbeplatzierungen auf ethischen Werbeumfeldern ist dem ÖWR ein wichtiges Anliegen.

Sehen Sie Regulierungsbedarf für nicht altersgerechte Werbung in der digitalen Welt?
Wir treten dafür ein, verantwortungsvolle Werbung zu gestalten und dabei besonderes Augenmerk auf die Lebenserfahrung der Kinder und Jugendliche zu legen. Zahlreiche Branchen, Medien und Agenturen sind sich bereits seit Jahren dieser Verantwortung bewusst, definieren eigene Kommunikationscodes, stellen selbstbestimmte Verhaltensregeln auf und kooperieren mit dem Österreichischen Werberat.

Der Österreichische Werberat hat sich auch 2018 zum Ziel gesetzt, die neuerliche Sensibilisierung der Platzierung von Werbung in sicherem Umfeld voranzutreiben und engagiert sich mit der Beteiligung aller großen Medienhäuser und deren Online-Plattformen für mehr „Brand Safety“. Dies bezieht sich auch auf nicht altersgerechte Werbung bei Spielen und Videoplattformen.

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