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NRW senkt Unfallquote mit moderner Technik um 30 Prozent

Minister Groschek über die Vorteile digitaler Steuerungstechnik für den Verkehrsfluss

Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Quelle: R. Sondermann Michael Groschek Minister Landesregierung NRW 26.09.2016
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Nordrhein-Westfalen hat nach Angaben von Verkehrsminister Michael Groschek das dichteste und auch verkehrsreichste Autobahnnetz Deutschlands. Das Land setzt umfangreiche Technik ein, damit der Verkehr auf den vielen Straßen möglichst reibungslos fließt.







Welche technischen Mittel setzen Sie ein, um den Verkehr auf den Autobahnen besser fließen zu lassen?
Nordrhein-Westfalen hat das dichteste und auch verkehrsreichste Autobahnnetz Deutschlands. Um Störungen auf den rund 2.200 Kilometern zu minimieren setzen wir seit langem auf eine ganze Palette von Stau- und Unfallvermeidungsmaßnahmen: An rund einem Viertel der Autobahnen sind Streckenbeeinflussungsanlagen installiert, die beispielsweise Daten über den Verkehrsfluss und das Wetter sammeln. So können ganz schnell situationsbedingte Warnhinweise auf den Anlagen geschaltet werden. So konnten wir die Unfallquote um bis zu 30 Prozent senken. Außerdem stehen an immer mehr Stellen die „Dynamischen Informationstafeln“. Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich gewissermaßen die Königsdisziplin der Telematik: Mithilfe dieser elektronischen Tafeln werden die Verkehrsteilnehmer zum Beispiel über Sperrungen und Umleitungsempfehlungen informiert. Dies funktioniert deshalb so gut, weil diese Anlagen rund 1,5 Kilometer vor Autobahnknotenpunkten installiert sind und so rechtzeitig wichtige Informationen vermitteln können. Darüber hinaus machen wir hier in NRW schon seit fast 20 Jahren sehr gute Erfahrungen mit Zuflussregelungsanlagen, sprich mit Ampeln auf den Autobahnzufahrten. Bei sehr hohem Verkehrsaufkommen werden die Fahrzeuge nur „tröpfchenweise“ auf die Autobahn gelassen – so können Staus auf den Hauptverkehrsstrecken deutlich reduziert werden. Und natürlich geben wir auf immer mehr Strecken die Seitenstreifen für den Verkehr frei, um zur Rush-Hour eine zusätzliche Fahrspur zu gewinnen.

Welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien für die Stau-Warnung?
Dieses Thema ist wirklich sehr faszinierend. In Zukunft werden sämtliche Fahrzeuge untereinander kommunizieren können. Wenn hinter einer Kuppe oder einer Kurve ein Stauende ist, kann das Auto den Fahrer warnen und zur Not selbstständig bremsen. Sind die Informationen frühzeitig verfügbar, werden die Fahrzeuge gleich auf eine andere Route geschickt. Die Entwicklung hin zum automatisierten und vernetzten Fahren weist enormes Potenzial auf, um künftig noch mehr Staus und Unfälle zu vermeiden. Allerdings stehen wir grundsätzlich noch am Anfang dieser Entwicklung.

Welche Rolle spielen rundfunkbasierte Technologien für die Verkehrssicherheit und Stauvermeidung?
Es ist es enorm wichtig, sämtliche Meldungen zu Falschfahrern, Baustellen, Staus und ähnlichem schnell an die Fahrerinnen und Fahrer zu übermitteln. Radio und Navigationssysteme sind für die meisten Verkehrsteilnehmer noch immer die erste Wahl, um sich über die Verkehrssituation auf den Straßen zu informieren. Die Landesmeldestelle des Verkehrswarndienstes stellt diese Informationen den Funkhäusern sehr zeitnah zur Verfügung. So können entsprechende Verkehrsmeldungen über das Radio bekanntgeben oder die benötigten Informationen über den sogenannten Traffic Message Channel – kurz TMC – direkt an das Navigationsgerät des Fahrzeugs gesendet werden. Darüber hinaus können sich Interessierte auch schnell über unser preisgekröntes Verkehrsinformationsportal „verkehr.nrw.de“ im Internet ein Bild über die Verkehrslage machen.

In einzelnen Bundesländern gibt es ein ausgeklügeltes Baustellenmanagement für Autobahnen. Wie ist das in Ihrem Bundesland?
Selbstverständlich setzen auch wir auf ein ausgeklügeltes Baustellenmanagement. Bei der Vielzahl von Baustellen in NRW können wir es uns gar nicht erlauben, dieses Instrument nicht zu nutzen. Die Verkehrszentrale von Straßen.NRW koordiniert sämtliche Baustellen, damit diese beispielsweise entzerrt werden. Dort werden alle anstehenden Baumaßnahmen auf den Autobahnen analysiert und bewertet. Dann wird entscheiden, wann und in welcher zeitlichen Abfolge die Baustellen eingerichtet werden. Oberstes Ziel hierbei ist es, den Verkehrsfluss so wenig wie möglich zu behindern. Wir sprechen uns bei Großbaumaßnahmen übrigens auch mit der Bahn und den Nahverkehrsverbünden ab, damit nicht zeitgleich eine Strecke auf der Straße und der Schiene gesperrt werden muss. Dies alles geht Hand in Hand mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit, damit alle Verkehrsteilnehmer frühzeitig über entsprechende Maßnahmen informiert sind.

Im kommenden Jahr geht das automatische Notrufsystem eCall an den Start. Die anfallenden Daten könnten auch zur Stauvermeidung genutzt werden – wie stehen Sie dazu?
Welche Daten das Notrufsystem eCall liefern kann und inwiefern diese datenschutzrechtlich überhaupt genutzt werden dürfen, ist mir noch nicht bekannt. Daher kann ich dieses auch noch nicht bewerten. Aber selbstverständlich haben wir auch dieses System im Blick.

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