Menue-Button
← FACHDEBATTE
Interview17.11.2016

Hirschmann setzt auf Broadcast im Auto

Welche neuen Technologien im Trend sind

Steffen Lang, Leiter Produkt Management bei der Hirschmann Car Communication GmbH Quelle: Hirschmann Car Communication GmbH Steffen Lang Leiter Produkt Management Hirschmann Car Communication GmbH
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

Drei große Trends macht Steffen Lang, Leiter Produkt Management bei der Hirschmann Car Communication GmbH in der Automobilindustrie aus. Neben dem Megatrend zum Connected Car handelt es sich um Fahrerassistenzsysteme bis hin zum autonomen Fahren und Elektromobilität.





Twittern, mailen, streamen – Car Infotainment Systeme erobern das Auto. Wie erklären Sie sich diesen Megatrend?
Wir erleben hier ganz einfach die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte des Smartphones im Fahrzeug. Inzwischen sind Smart Devices und deren Apps ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags. Als vor fast neun Jahren die erste iPhone-Generation auf den Markt kam, war es ein revolutionäres Konzept, über einen „tragbaren Mini-Computer“ ständig online zu sein. Die eigentliche Telefonie trat plötzlich in den Hintergrund, da durch die mobile Datenverbindung neue und vor allem interessantere Funktionen angeboten werden konnten. Von jedem nur denkbaren Ort aus wollen wir auf Daten zugreifen. Dazu gehört eben auch das Auto, in dem wir verkehrsbedingt immer mehr Zeit verbringen.

Welche Produkte und Services bieten Sie an?
Mit unseren Antennensystemen stellen wir bereits heute wesentliche Bestandteile der technologischen Infrastruktur im Fahrzeug zur Verfügung. Für alle bekannten Funkdienste haben wir automobiltaugliche Lösungen: von traditionellen Stabantennen für den UKW Empfang über GPS Antennen bis hin zu Mobilfunkantennen der neuesten Generation LTE 4G. Unser zweites Standbein bilden Tuner Systeme für den mobilen Radio -und TV-Empfang, die weltweit einsetzbar sind. Seit ein paar Jahren arbeiten wir auch an Telematiksystemen, z.B. für die Car-to-X Kommunikation oder Bluetooth Low Energy. Hier kommt uns zu Gute, dass wir Spezialisten aus den Bereichen Software, Elektronik und Hochfrequenztechnik in einer Firma haben. Dies ermöglicht eine Optimierung der Systeme über den gesamten Signalpfad.

Welche Branchentrends beobachten Sie derzeit?
Aktuell gibt es drei große Trends in der Automobilindustrie: 1. Connected Car, 2. Fahrerassistenzsysteme bis hin zum autonomen Fahren und 3. Elektromobilität.

Sicherlich ist der erstgenannte Trend für uns als Kommunikationsexperten der wichtigste: die Nachfrage nach Mobilfunkantennen für den LTE Standard, welche auch abwärtskompatibel zu UMTS und GSM sind, stieg in den letzten Jahren stark an. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass oftmals zwei solcher Antennen im Auto verbaut werden. Die LTE Antenne und ein entsprechendes Modem sind heute die zentralen Elemente, um ein Fahrzeug mit der Außenwelt zu vernetzen. Zudem erfreut sich das Digitalradio DAB bzw. DAB+ einer steigenden Beliebtheit unter den Autofahrern. Hier liefern wir entsprechende Verstärker und entwickeln Antennenstrukturen, etwa für die Heckscheibe.

Das Thema Assistenzsysteme betrifft uns, da der Informationsaustausch zwischen den Fahrzeugen einen entscheidenden Mehrwert bietet, um möglichst sicher am Ziel anzukommen. Spätestens beim autonomen Fahren werden alle Verkehrsteilnehmer inkl. Infrastruktur ständig miteinander kommunizieren. Für die Car-to-X Kommunikation wurde bereits speziell der Standard 802.11p geschaffen, um die Latenzzeiten kurz und die Verfügbarkeit hoch zu halten. Gleichzeitig befinden wir uns aber in der Spezifikationsphase für den kommenden 5G Standard, welcher ähnliche Features zur Car-to-X Kommunikation bieten wird. Es bleibt also interessant, wie und wann sich die Standards durchsetzen oder untereinander ablösen werden.

Bleiben künftig auch rundfunkbasierte Technologien, wie DAB+ oder DVB-T2, integraler Bestandteil von Infotainmentsystemen oder werden diese über kurz oder lang vom Internet verdrängt?
Die Broadcast Technologie ist noch nicht tot. Auch wenn sich einige Experten dies wünschen, DAB erfreut sich in Deutschland und Europa größerer Beliebtheit. Das erweiterte Programmangebot sowie eine klare, digitale Übertragung überzeugen die Kunden. Ebenso befindet sich DVB-T2 in diesem Jahr erst in der Einführung in Deutschland. Etliche Firmen haben in Erwartung einer positiven Entwicklung Gelder in die neue Technologie investiert.

Der rein internetbasierte Rundfunk ist für den mobilen Bereich aber wortwörtlich genommen noch Zukunftsmusik. Für die eigenen vier Wände lässt er sich bereits heute realisieren. Beim Fahrzeug muss man jedoch berücksichtigen, dass erstens die Mobilfunknetze überlastet wären, wenn jeder Autofahrer per LTE Audio und Video streamen würde. Zweitens sind die Kosten für ein ständiges Streaming mobiler Daten immer noch zu hoch. Und drittens gibt es noch Gegenden mit schlechter oder keiner Mobilfunkversorgung. Für die nächsten Jahre bleibt uns der Rundfunk also auf jeden Fall erhalten.

UNSER NEWSLETTER
Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN
■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Jan Knauf
Bereichsleiter Content
ERF Medien

Jan Knauf, Bereichsleiter Redaktion/Produktion bei ERF Medien
DAB+ | Programme

Smartphone mit Vorsprung im Auto

Warum die Radiodisplays Car-Play-tauglich ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Jan Knauf
Bereichsleiter Content
ERF Medien

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Erwig
Vice President
TomTom

Andreas Erwig, Vice President Business Development and Business Operations, TomTom Traffic and Travel Information PU
Datendienste | Produktion

DAB+ mit Schwächen im Auto

Warum der Rundfunk mit Internetdiensten ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Erwig
Vice President
TomTom

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Enders
Geschäftsführer
KULTRADIO

Andreas Enders, Geschäftsleitung Kultradio.fm
Digitalradio | DAB+

Bilder auf dem Display sprechen für DAB+

Warum die DAB+ Slideshows sinnvoller sind als ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Enders
Geschäftsführer
KULTRADIO

ZUR FACHDEBATTE

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.