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Interview13.12.2017

Gründershows als Unterhaltung mit Extra

Was Investoren an den TV-Show gut finden

Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V. Quelle: DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V. Kay Bommer Geschäftsführer DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V.
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Für Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK - Deutscher Investor Relations Verband e.V., wird bei Gründer-TV-Shows "auf eine spielerische Weise eine Zielgruppe erreicht, die sich vielleicht mit dem Thema sonst nicht auseinandersetzt." Über das Scheitern mancher Deals im Nachhinein wundert er sich nicht.





Nach dem Erfolg von „Die Höhle der Löwen“ folgen nun weitere Gründershows im deutschen TV. Können solche Formate aus Ihrer Sicht dazu beitragen, dass Unternehmergeist und Investitionsbereitschaft hierzulande gestärkt werden – oder ist das nur zur Unterhaltung gut?
Es ist sicher Unterhaltung, schließlich handelt es sich in gewisser Weise um ein Casting-Format. Ich glaube aber sehr wohl, dass die Shows darüber hinaus geeignet sind, dem Publikum Unternehmertum, Gründungsbereitschaft und Aktionärskultur näher zu bringen. Hier wird auf eine spielerische Weise eine Zielgruppe erreicht, die sich vielleicht mit dem Thema sonst nicht auseinandersetzt.

In Einzelfällen wurden angekündigte Investitionen letztlich aus rechtlichen oder anderen Gründen doch nicht getätigt. Ist die Wirtschaft doch zu komplex für eine Fernsehshow?
Nein, das glaube ich nicht. Da müssen wir auch auf die Erwartungshaltung schauen. Für ein Format im Fernsehen muss Wirtschaft sicher etwas vereinfacht dargestellt werden. Aber juristische oder sonstige Details können beim Abschluss von Geschäften immer auftauchen. Auch nach monatelangen Verhandeln scheitern Investitionen manchmal an einer Kleinigkeit. Das passiert nicht nur bei Fernseh-Shows.

Kritiker wenden ein, dass bei TV-Shows vor allem Gründer mit „handfesten“ Produkte vorgestellt werden können, Ideen für komplexere Software-Lösungen aber eigentlich die Zukunft seien. Wie sehen Sie das?
Ich kann natürlich verstehen, dass echte Produkte vielleicht leichter zu verkaufen sind. Ich verfolge nicht jede Ausgabe der Sendung, aber ich erinnere mich an eine App, die Bewerber mit Job-Anbietern vernetzt. Das kam hervorragend an. Wenn ich mich recht erinnere, hat Herr Marschmeyer sich mit 400.000 eingekauft. Das entspricht einer eher höheren Bewertung im Vergleich zu anderen Angeboten. Es mag also sein, dass im Fernsehen weniger Software-Produkte präsentiert werden, weil sie schwerer greifbar sind. Aber wenn sie gezeigt werden, stoßen sie auf großes Interesse.

Nach verschiedenen Medien-Berichten sprechen Gründershows maßgeblich junge Frauen an. Wie erklären Sie sich das?
Das nehme ich zunächst einmal zur Kenntnis. Sicher sind Casting-Formate im Allgemeinen etwas für eher jüngere Leute. Warum Gründershows bei Frauen so gut ankommen, kann ich mir schwerlich erklären. Wenn sich Frauen auf diesem Wege Anregungen und Inspirationen holen, wie sie sich selbst als Gründerinnen engagieren können, würde mich das natürlich sehr freuen.

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