Nach dem Digitalpakt Schule 2.0 fließen fünf Milliarden Euro bis 2030 in digitale Bildung an Schulen. Wie sehen Sie dieses Paket - ist der Umfang aus Ihrer Sicht hinreichend?
Von den fünf Milliarden Euro stehen den Bundesländern 2,25 Milliarden Euro an Bundesmitteln für Investitionen in Infrastruktur und Content zur Verfügung. Diese Mittel werden helfen, die bisherigen Investitionen in der Freien Hansestadt Bremen zu ergänzen und zu vertiefen.
Der von den Bundesländern zu erbringende Eigenanteil erfolgt über zusätzliche Eigenmittel und anrechenbare begleitende Maßnahmen in Höhe von insgesamt 2,5 Mrd. €. Hier wird die Freie Hansestadt neben eigenen Mitteln bereits erprobte Konzepte in Qualifizierung, Vernetzung und systemischen Verbesserungen weiter ausbauen und verstetigen.
Die weiterhin zur Verfügung stehenden 115 Millionen Euro für länderübergreifende Vorhaben werden an den als sehr erfolgreich zu wertenden Vorhaben anknüpfen und diese fortführen. Insgesamt werden die vorhandenen Mittel als erforderlich, aber auch als zielführend betrachtet. Sie vermeiden eine Vergreisung der bestehenden Infrastruktur und ermöglichen gleichzeitig eine gezielte Verbesserung und Weiterentwicklung. Durch die oben skizzierten Begleitmaßnahmen wird die Freie Hansestadt Bremen Digitalität weiter in den Schulalltag integrieren.
Auf welchem Stand sind die Schulen in Ihrem Bundesland nach dem ersten Digitalpakt bereits?
Im Rahmen des ersten DigitalPakt Schule wurden die Schulen der Freien Hansestadt Bremen insbesondere ich den Bereichen Infrastruktur (Netzwerk, WLAN) und Präsentationsmedien ertüchtigt und ausgebaut. Stand jetzt verfügen die Schulen in Bremen und Bremerhaven über ein leistungsfähiges flächendeckendes WLAN und Präsentationsmedien in fast allen Unterrichtsräumen.
Parallel dazu haben wir als erstes Bundesland eine 1:1-Ausstattung mit iPad für Schüler:innen und Lehrkräfte eingeführt. Im Zusammenspiel mit den oben skizzierten Investitionen verfügt Bremen damit über eine sehr gute Grundlage für digital gestützten Unterricht.
Das Geld soll nicht nur in Hard- und Software fließen, sondern zum Beispiel auch in Fortbildungen von Lehrkräften. Welchen Bedarf sehen Sie bei den Lehrkräften?
Bereits während des ersten DigitalPakt Schule hat die Freie Hansestadt Bremen die Fortbildungen im Bereich der Digitalisierung stark intensiviert. Seit dem Schuljahr 2020/21 haben Bremer Lehrkräfte im Schnitt vier Fortbildungen zu den Themen iPads, itslearning, Umgang mit Präsentationsthemen sowie Lehren und Lernen mit digitalen Medien besucht. Diese hohe Zahl an Fortbildungen planen wir auch während des DigitalPakt Schule 2.0 beizubehalten.
Gleichwohl haben sich die Bedarfe und Wünsche der Lehrkräfte verschoben: Nach fünf Jahren DigitalPakt Schule sind die Fragen zur Bedienung von digitalen Tafeln, einzelnen Apps und iPads zurückgegangen. In den Fokus rücken dafür schulweite Maßnahmen, tiefere Integration in den Fachunterricht sowie neue Entwicklungen, insb. KI.
Auch neue Konzepte sollen gefördert werden - wo sehen Sie da besondere Potenziale?
Durch den ersten DigitalPakt Schule verfügen die Schulen der Freien Hansestadt Bremen über eine sehr gute Ausstattung. Hierauf lässt sich einfach und effektiv aufbauen. Dies lässt sich durch die Einführung des KI-Chatbot „telli“ sehr gut verdeutlichen. Bremen war letzten Sommer das ersten Bundesland, das telli flächendeckend eingesetzt hat. Durch vorhandene iPad-Ausstattung und verfügbares WLAN stand direkten einem Einsatz im Unterricht nichts im Wege.
Auch in Zukunft wollen wir unsere gute Basis nutzen, um weitere Potenziale für Bremer Lehrkräfte und Schüler:innen nutzbar zu machen.



