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Interview03.02.2026

Fortbildung für jede Lehrkraft in MV

Wie das Land die Schulen digitaler macht

Simone Oldenburg - Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern Quelle: BMMV/Anne Karsten Simone Oldenburg Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Der DigitalPakt Schule 2019–2024 hat in Mecklenburg-Vorpommern eine große Dynamik entfaltet", berichtet Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke). Nun sagt sie, wie mit den Mittel aus dem neuen Digitalpakt darauf aufgebaut werden kann.





Nach dem Digitalpakt Schule 2.0 fließen fünf Milliarden Euro bis 2030 in digitale Bildung an Schulen. Wie sehen Sie dieses Paket - ist der Umfang aus Ihrer Sicht hinreichend?
Die Digitalisierung an Schulen ist für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Der DigitalPakt Schule 2019–2024 hat hierbei bereits bedeutende Fortschritte ermöglicht, indem er finanzielle Mittel zur Förderung der digitalen Infrastruktur und länderübergreifender Maßnahmen bereitgestellt hat. Der nächste Schritt muss darin bestehen, diesen Prozess weiter voranzutreiben und sicherzustellen, dass die Bildungsinfrastruktur flächendeckend und nachhaltig ausgebaut wird. Hierfür ist der Digitalpakt 2.0 als zusätzliches Finanzierungselement zwingend erforderlich.

Der DigitalPakt Schule 2019–2024 hat einen entscheidenden Beitrag zur grundlegenden Entwicklung der Infrastruktur geleistet. Dies ist jedoch nur ein Teil dessen, was das Land und die kommunale Seite für den Ausbau der Infrastruktur geleistet haben. Das war und ist auch zukünftig notwendig.

Es ist richtig, dass der Bund seine Förderung regressiv gestaltet und im DigitalPakt 2.0 weniger Mittel als im ersten DigitalPakt bereitstellt. Hier handelt es sich um eine Anschubfinanzierung. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich das Land in enger Zusammenarbeit mit der kommunalen Seite dieser Herausforderung gestellt. Die jeweils vorhandenen Mittel aus Bundes-, und Landesmitteln der Schulträger werden zweckgebunden und sinnvoll im Sinne der Entwicklung einer Kultur der Digitalität im schulischen Kontext eingesetzt. Insofern stellt sich nicht die Frage, ob die Mittel hinreichend sind, sondern was man Sinnvolles damit tut.

Auf welchem Stand sind die Schulen in Ihrem Bundesland nach dem ersten Digitalpakt bereits?
Der DigitalPakt Schule 2019–2024 hat in Mecklenburg-Vorpommern eine große Dynamik entfaltet. In Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Ebene, den freien Schulträgern und der Landesregierung konnten wir in den vier Programmteilen Mittel in Höhe von rund 142 Millionen Euro zielgerichtet in den Schulen des Landes einsetzen. Mit diesen Mitteln konnten wir die digitale Transformation an unseren Schulen zügig vorantreiben.

Das heißt, durch den DigitalPakt konnte die notwendige technische Infrastruktur für digitales Lehren und Lernen an den Schulen aufgebaut werden. Der Digitalpakt Schule hat den flächendeckenden Ausbau von WLAN, die Modernisierung schulischer Netzinfrastrukturen sowie die Anschaffung digitaler Endgeräte und Präsentationstechnik ermöglicht. Mit ergänzenden Programmen wurden zudem Leihgeräte für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sowie der Aufbau einer professionellen IT-Administration an den Schulen finanziert.

Die Maßnahmen haben im Ergebnis einen deutlichen Modernisierungsschub ausgelöst: Der Unterricht wird zunehmend digital unterstützt, mehr Lehrkräfte verfügen über eine medienpädagogische Qualifizierung und die technische Ausstattung der Schulen wurde grundlegend erneuert. Der Digitalpakt 2.0 baut auf diesen Erfolgen auf und setzt das Engagement von Bund und Ländern fort, um ein Lehren und Lernen zu ermöglichen, das den Herausforderungen der digitalen Transformation der Gesellschaft gerecht wird.

Das Geld soll nicht nur in Hard- und Software fließen, sondern zum Beispiel auch in Fortbildungen von Lehrkräften. Welchen Bedarf sehen Sie bei den Lehrkräften?
Schon vor dem DigitalPakt war klar, dass die durch die Digitalisierung eröffneten Möglichkeiten nur effektiv für die Bildungsarbeit genutzt werden können, wenn Lehrkräfte für diesen Zweck nachhaltig qualifiziert sind und bei der Integration digitaler Medien in den Unterricht unterstützt werden. Nur so können sie digitale Kompetenzen auch an die Schülerinnen und Schüler weitergeben.

Die Digitalisierung beeinflusst alle Lebensbereiche und verändert damit auch die Anforderungen an die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften. Um die digitale Infrastruktur, die mobilen Endgeräte und die Lernplattformen, die Schulen durch den DigitalPakt Schule 2019–2024 erhalten haben, effizient nutzen zu können, hat jede Lehrkraft im Land eine Fortbildung absolviert.

Die Fortbildung von Lehrkräften ist auch im Digitalpakt 2.0 ein wesentlicher Bestandteil. Denn digitale Kompetenzen sowie die (Weiter-)Qualifizierung von Lehrkräften und Schulleitungen sind entscheidend für eine bessere Schul- und Unterrichtsqualität – und somit für den Erfolg der digitalen Transformation im Schulbereich.

Auch neue Konzepte sollen gefördert werden - wo sehen Sie da besondere Potenziale?
Schul- und Unterrichtsentwicklung in Zeiten der Digitalisierung bedeutet, unterrichtliche Lehr- und Lernprozesse in den Blick zu nehmen, um die Unterrichtsqualität zu steigern und den digitalisierungs- und medienbezogenen Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler durch systematische Unterrichtsentwicklungsprozesse voranzutreiben. Darüber hinaus sollen Lehrkräfte und Schulleitungen befähigt werden, die digitale Transformation im Sinne einer systemischen Schulentwicklung aktiv zu gestalten.

Daher ist es wichtig, dass alle Beteiligten in der Schule – von den Schülerinnen und Schülern über die Lehrkräfte bis hin zu den Schulträgern – gemeinsam an einer zukunftsorientierten Schulentwicklung arbeiten. Für Mecklenburg-Vorpommern ist der DigitalPakt 2.0 somit ein wesentliches Element für eine gelungene Schul- und Unterrichtsentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung.

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