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Interview29.01.2026

Ein KI-Zentrum Schule in Baden-Württemberg

Wie das Land mit den Mitteln aus dem neuen Digitalpakt umgeht

Sandra Boser - Staatssekretärin, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Quelle: KM BW/uwemerz Sandra Boser Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Landesregierung Baden-Württemberg
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Der DigitalPakt Schule hat zusammen mit seinen Zusatzprogrammen für einen echten Schub gesorgt", erklärt Sandra Boser vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Und sie berichtet, worauf der Fokus nach Abschluss des Folgepaktes liegt.





Nach dem Digitalpakt Schule 2.0 fließen fünf Milliarden Euro bis 2030 in digitale Bildung an Schulen. Wie sehen Sie dieses Paket - ist der Umfang aus Ihrer Sicht hinreichend? 
Der Digitalpakt 2.0, für den Cem Özdemir als Bundesbildungsminister den Grundstein gelegt hat, ist ein gemeinsamer Kraftakt von Bund und Ländern, der unseren Schulträgern in finanziell herausfordernden Zeiten eine spürbare finanzielle Entlastung liefert. Nach Baden-Württemberg fließen etwa 280 Millionen Euro an Bundesmitteln, die in gleicher Höhe kozufinanzieren sind. Der DPS 2.0 zielt auf digitale Ausstattung, hat die Lehrkräfte im Blick, also deren Aus- und Fortbildung – und das eng an wissenschaftliche Erkenntnisse gebunden. Außerdem bietet er die Chance, die digitale Kultur unserer Schulen im Unterricht wie im Lebensraum Schule weiter voranzubringen, und zwar nah an den Lebensrealitäten unserer Kinder und Jugendlichen. Wichtig ist, dass das Geld zügig bei den Schulen ankommt. Wir wollen ein schlankes und unbürokratisches Verfahren und sprechen zur Erarbeitung der Förderrichtlinie mit den Kommunalen Landesverbänden.

Auf welchem Stand sind die Schulen in Ihrem Bundesland nach dem ersten Digitalpakt bereits?
Der DigitalPakt Schule hat zusammen mit seinen Zusatzprogrammen für einen echten Schub gesorgt. Eine Vollerhebung des Landesrechnungshofs an allen Schulen hat dies bestätigt. Insbesondere sind neben der nun flächendeckend vorhandenen Netzwerkausstattung die Klassenräume mit digitaler Präsentationstechnik versorgt. Wichtig war auch, dass Schulträger und Schulleitungen konzeptionell darüber diskutiert haben, wie eine Ausstattung etwa mit Endgeräten konkret aussehen und sinnvoll genutzt werden soll. Unsere Schulträger haben aus den Förderprogrammen knapp 500.000 Endgeräte beschaffen können. Zudem haben unsere Lehrkräfte  in großer Zahl Fortbildungen zur Digitalisierung besucht. Das Land hat dies mit 9 Millionen Euro zusätzlich unterstützt und so ungefähr 6.000 Veranstaltungen mit etwa 260.000 Lehrkräften durchgeführt.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch unsere Digitale Bildungsplattform erwähnen. 800.000 Nutzende haben wir insgesamt bei SCHULE@BW. Hierüber haben wir beispielsweise den KI-gestützten Chatbot „telli“ unseren Schulen zur Verfügung gestellt, ein länderübergreifendes Vorhaben im Rahmen des Digitalpakts. Wir haben insgesamt die Rahmenbedingungen für die Transformation der Schulen in die Digitalität geschaffen: Schulgesetzänderung, Digitalisierungsstrategie, Digitale Bildungsplattform, Innovationsprogramm „Digitale Schule“, KI-Zentrum Schule. Das sind Meilensteine. Die Leitperspektive Medienbildung ist fester Bestandteil des Bildungsplanes. Und Informatik, Künstliche Intelligenz sowie Medienbildung zählen zu den Innovationselementen unserer Bildungsreform.

Das Geld soll nicht nur in Hard- und Software fließen, sondern zum Beispiel auch in Fortbildungen von Lehrkräften. Welchen Bedarf sehen Sie bei den Lehrkräften?
Der Digitalpakt 2.0 hat drei Handlungsstränge: Im Handlungsstrang I stehen Mittel für die schulische Ausstattung zur Verfügung, im Handlungsstrang III wird die pädagogische Forschung gefördert, die auch die Fortbildung tangiert. Im Handlungsstrang II geht es um die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Hier arbeiten wir mit den anderen Ländern zusammen und investieren als Land in Maßnahmen der Schulentwicklung, Unterstützung von Schulen sowie in die Lehrkräftefortbildung, um diese weiter auf die aktuellen Herausforderungen auszurichten. Das ist immens wichtig, denn wir können unseren Kindern nur digitale Kompetenzen vermitteln, wenn wir selbst welche haben. Wir haben einen Kompetenzrahmen für digitale Kompetenzen von Lehrkräften, der diese beim innovativen Einsatz digitaler Medien unterstützt und auch Basis für die Fortbildungsangebote ist. Mit unserem KI-Zentrum Schule haben wir zudem einem Raum geschaffen, in dem wir mit Praktikern aus der Schule und weiteren Fachleuten Lösungen für einen modernen Unterricht erarbeiten. Der Fokus liegt hier auf dem KI-Einsatz in der Schule und den Auswirkungen von KI auf das Lernen.

Auch neue Konzepte sollen gefördert werden - wo sehen Sie da besondere Potenziale?
Gefördert werden sollen insbesondere technische Konzepte und Musterlösungen. Wir haben in Baden-Württemberg die meisten Schulträger im Verhältnis zur Zahl der Schulen. Gemeinsame Konzepte zur Ausstattung, zum Betrieb und zum Support aber auch gemeinsame Plattformlösungen bieten somit auch die Chance auf einen effizienten Mitteleinsatz. Gleiches gilt für länderübergreifende technische Entwicklungen. Ein gutes Beispiel ist hier, wie erwähnt, telli als ländergemeinsames Produkt. Es wäre doch unsinnig, wenn jedes Land eine eigene KI für die Nutzung im Unterricht entwickeln und betreiben würde. Hier können wir voneinander profitieren.

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