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Interview14.11.2016

Fehlt dem Lokal-TV die richtige Strategie?

Medienanstalt aus Baden-Württemberg stößt Mutdebatte an

LfK-Präsident Thomas Langheinrich Quelle: ALM
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Ich habe das Gefühl, dass lokales und regionales Fernsehen abgestimmter auftreten sollte. Sowohl gegenüber der Medienpolitik als auch gegenüber den Media-Agenturen und Vermarktern. Das setzt den Willen zu einer gemeinsamen Strategie voraus wie auch den Mut voraus, in diesem Bereich mit einer Stimme zu sprechen." Das sagt Thomas Langheinrich, Präsident der LfK, der jetzt auf Meinungsbarometer.info eine Mut-Debatte in Bezug auf das Lokal-TV anstoßen will.





Beim Lokal-TV-Kongress in Potsdam wurde die Frage gestellt, ob werbefinanziertes Lokal-TV als Geschäftsmodell überhaupt funktionieren kann. Wie sehen Sie das?
Werbefinanziertes Lokal-Fernsehen kann alleine bisher nicht im Markt bestehen. Das Herzstück vom lokalen Fernsehen ist die Berichterstattung über das, was vor der eigenen Haustür passiert. Gerade die Kosten für redaktionelle Mitarbeiter können neben den Technik- und Distributionskosten nicht allein über regionale oder lokale Werbung refinanziert werden.

In Deutschland gibt es regional verschiedene Fördermöglichkeiten für Lokal-TV. Welche Möglichkeiten gibt es bei Ihnen und welche können Sie sich vorstellen?
In Baden-Württemberg kann die LFK aufgrund der Regelung im Rundfunkstaatsvertrag und Landesmediengesetz die technischen Distributionskosten der regionalen Must-Carry Fernsehsender fördern. Insgesamt 1,7 Millionen haben wir dafür im Haushalt zur Verfügung gestellt. Allerdings wissen wir auch, dass wir in Zukunft über reine Technikförderung hinaus neue zeitgemäße Fördermöglichkeiten brauchen. Im Vorstand und im Medienrat sind wir darum gerade in einer intensiven und durchaus kontroversen Diskussion darüber, dem Gesetzgeber Vorschläge für zusätzliche Optionen zu unterbreiten. Bei aller Förderung braucht es auch den Mut der Gesellschafter, Programmmacher und Geschäftsführer, sich, die Zielgruppen und die Geschäftsmodelle in der digitalen Welt neu zu definieren. Das geht bis zu einem neuen Verständnis wie lokale audiovisuelle Angebote gestaltet und auch auf neuen Wegen angeboten werden müssen.

Seit Jahren hakt es bei der nationalen Vermarktung von Lokal-TV. Was müsste passieren, damit der Knoten platzt?
Ich habe das Gefühl, dass lokales und regionales Fernsehen abgestimmter auftreten sollte. Sowohl gegenüber der Medienpolitik als auch gegenüber den Media-Agenturen und Vermarktern. Das setzt den Willen zu einer gemeinsamen Strategie voraus wie auch den Mut voraus, in diesem Bereich mit einer Stimme zu sprechen.

Immer wieder wird mehr Kooperation zwischen den Lokal-TV-Anbietern anregt. Wie können und sollten die Sender aus Ihrer Sicht zusammenarbeiten?
Die Herausforderungen der digitalen Welt sind so vielfältig, die kann kein kleiner Sender für sich alleine stemmen. Neben intelligenter gemeinsamer Vermarktung und Social Media-Kampagnen könnte ein intensiver (Erfahrungs)-Austausch der Sender untereinander noch stärker den Blick auf Best Practice lenken. Nicht jeder muss die Lösungen fürs Digitale neu denken.

■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

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Thomas Fuchs
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