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Interview09.11.2016

Digitaler Angriff auf UKW-Platzhirsche

Warum Radiodisplays im Auto besonders im Fokus stehen

Christian Bollert, Geschäftsführer detektor.fm Quelle: detektor.fm Christian Bollert Geschäftsführer detektor.fm
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Die digitalen Audioanbieter sind bereit für einen Angriff auf die UKW-Platzhirsche. Dabei steht das Auto mit seinen modernen Car-Infotainment-Systemen im Fokus. Schon im kommenden Jahr will das Internetradio detektor.fm mit seinen Angeboten den Unterschied machen. "Gerade Zusatzinformationen und Zusatzdienste sind über das Internet ideal zu verbreiten", so der Geschäftsführer Christian Bollert. "Technologien wie Android Auto oder Apple Carplay bieten für Anbieter mit starken Inhalten wie Podcasts oder einer klaren musikalischen Farbe neue und bisher ungeahnte Verbreitungsmöglichkeiten."





Welche Bedeutung haben die Radiodisplays für Ihr Programm?
Bei der Verbreitung von Inhalten spielen Displays heute natürlich eine entscheidende, wenn nicht die entscheidende Rolle. Sind es doch Displays, welche Nutzer auf Angebote von detektor.fm hinweisen. Sei es in der Podcast-App, im Onlineradioverzeichnis, bei einem Streamingdienst oder direkt in der Anzeige eines WLAN-Radios. Deshalb denken wir viel über die Daten nach, die dort ausgespielt werden. Entscheidend hierfür ist jedoch die jeweilige Plattform und die jeweilige Technik. In einem Podcastplayer suche ich andere Informationen als in einem WLAN-Radio mit einem Livestream oder in unserer App auf dem Smartphone. Ein Sonderfall ist sicher unsere Smart-TV-App, die beispielsweise auf vielen Samsung-Fernsehern läuft.

Welche Inhalte verbreiten Sie dort?
Grundsätzlich suchen wir für jede Plattform passende Inhalte. Dabei unterscheidet sich das Angebot aber sehr zentral durch die jeweiligen technischen Gegebenheiten und Nutzungsszenarien. So wird beispielsweise auf dem Smart-TV vor allem das lineare Programm genutzt, während die mobilen Apps eher für Podcasts, einzelne Beiträge oder Zusatzinformationen verwendet werden.

Was wäre künftig denkbar, vielleicht eine Art Pinterest?
Das hängt in erster Linie von den Anbietern der Plattformen ab. Vielleicht gibt es eines Tages ja wirklich einmal eine Art „Audio-Twitter“, vielleicht geht es eher in Richtung Pinterest oder Instagram, möglicherweise integrieren jedoch auch einfach große Player wie Facebook Audioinhalte irgendwann organisch in ihre Dienste. Wir sehen schon heute, dass sich Nutzungsgewohnheiten zwischen Plattformen wie Spotify, Facebook oder iTunes extrem unterscheiden. Was bei einem extrem viel gehört und geklickt wird, muss bei dem anderen überhaupt nicht funktionieren.

4. Welche Rolle spielen die modernen Car-Infotainment-Systeme in Ihren Überlegungen in Bezug auf die Ausspielung audiovisueller Inhalte? Bspw. Podcast-Inhalte, Geodaten für Parkleitsysteme, Livestreaming, etc
Hier eröffnet sich für die Anbieter von digitalen Audioinhalten eine spannende neue Welt, die bisher von den klassischen UKW-Platzhirschen kontrolliert wird. Wir wollen hier 2017 gern noch stärker auftreten und mit unseren Angeboten einen Unterschied machen. Schon heute können unsere App-Nutzer im Car-Infotainment-System von Ford (Applink) über das Lenkrad oder per Sprachsteuerung detektor.fm-Inhalte hören. Zusatzinformationen und Zusatzdienste sind über das Internet ideal zu verbreiten. Technologien wie Android Auto oder Apple Carplay bieten für Anbieter mit starken Inhalten wie Podcasts oder einer klaren musikalischen Farbe neue und bisher ungeahnte Verbreitungsmöglichkeiten.

Dort sein, wo die Hörer sind - wie gut ist das klassische Radio künftig im Kampf um mobile Relevanz aufgestellt?
Das klassische Radio wird sich an die digitale Welt und damit an eine Welt mit Displays noch besser anpassen müssen. Auch wir als Onlineradio sind ständig damit beschäftigt, neue Strategien für die jeweils bedeutenden Displays zu entwickeln. Es wird aber sicher mit Amazons Alexa, Apples Siri oder Google Home neue Formate ohne Display geben. Auch hier stellt sich die Frage, wie man die Nutzer mit seinen Inhalten erreicht.

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