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08.12.2019
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DEUTLICH GRÖSSERES ANGEBOT ALS AUF UKW

Wie ROCK ANTENNE den bundesweiten Start von DAB+ in Österreich sieht

Guy Fränkel, Programmchef und Geschäftsführer ROCK ANTENNE

Guy Fränkel, Programmchef und Geschäftsführer ROCK ANTENNE [Quelle: ROCK ANTENNE]


"Wir stehen zwar, wie vor vielen Jahren in Deutschland, noch ganz am Anfang des Themas DAB+, aber man merkt, dass die Bekanntheit bereits vorhanden ist", sagt ROCK-ANTENNE-Chef Guy Fränkel kurz nach dem Start des DAB+ Bundesmux in Österreich, über den auch sein Sender empfangbar ist. Für die Zukunft hat er einen Wunsch.


In Österreich ist unlängst ein nationaler DAB+ Mux auf Sendung gegangen – wie ist die erste Resonanz aus Ihrer Sicht?
Die erste Resonanz ist aus unserer Sicht recht positiv. Wir stehen zwar, wie vor vielen Jahren in Deutschland, noch ganz am Anfang des Themas DAB+, aber man merkt, dass die Bekanntheit bereits vorhanden ist.

Schon im Vorfeld meldete der Handel eine starke Nachfrage nach Empfangsgeräten – wie sieht es mit der Marktdurchdringung inzwischen aus?
Zur Marktdurchdringung kann ich Ihnen keine genaue Auskunft geben. Aber es ist bemerkenswert, dass sich der Handel bereits stark einbringt und das Thema vorantreibt. Auch wirken die Radiostationen selbst aktiv mit. Wir bieten zum Beispiel über unsere Webseite rockantenne.at in Kooperation mit der Firma Pure seit kurzem ein eigenes ROCK ANTENNE DAB+ Radio an.

Künftig müssen Autoradios in Neuwagen DAB+ empfangen können. Wie sieht es in Österreich mit der Verfügbarkeit des digitalen Radios auf Autobahnen und Fernstraßen aus?
Der Netzausbau konzentriert sich in Österreich vor allem auf die Ballungsräume, was wir als sehr sinnvoll erachten. Hier kann man schnell und effizient die Bekanntheit von DAB+ und die Bekanntheit der neuen Programmangebote steigern. Bei steigender Resonanz hoffen wir natürlich auch auf einen Ausbau entlang der Autobahnen in Österreich.

Derzeit sind neun private Programme im Bundesmux zu empfangen – inwieweit ist dieses Angebot hinreichend, um DAB+ im Österreich zum Durchbruch zu verhelfen?
Das aktuelle Angebot empfinde ich als äußerst spannend für die Hörer. Es gibt auf DAB+ neun neue, digitale, mobile und landesweite Angebote, die umsonst sind – anders als bei einer Nutzung von Programmen per App und oft limitierten Datenvolumen. Das ist ein sehr guter Start und ein deutlich größeres Angebot als auf UKW. Wünschenswert für den Ausbau und die DAB+-Bekanntheit wäre natürlich eine rasche Beteiligung des ORFs. In Bayern hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich sehr stark in die neue Technologie DAB+ eingebracht und den Ausbau stark positiv beeinflusst. Das sollte in Österreich auch passieren.

In Norwegen wurde UKW bereits abgeschaltet, in Deutschland sorgt eine Entscheidung des Niedersächsischen Landtages gegen DAB+ für einen Rückschlag – wie sehen Sie die Zukunft des digitalen Radiostandards im europäischen Kontext?
Bei ROCK ANTENNE setzen wir seit Langem auf alle Sendewege. Aus diesem Grund sehen wir auch keinen Sinn in einem fixen Abschaltdatum. Wer sich als Radiosender bzw. Audioanbieter auf die Zukunft vorbereiten möchte, sollte auf alle Sendewege setzen. Aus diesem Grund sind unsere Programme neben DAB+ auch teilweise über UKW empfangbar. Über ein UKW-Abschaltdatum sollte erst ab über 10 Prozent Restnutzung nachgedacht werden. Wir verfügen über ein breites Angebot aus vielen Rock-Channels im Netz, und alle Programme und Streams sind über unsere Website, App sowie Skills und Aggregatoren, zudem sogar über eine eigene Smart-TV App, immer und überall verfügbar. Der Hörer wird in Zukunft entscheiden, wie und wo er uns hören möchte.