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Interview07.08.2018

Videoassistent wird ein Teil des Fußballs sein

Warum der VAR bei der WM so gut ankam - und was die Bundesliga lernen kann

Knut Kircher, Bundesliga-Schiedsrichter und Fifa-Referee a.D. Quelle: PR Knut Kircher Fifa-Schiedsrichter
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Der Erfolg des Video-Assistent-Referees (VAR) bei der WM lag aus Sicht des langjährigen Fifa-Schiedsrichters Knut Kircher auch "an der Akzeptanz der Medien". Das würde er sich auch in der Bundesliga wünschen.





In der vergangenen Bundesliga-Saison standen die Video-Assistent-Referees (VAR) häufig in der Kritik - bei der WM scheint es besser gelaufen zu sein. Was kann die Bundesliga lernen?
Die Akzeptanz des VAR bei der WM ist sehr erfreulich, liegt aber nicht nur an der Anwendung durch die VAR und der Schiedsrichter, sondern auch einfach an der Akzeptanz der Medien. Das würde ich mir zu allererst auch von der Bundesliga wünschen!

Des weiteren hat man die Szenen auf Basis derer die Entscheidung getroffen wurde, im Stadion sehen können und zum anderen war die Schmerzgrenze im Spiel überhaupt einzugreifen auch auf dem Platz viel geringer, so dass herrliche Fußballspiele entstehen konnten und die SR dies laufen lassen konnten. Somit bedarf es auch für den VAR weniger einzugreifen. Dies machte aber nicht nur die Vorgabe der FIFA möglich, sondern auch die Berichterstattung durch die Medien, die nicht alles versucht haben aufzuklären, bis in den letzten Winkel. Gerne so auch in der Bundesliga!

Bei der WM wurden strittige Szenen auf Bildschirmen im Stadion gezeigt. Inwieweit könnte das auch eine Lösung für die Bundesliga sein?
Warum auch nicht! Wenn der VAR eingreifen muss, dann ist es ohnehin bei schwarz oder weiß-Situationen, die darf man dann auch gerne zeigen!

Im Schnitt wurden bei der WM-Vorrunde – wie in etwa auch in der Bundesliga – knapp sieben Entscheidungen pro Spiel überprüft, 0,35 wurden tatsächlich geändert (Bundesliga 0,31). Lohnt sich der ganze Aufwand und die Diskussion überhaupt?
Es geht nicht nach Zahlen, es könnte eine Situation darüber entscheiden, wer ins Finale einzieht, sich die Möglichkeit offen hält, den Titel zu gewinnen. Da geht es um Ruhm, Ehre und viel Geld, warum dann auch nicht Gerechtigkeit? Verglichen mit den vielen Fahrzeugen mit Airbags, sind wir auch froh um jedes Fahrzeug, dessen Airbag nicht auslösen muss, aber wenn er es tut, dann sind wir alle froh, dass er da war und somit Schlimmeres verhindert hat. Genauso ist es beim VAR, die Auslösequote muss nicht hoch sein, aber jedes Mal wenn er auslösen muss, sind wir froh darüber, ihn zu haben.

Unterm Strich – welche Zukunft hat der VAR aus Ihrer Sicht?
In ein paar Jahren wird man sich nicht mehr großartig über ihn unterhalten, er wird dann ein Teil des Fußballs sein!

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