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Interview24.08.2018

Video-Assistent muss ganz normales Hilfsmittel werden

Was in der neuen Bundesliga-Saison besser wird

Marcel Schäfer, Sportdirektor VfL Wolfsburg Quelle: VfL Wolfsburg Marcel Schäfer Sportdirektor VfL Wolfsburg
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Wir dürfen bei aller Kritik ja nicht vergessen, wie viele strittige Entscheidungen eben auch durch den VAR bereits aufgeklärt worden sind", sagt VfL-Wolfsburg-Sportdirektor Marcel Schäfer mit Blick auf den Einsatz von Video-Assistenten in der Bundesliga. Der 34-Jährige ist mit dem VfL als Spieler im Jahr 2009 Deutscher Meister geworden, seit dem 1. Juli ist der ehemalige Nationalspieler Sportdirektor beim VfL.





In der vergangenen Bundesliga-Saison standen die Video-Assistent-Referees (VAR) häufig in der Kritik - bei der WM scheint es besser gelaufen zu sein. Was kann die Bundesliga lernen?
Ich denke, dass die Bundesliga nicht nur von der WM gelernt hat, sondern insbesondere auch aus den eigenen Erfahrungen der vergangenen Spielzeit entsprechende Lehren gezogen hat. Aber klar, die DFL hat den Einsatz des Video-Assistenten bei der WM in Russland intensiv analysiert und nun Maßnahmen ergriffen. So wie aber zu lesen war, hat etwa in Russland eine Überprüfung im Schnitt 80 Sekunden gedauert, in der Bundesliga in der Rückrunde nur noch durchschnittlich 53 Sekunden. Also nicht alles war bei der WM besser als bei uns.

Bei der WM wurden strittige Szenen auf Bildschirmen im Stadion gezeigt. Inwieweit könnte das auch eine Lösung für die Bundesliga sein?
Genau das wird ja nun geschehen. In der vergangenen Woche haben meine Kollegen des Stadion-TV an einer Schulung in Frankfurt teilgenommen, in der es darum ging, technische Hilfen auf den Stadionleinwänden für die Stadion-Zuschauer einzuführen, um die Entscheidungen der Unparteiischen besser zu verstehen. Das war sicher eines der Kernprobleme in der Premieren-Saison des VAR. Die Stadion-Regie kann ab der kommenden Saison textliche Erklärungen aus dem Video-Assist-Center (VAC) in Köln direkt in das Signal auf den Videoscreens einspielen um die Fans aufzuklären. Das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur vergangenen Saison.
 
Im Schnitt wurden bei der WM-Vorrunde – wie in etwa auch in der Bundesliga – knapp sieben Entscheidungen pro Spiel überprüft, 0,35 wurden tatsächlich geändert (Bundesliga 0,31). Lohnt sich der ganze Aufwand - und die Diskussion - überhaupt?
Natürlich, denn wir dürfen bei aller Kritik ja  nicht vergessen, wie viele strittige Entscheidungen eben auch durch den VAR bereits aufgeklärt worden sind. Er war eben für alle gewöhnungsbedürftig und leider auch anfällig für Fehler. Wir sollten aber alle ein Interesse daran haben, dass sich der VAR technisch weiter entwickelt und wir dann schon bald eben nicht über die Sinnhaftigkeit des Einsatzes diskutieren. Er muss, wie etwa beim American Football in der NFL, irgendwann ein ganz normales und von allen geschätztes, gängiges Hilfsmittel für die Referees auf dem Platz sein. Das wünschen wir uns alle.

Unterm Strich – welche Zukunft hat der VAR aus Ihrer Sicht?
Davon gehe ich ganz klar aus. Alle Beteiligten sollten die Technologie nun sukzessive weiter entwickeln. Wir, die Klubs, müssen dazu entsprechend informiert und abgeholt werden, dann kann es den Profi-Fußball am Ende nur gerechter und somit qualitativ besser machen.

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