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Interview12.05.2016

VW-Digitalchef krempelt die Autowelt um

Warum die Mobilität durch die digitale Transformation vor ihrer Neuerfindung steht

Johann Jungwirth, Leiter Digitalisierungsstrategie Volkswagen AG Quelle: Volkswagen AG Johann Jungwirth Bitte auswählen Volkswagen AG
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Die selbstfahrende Kino- oder Wellnessoase ist keine ferne Utopie mehr. Denn nicht nur das Automobil steht durch die digitale Transformation vor seiner Neuerfindung, sondern die Mobilität an sich. Daran glaubt der Digitalchef von VW, Johann Jungwirth, jedenfalls ganz fest. Wie sein Masterplan für den Wolfsburger Autobauer aussieht, verrät er im Interview auf Meinungsbarometer.info.





Herr Jungwirth, VW setzt künftig noch mehr auf die Kernkompetenzen Digitalisierung und Elektromobilität: Was steckt hinter dieser Strategie?
Vielen von uns ist noch gar nicht bewusst, in welch historisch bedeutender Zeit wir leben. Denn nicht nur das Automobil steht durch die Elektrifizierung und die digitale Transformation vor seiner Neuerfindung, sondern die Mobilität an sich.

Unsere Digitalisierungsstrategie hat sechs Bausteine. Sie stellt den Kunden in den Vordergrund der Überlegungen - mit dem neuen digitalen Erlebnis für den Nutzer. Dass Zweite ist die Digitalisierung der Produkte und Services. Drittens Smart Mobility, also unsere zukünftigen Mobilitätsplattformen und –Services. Dann der Themenkomplex Kundenbeziehung und Handel, das digitale Marketing, Online-Vertrieb und das entsprechende Ökosystem. Fünftes Thema ist Business 4.0, also die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, der Arbeitswelt, der Aus- und Weiterbildung. Und sechstens die Digitalisierung der Produktion mit Industrie 4.0.

Welche Fahrzeugkonzepte hat VW konkret für das digitale und selbstfahrende Auto auf der Agenda?
Die Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns sollen bei Kundenerlebnis, Interface-Design, Bedienlogik, neuen Innenraumkonzepten sowie Info- und Entertainment Best-in-Class sein. Das Fahrzeug wird also zu unserem besten Freund, der uns versteht, mit uns spricht, unser Verhalten und unsere Vorlieben lernt, um uns perfekt zu unterstützen. Mit dem Budd-e hat die Marke Volkswagen auf der CES bereits gezeigt wohin die Reise geht. Im Zeitalter der selbstfahrenden Fahrzeuge welches in Kürze beginnt werden wir sicher ganz neue Fahrzeugkonzepte erleben, beispielsweise Modelle mit Lounge-Charakter, als mein Büro, Kino oder auch Wellnessraum. Es ist vieles vorstellbar.

Inwiefern läuft es zukünftig auf einen Wettbewerb mit den IT-Konzernen um das Auto der Zukunft hinaus?
Der Riesenwettbewerbsvorteil für uns ist, dass wir die Hardware bereits beherrschen. Die Digitalisierung ermöglicht uns zudem die Schaffung eines Ökosystems über Konzernmarken und Produkte des Hauses hinweg in welchem die Kunden und Nutzer das beste Erlebnis im Wettbewerbsumfeld erhalten, so wie wir es aus den Ökosystemen um unsere Smartphones , PC’s und Home Entertainment kennen. Außerdem wird die Relevanz von Mobilitätsplattformen zum Buchen von Mobilität-on-Demand enorm zunehmen. Wir werden uns zu einem integrierten Hardware-, Software- und Services-Konzern weiterentwickeln um diesen Wandel zu bewältigen und neue Geschäftschancen und Umsatzpotenziale zu erschließen. Gleichzeitig sind Partnerschaften mit neuen Playern möglich.

Mit Blick in die Zukunft: Wie sollte in 10 Jahren die individuelle und urbane Mobilität organisiert sein?
Bis 2025 wird es in vielen Städten und Regionen der Welt ganz alltäglich sein, sich von A nach B in selbst-fahrenden Autos transportieren zu lassen. Künftig können wir damit auch Kindern, Blinden, Alten, Kranken und Menschen mit Behinderung einen Zugang zur individuellen Mobilität anbieten und damit die Lebensqualität aller Menschen signifikant erhöhen, den Verkehr sicherer machen und Menschenleben retten sowie den Menschen viel Zeit zurück schenken.

■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

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