Die Zwischenbilanz zur Elektroautoprämie fällt mit 1.234 Anträgen zum 21. Juli ernüchternd aus, woran liegt das nach Ihrer Einschätzung?
Die aktuellen Fahrzeugangebote sind offenbar noch nicht ausreichend attraktiv. Aber, was das Individuum nicht will, sollten die Steuerzahler auch nicht zahlen müssen. Die Kaufprämie ist falsch. Wichtiger wären Maßnahmen für den Ausbau der Infrastruktur und zur ursächlichen Kostensenkung der Fahrzeuge.
Welche Anreize könnten jetzt helfen, um die E-Mobilität voranzubringen? Welche Hausaufgaben müssen ggf. die Hersteller machen?
Um die E-Mobilität voranzubringen wäre es wirkungsvoller, Forschung und Entwicklung zu fördern sowie die Produktionstechnologie für günstigere Batterien, den Elektromotor, die Leistungselektrik und den Antriebsstrang – hier liegen die Kostensenkungspotenziale verborgen. Leider ist die Forschungsförderung in der Debatte um die Kaufprämie wieder in den Hintergrund gerückt. Hier können derzeit wichtige Hausaufgaben nicht gemacht werden.
Wie realistisch sind jetzt noch die Ziele der Bundesregierung bis 2020 zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität werden zu wollen?
Die quantitative Zielerreichung ist unrealistisch. Qualitativ sind wir auf dem richtigen Weg. Die Zeitachse wird sich verschieben, das ist kein Drama. Die Zeit sollte genutzt werden, um an den richtigen Stellen mit den richtigen Hebeln anzusetzen (Infrastruktur, Forschungsförderung, Investitionsbedingungen, steuerliche, rechtliche Rahmenbedingungen). Der VDMA hat darauf immer wieder hingewiesen.
Elektromobilität ist zudem nicht nur ein Thema für das Auto. Es geht um die Elektrifizierung des Antriebsstrangs in Fahrzeugen und neue Mobilitätskonzepte, insbesondere auch vor dem wachsenden Bewusstsein, Ressourcen zu schonen und möglichst nachhaltig zu wirtschaften. Der Maschinenbau wird diesen Wandel entscheidend prägen und mit seinen Produktionstechnologien ermöglichen.



