Menue-Button
Bericht03.09.2014

TV-Produzenten wollen bei Mediatheken künftig mitverdienen

Öffentlich-rechtliche Sender sollen Bezahlmarkt für Fernsehinhalte entwickeln

Die TV-Produzenten lehnen eine Ausweitung der 7-Tage-Frist in den Mediatheken ab Quelle: Frank Thürmer/CFT Video Berlin Alexander Hiller Redakteur Meinungsbarometer.info

Mit Skepsis und Unverständnis reagiert die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen auf die Pläne des Berliner Abgeordnetenhauses die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender aufzuwerten, in dem die umstrittene 7-Tage-Frist gekippt werden soll.

Wie Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer der Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen, dem maßgeblichen deutschen Produzentenverband, dem Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk sagte, „können und werden wir die Forderung der Politik nach einer Ausdehnung der Mediathekennutzung nicht unterstützen, da die Produzenten von der Forderung nicht profitieren, sondern sie schadet“. „Schließlich“, so Palmer weiter, „verdienen die Produzenten keinen Euro an der Mediathekennutzung, da diese nicht kommerziell sei“. Vielmehr führe nach Aussagen des Geschäftsführers eine ausgedehnte Mediathekennutzung dazu, den für die Produzenten unentbehrlichen Video-on-Demand-Markt zu beschädigen. „Wer soll schließlich eine attraktive Serie oder einen attraktiven Film noch käuflich als Video-on-Demand-Angebot erwerben, wenn er es in der Mediathek – insbesondere bei unbegrenzter Mediathekennutzung – umsonst sehen kann“, so Palmer.

In diesem Zusammenhang verwies der Interessenvertreter der deutschen Film und Fernsehproduzenten darauf, dass gerade die Video-on-Demand-Rechte als „der“ Wachstumsmarkt in einer Medienbranche gelten, bei denen zusätzliche Erlöse nur durch neue Geschäftsfelder zu generieren sind. Umso dringlicher ist die Forderung von Palmer an die öffentlichrechtlichen Programmveranstalter, endlich auch einen Video-on-Demand-Markt auf den Plattformen von ARD und ZDF zu entwickeln.

Dafür wäre es nach Auffassung der Produzentenallianz für eine kommerzielle Entwicklung des künftigen angestrebten Video-on-Demand-Marktes sinnvoll, wenn die inhaltlichen Rechte nicht durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk selbst oder deren Vertriebstöchter verwertet werden, sondern in den Händen der Produzenten läge. Ziel der deutschen Produzenten ist ein Lizenzmodell, bei dem primäre Senderechte dem Rundfunk als primären Auftraggeber eingeräumt werden, die Verwertung der Nichtrundfunkrechte allerdings beim Produzenten liegen.

Hintergrund der Diskussionen um die 7-Tage-Frist in den deutschen Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Programmveranstalter ist die Regelung, dass bislang Fernseh- und Radiobeiträge nur 7 Tage lang im Internet stehen dürfen. Danach müssen sie aus den Mediatheken gelöscht werden, so sieht es der Rundfunkstaatsvertrag vor. Die Forderung der Berliner Landespolitiker diese Frist zu streichen, wird damit begründet, dass die Zuschauer die entsprechenden Produktionen bereits mit ihren Beiträgen bezahlt hätten.

 

UNSER NEWSLETTER
Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN
■■■ DIESE FACHDEBATTEN KÖNNTEN SIE AUCH INTERESSIEREN
Uwe Schimunek

INITIATOR
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info

Uwe Rempe

INITIATOR
Uwe Rempe
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info

Dipl.- Journ. Thomas Barthel

INITIATOR
Dipl.- Journ. Thomas Barthel
Founder & Herausgeber
Meinungsbarometer.info

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.