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Interview07.02.2017

Renaissance des klassischen TV dank HD via Antenne?

Was die Umstellung auf DVB-T2 für Chancen birgt

Carsten Ovens, MdHB, Fachsprecher Digitale Wirtschaft der CDU-Bürgerschaftsfraktion Quelle: CDU-Bürgerschaftsfraktion Carsten Ovens MdHB CDU-Bürgerschaftsfraktion Hamburg
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Aus ökonomischen Gesichtspunkten macht es leider wenig Sinn, beide Signale parallel laufen zu lasse", sagt der Hamburger CDU-Medienpolitiker Carsten Ovens. Ernsthafte Engpässe bei der Geräteversorgung erwartet er aber nicht.





Nach Presseberichten waren kürzlich erst wenige 100.000 Empfänger für den neuen DVB-T2-Standard verkauft. Werden die Millionen Verbraucher nach der Abschaltung des alten Signals Ende März in die Röhre gucken?
Die entsprechenden Hinweise auf die Abschaltung laufen mit ausreichendem Vorlauf zum Stichtag. Es sollte also zumindest niemand ohne Vorwarnung in die Situation kommen, dass der Empfang weg ist. Schon allein aus ökonomischen Gesichtspunkten macht es leider wenig Sinn, beide Signale parallel laufen zu lassen. Gerade bei DVB-T2 Geräten sprechen wir außerdem auch, im Verhältnis zu anderen Empfängern, über relativ günstige Technik. Schließlich sollte auch nicht vergessen werden, dass beispielsweise die Digitale Dividende II erst durch das Ende von DVB-T möglich wird. Ein Teil der hierdurch freiwerdenden Frequenzen wurde schließlich für den Mobilfunk umgewidmet und versteigert, wodurch diese Mittel erst generiert werden konnten, die jetzt unter anderem in den Ausbau des schnellen Internets fließen, ein wichtiger Beitrag der CDU-geführten Bundesregierung zur Grundversorgung unseres Landes.

In Frankreich kam es bei der Umstellung im vergangen Frühjahr zu Lieferengpässen für die neuen Empfänger. Befürchten Sie ähnliches?
Von solchen Beispielen müssen wir, bzw. die entsprechenden Anbieter lernen und ich bin zuversichtlich, dass dies geschieht. Es ist nun einmal so, dass jeder von uns solche Anschaffungen auf den letztmöglichen Termin schiebt und dann zum Stichtag hin auf einmal die Nachfrage sprunghaft steigt.

Der alte DVB-T-Standard war ungefähr anderthalb Jahrzehnte aktuell. Welche Lebenszeit erwarten Sie für DVB-T2, das ein HD-Signal verbreitet?
Grundsätzlich hoffe ich natürlich, dass dieser Standard sich entsprechend lange hält und eine große Verbreitung erfährt. Die Probebetriebe, die ja lokal begrenzt schon seit Juni 2016 laufen, haben auf jeden Fall gezeigt, dass es eine gute Nachfrage gibt. Allerdings lässt sich aber in Zeiten des sich rasant beschleunigenden, technischen Wandels kaum sagen, welche Technologie mit welcher Lebensdauer am Markt sein wird.

DVB-T war in der Vergangenheit nicht zuletzt beim mobilen Einsatz beliebt. Welche Entwicklung erwarten Sie in Sachen DVB-T2 für Tablets oder Smartphones?
Dadurch, dass es jetzt möglich ist, ein Signal in HD-Qualität zur Verfügung zu stellen, werden die technisch ohnehin bereits bestehenden Möglichkeiten bei Tablets und Smartphones sicherlich zukünftig besser genutzt werden können. Hierdurch gewinnt die mobile Nutzung des Fernsehsignals auch grundsätzlich an Attraktivität, was für die Reichweite von Vorteil ist. Aktuell haben wir ja eher die Situation, dass sich jüngere Menschen weniger für das klassische Fernsehangebot interessieren. Durch ein besseres Angebot im mobile Bereich könnten wir hier sogar eine Renaissance erleben, wenn die Programme das auch inhaltlich unterstützen.

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