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Interview09.01.2017

Lieferengpässe wären peinlich für die Hersteller

Warum DVB-T2 lange on Air sein sollte

Stefan Gelbhaar, MdA, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen Berlin Sprecher für Verkehrspolitik (ÖPNV, Rad, Fuß), Medien- und Netzpolitik Quelle: Bündnis 90/ Die Grünen Berlin Stefan Gelbhaar Medienpolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen Bündnis 90/Die Grünen Berlin
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Auch vom Erfolg der Umstellung auf DVB-T2 wird abhängen, inwieweit weitere technische Neuerungen im TV-Empfangsbereich umgesetzt werden", prognostiziert der Grüne Medienpolitiker Stefan Gelbhaar. Eine Umstellung verursache Kosten und Elektromüll. Daher plädiert er dafür, "DVB-T2 länger zu betreiben."





Nach Presseberichten waren kürzlich erst wenige 100.000 Empfänger für den neuen DVB-T2-Standard verkauft. Werden die Millionen Verbraucher nach der Abschaltung des alten Signals Ende März in die Röhre gucken?
Ich denke, sehr viele Verbraucher*innen überprüfen DVB-T2 und mögliche Alternativen wie Kabel, Satellit oder Internet. Gerade auch wegen der Zusatzkosten für die Privatsender. Ausgeschlossen ist es aber nicht, dass auch der eine oder die andere trotz vieler Hinweise von der Umstellung überrascht wird.

In Frankreich kam es bei der Umstellung im vergangen Frühjahr zu Lieferengpässen für die neuen Empfänger. Befürchten Sie ähnliches?
Das wäre ehrlich gesagt sehr peinlich für die Hersteller. Denn wir sind jetzt ein Jahr weiter, die Umstellung kommt "mit Ansage", mit längerem Vorlauf und nicht überall auf einmal. Aber ganz auszuschließen ist das nicht, auch wegen der Vielfalt der Empfängergeräte.

Der alte DVB-T-Standard war ungefähr anderthalb Jahrzehnte aktuell. Welche Lebenszeit erwarten Sie für DVB-T2, das ein HD-Signal verbreitet?
Ob und wann DVB-T3 kommt, weiß ich nicht. Auch vom Erfolg der Umstellung auf DVB-T2 wird abhängen, inwieweit weitere technische Neuerungen im TV-Empfangsbereich umgesetzt werden. Allerdings erwarte ich, und kann auch nur dazu raten, DVB-T2 länger zu betreiben. DVB-T1 hat funktioniert, und so eine Umstellung kostet die Verbraucher*innen Geld und Zeit. Es wird eine Unmenge Elektromüll produziert, Umweltschutz geht uns aber alle an. Gerade in der Summe bringt das begründeten Widerspruch, und also muss eine erneute Umstellung gut begründet sein.

DVB-T war in der Vergangenheit nicht zuletzt beim mobilen Einsatz beliebt. Welche Entwicklung erwarten Sie in Sachen DVB-T2 für Tablets oder Smartphones?
Da bin ich gespannt. Die Anschaffungszyklen bei Smartphones und Tablets sind ja deutlich kürzer. Dass die Endgeräte längerfristig Nutzfunktionen verlieren, kann ich mir nicht vorstellen. Allerdings gibt es aktuell noch keinen portablen Stick für Laptops. Zudem kommen auch hier die monatlichen Kosten dazu. Auf den Seiten von Freenet.tv ist nicht herauszufinden, ob für jedes Gerät monatliche Kosten anfallen sollen, was kontraproduktiv wäre. So oder so werden die zumindest teilweise kostenfreien Netzangebote der TV-Anbieter beständig ausgebaut. Kein gutes Setting für ein kostenpflichtiges Angebot.

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