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Interview13.01.2017

DVB-T2-USB-Stick kommt im März

Wie die Lage auf dem Empfänger-Markt kurz vor der Umstellung ist

Kerstin Köder, MEDIA BROADCAST, Head of freenet TV Quelle: MEDIA BROADCAST Kerstin Köder Head of freenet TV MEDIA BROADCAST
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Die MEDIA BROADCAST verzeichnet wenige Wochen vor der Umstellung auf DVB-T2 rasant steigende "Anfragen bei unserem Kundenservice", wie Kerstin Köder, Head of freenet TV bei Deutschlands größtem Rundfunk-Serviceprovider.  Sie sieht alle Marktpartner in der Pflicht, "ihre Möglichkeiten zur umfassenden Information der Verbraucher noch intensiver zu nutzen".





Nach Presseberichten waren kürzlich erst wenige 100.000 Empfänger für den neuen DVB-T2-Standard verkauft. Was muss jetzt passieren, damit die Millionen Verbraucher nach der Abschaltung des alten Signals Ende März nicht in die Röhre schauen müssen?
Unsere Marketing-Kampagne kommt bei den Verbrauchern an! Das belegen die rasant steigenden Anfragen bei unserem Kundenservice, bei den Website-Zugriffen und auch beim Verkauf der Empfänger, die monatlichen Zuwachsraten liegen hier bei über 50%. Diese Zahlen müssen aber noch weiter steigen, damit der Umstieg für alle Verbraucher rechtzeitig erfolgen kann. Alle Marktpartner sind deshalb gefordert, ihre Möglichkeiten zur umfassenden Information der Verbraucher noch intensiver zu nutzen.

Hierzu gehört auch ein objektiver Vergleich derzeitiger Empfangswege, um die Kunden nicht zu verunsichern. So hat jüngst die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz DVB-T2 HD und freenet TV als preisgünstigen und technisch hochwertigen Empfangsweg empfohlen und DVB-T-Nutzer davor gewarnt, überteuerte Kabel- oder IPTV-Verträge abzuschließen, die derzeit von unseriösen Vertretern angeboten werden. Häufig werden auch Streaming-Angebote als Alternative zur Terrestrik genannt. Dabei wird aber meistens verschwiegen, dass die Programme der beiden großen privaten Sendergruppen damit nur in SD und nicht in HD zu empfangen sind, und das zu einem höheren Preis als bei freenet TV. Auf dem Smartphone mag das ok sein, auf dem großen TV-Gerät zuhause ist es aber nicht mehr zeitgemäß.

In Frankreich kam es bei der Umstellung im vergangen Frühjahr zu Lieferengpässen für die neuen Empfänger. Befürchten Sie Ähnliches hierzulande?
Ja, aus heutiger Sicht könnte es passieren, dass die Händler kurz vor Umstellung nicht ausreichend Geräte für über 3 Millionen betroffene Antennenzuschauer vorrätig haben. Das hat mehrere, miteinander zusammenhängende Gründe, unter anderem fehlende Erfahrungswerte im Handel, das Kaufverhalten der Konsumenten und die Lieferzeiten der Hersteller.

Der alte DVB-T-Standard war ungefähr anderthalb Jahrzehnte aktuell. Welche Lebenszeit erwarten Sie für DVB-T2, das ein HD-Signal verbreitet?
Mit der Festlegung der beteiligten Projektpartner, bei der Einführung von DVB-T2 in Deutschland den Komprimierungsstandard HEVC (H.265) zu verwenden, wurde eine mutige, aber weitsichtige Entscheidung getroffen. Die Kombination von DVB-T2 und HEVC ermöglicht es, die HD-Signale im bestmöglichen HDTV-Qualitätsformat 1080p zu übertragen, was heute kein anderer Verbreitungsweg in Deutschland bietet, auch UHD-Übertragungen sind technisch machbar. Somit werden DVB-T2 HD und freenet TV auch in den kommenden Jahren „state of the art“ sein. Auch die regulatorischen und vertraglichen Rahmenbedingungen sichern DVB-T2 HD als Verbreitungsmedium über die kommende Dekade hinaus.

DVB-T war in der Vergangenheit nicht zuletzt beim mobilen Einsatz beliebt. Welche Entwicklung erwarten Sie in Sachen DVB-T2 für Tablets oder Smartphones?
Ende März werden wir einen USB-Stick auf den Markt bringen, mit dem man alle privaten und öffentlich-rechtlichen Programme in Full-HD auf windows-basierten PC‘s und portablen Geräten mit USB-Schnittstelle empfangen kann. Im Sommer folgen dann ein Software-Update für MAC OS und weitere Hardware für Android/iOS-Geräte. Damit bleiben DVB-T2 HD und freenet TV weiterhin erste Wahl beim portablen TV-Empfang.

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