Inwieweit sehen Sie das Kooperationsmodell zwischen der BLM und dem Bayerischen Rundfunk als Vorbild für andere Länder?
Das bayerische Kooperationsmodell zwischen dem BR und der BLM kann in den Ländern Beispiel gebend sein für eine Zusammenarbeit zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und der privaten Seite bei der Entwicklung von DAB+, in denen für den privaten Bereich genügend freie Kapazitäten zur Verfügung stehen. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Klar ist, damit DAB+ zu einem Erfolg wird, brauchen wir einen fairen Wettbewerb im dualen System. Und da die Netze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ja bereits von allen Rundfunkteilnehmern durch ihre Beiträge finanziert sind, ist es nur angemessen, dass sie auch den privaten Marktteilnehmern dort wo es möglich ist zumindest für eine Übergangsphase zur Verfügung stehen. Zumal für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dadurch keine Mehrkosten entstehen. Bayern ist Vorreiter bei DAB+ in Deutschland.
Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?
Bereits vor dem aktuellen Kooperationsmodell haben der BR und die BLM in Sachen DAB+ sehr gut zusammengearbeitet. Beide wollten wir von Anfang an die Entwicklung von DAB+ voranbringen. Und wir hatten und haben die Unterstützung der Politik. Aktuelles Beispiel ist die Förderung der Digitalisierung der privaten Hörfunkangebote in Bayern durch den Bayerischen Landtag. Diese positive Grundhaltung hat dazu geführt, dass es in Bayern mehr DAB+-Programme als anderswo gibt. Und das wiederum sorgt dafür, dass sowohl die Geräteausstattung als auch die Nutzung höher ist als in anderen Ländern. Die Anzahl der DAB+ -Geräte und die Nutzung der DAB+ -Programme steigen, die Vermarktung hinkt immer noch hinterher.
Welche Schritte sind notwendig, um die Vermarktung zu verbessern?
Die Wirtschaftlichkeit von DAB+-Radioprogrammen bleibt derzeit noch hinter der generellen Entwicklung von DAB+ zurück. Sie spiegelt bislang nicht wider, welche Bedeutung Digitalradio für Hörer, Programmlandschaft und die Zukunftsfähigkeit der gesamten Hörfunkbranche bereits erlangt hat. Um die Vermarktungschancen zu verbessern ist die kontinuierliche Reichweitenmessung der DAB+-Programme nach den etablierten Marktstandards nötig. Die Ausweisung von Reichweiten für DAB+-Programme, welche die Arbeitsgemeinschaft Media Analyse (agma) für 2018 in Aussicht gestellt hat, ist daher der nächste wichtige Meilenstein für die Entwicklung von DAB+ und die Digitalisierung des Hörfunks. Darüber hinaus wäre es von großer Bedeutung, dass die deutschen Automobilhersteller der positiven Entwicklung von DAB+ endlich Rechnung tragen würden, in dem sie in ihren Modellen DAB+-Autoradios als Standard anbieten und nicht wie heute nur optional mit zum Teil hohen Aufpreisen.

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