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Kolumne30.05.2008

Neustart für digitales Radio erst 2010 möglich?

Kolumne von Sebastian Artymiak, VPRT Medientechnologie

Sebastian Artymiak, VPRT Medientechnologie Quelle: VPRT Alexander Hiller Redakteur Meinungsbarometer.info

Wenn nun keiner mehr vom „Big Bang“ sprechen möchte, muss man sich die Frage stellen, inwieweit die bundesweiten und landesweiten/ regionalen Multiplexe nun zeitnah zusammenhängend in den jeweiligen Regionen starten sollen oder nicht. Vom gescheiterten DAB-Start konnte man lernen, dass mehr als ein Multiplex mit attraktiven Programmen zeitnah starten muss. Falls dies nun wieder nicht funktioniert, wird der zweite Digitalradio Versuch wieder scheitern. Der Start der Aufschaltung der Programme und der Kommunikation an den Kunden verbunden mit dem Marketing macht erst Sinn, wenn ein gewisser Anteil der Bevölkerung in der Lage ist, die neu aufgeschalteten Programme zu empfangen. Somit sind Mindestanforderungen zu definieren, die festlegen, wie viel Prozent der Bevölkerung mit welcher Versorgungsqualität versorgt werden. Daneben muss auch festgelegt werden, wie sich die drei Startmultiplexe zueinander verhalten und ob daran festgehalten wird, dass alle drei Multiplexe zeitnah starten.

Für genaue Planungen ist es wichtig zu wissen, welche Zeiträume für Bestell- und Lieferzeiten, Aufbau, Test und Inbetriebnahme des Sendernetzes notwendig sind. Der Sendernetzbetreiber wird erst mit dem Sendernetzaufbau starten, wenn Verträge mit dem medienrechtlich zugewiesenen Nutzer der Kapazitäten unterzeichnet worden sind bzw. sich ein entsprechend legitimierter Plattformbetreiber bereit erklärt, die Kosten zu übernehmen. Im Zeitplan der ALM-Leitlinien vom November 2007 wurde geschätzt, dass es ab 12/09 zu einem Start des Aufbaus der bundesweiten, landesweiten und regionalen Versorgungsstrukturen kommen soll. Ab dem Start wird ein bislang unbestimmter Zeitraum vergehen, bis notwendige Mindestanforderungen erreicht sind. Der VPRT plädiert hier für eine detaillierte Aufstellung der Zeiträume für den Aufbau des Sendernetzes bis zu Erreichung der Mindestanforderungen (dann wahrscheinlich in 2010).

Mit den Details zu den Zeiträumen des Sendernetzaufbaus und den aktuellen Entwicklungen (Sachstand Bedarfsanmeldung, Call for Interest, weitere Abfragen der verschiedenen Landesmedienanstalten) sollte der gesamte Zeitplan nochmals überarbeitet und aktualisiert werden. Auf Basis des Zeitplanes aus den ALM-Leitlinien vom November 2007 ist bereits zu erkennen, dass der Call for Interest bereits im März 2008 hätte abgeschlossen sein müssen. Eine Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse im Mai 2008 ist somit bereits eine Herausforderung. Der VPRT plädiert für eine Einarbeitung dieser ersten Verzögerungen  und Berücksichtigung weiterer absehbarer Tendenzen, inkl. der Ausarbeitung eines Zeitplanes bis zum Erreichen der Mindestanforderungen.

Da ein neues Sendernetz nur sukzessive aufgebaut werden kann, wird es nicht zu einem „Big Bang“ im Sinne von ‚alle Multiplexe gehen flächendeckend gleichzeitig an den Start’ kommen können. Ziel muss aber weiterhin sein, möglichst parallel zu den bundesweiten Netzen auch die landesweiten und regionalen Netze aufzubauen und mit „möglichst vielen Pogrammen an möglichst vielen Orten“ gleichzeitig zu starten.

Für die Koordinierung der vielen verschiedenen Maßnahmen sollte ein Projektbüro eingerichtet werden. Hierzu sollten finanzielle Mittel von den Landesmedienanstalten genutzt werden. Die Finanzierung eines Projektbüros sollte unabhängig von weiteren Maßnahmen einer „Anschubfinanzierung“ erfolgen.

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