Wie bewerten Sie die neue Kaufprämie der Bundesregierung für E-Autos?
Prinzipiell ist es so, dass staatliche Eingriffe generell eher vorsichtig zu bewerten sind. Allerdings kann im aktuellen Fall ein solches Anreizsystem für Elektroautos tatsächlich dazu beitragen, den richtigen Impuls zu setzen, um die bisherigen Kaufbarrieren entsprechend zu lockern. Deshalb unterstützen wir im Allgemeinen die Elektroprämie. Natürlich ist es ebenso wichtig, die Ladeinfrastruktur schnell auszubauen – auch um privaten und gewerblichen Nutzern die teilweise psychologischen Barrieren zu nehmen.
Ist die Forcierung der Elektromobilität sinnvoll oder wären alternative bzw. die Optimierung bestehender Antriebssysteme besser?
Ich bin der Ansicht wir dürfen nicht das eine tun und das andere lassen. Sondern es wird darauf hinauslaufen, dass wir bei den bestehenden Verbrennungsmotoren weiter optimieren müssen und das durch die gesamte Branche hinweg. Der Elektroantrieb wird künftig eine wichtige Komponente sein, vor allem für Ballungsgebiete, wo Elektroantriebe sicher sehr förderlich sind. Gerade auch, um die lokalen Schadstoff- und Lärmemissionen einzudämmen und zu reduzieren. Mittelfristig werden auch die Themen Wasserstoff und Brennstoffzelle vermehrt in den Fokus rücken. Allerdings bedarf das hier noch einiger Vorbereitungen. Auch dabei wird sich über kurz oder lang die Frage stellen, wie wir den Aufbau einer vernünftigen Ladeinfrastruktur bewältigen können. Der Schlüssel für eine saubere Energiebilanz, egal ob Elektro- oder Brennstoffzelle, ist aber letztlich, wie wir bei den alternativen Antrieben an saubere regenerativ erzeugte Energien kommen. Sonst habe ich zwar lokal keine Emissionen mehr aber dafür an anderer Stelle bspw. bei der Stromerzeugung. Somit kämen wir dem Ziel der Verbesserung der weltweiten Klimabilanz nicht näher, sondern hätten das Problem nur verlagert.
Welche Fahrzeuge bieten Sie derzeit im E-Segment an?
Wir haben vor über einem Jahr bereits den Kia Soul EV als reines Elektrofahrzeug auf den Markt gebracht, darauf sind wir sehr stolz. Denn der Kia Soul EV ist ein Fahrzeug, bei dem der Kunde auf nichts verzichten muss. Er hat 5 Sitzplätze, 5 Türen, einen vollwertigen Kofferraum, viele Komfortelemente und obendrein eine ordentliche Reichweite von über 200 Kilometer. Interessant sind auch die Rückmeldungen, die wir von unseren Kunden bekommen. Zum einen sind die Käufer fasziniert vom attraktiven Fahrverhalten, andererseits erzieht aber auch das Fahrzeug den Nutzer. So entwickeln viele Fahrer einen regelrechten Ehrgeiz, die Reichweite des Elektroautos zu maximieren.
Welche Planungen haben Sie in Bezug auf E-Fahrzeuge?
Im Herbst werden wir in Europa unseren ersten Plug-in-Hybriden auf den Markt bringen. Dieser basiert auf der Mittelklasselimousine Kia Optima und verbindet damit die Themen Elektromobilität und Fahrdynamik. Im kommenden Jahr planen wir zwei weitere Plug-in-Hybridfahrzeuge für den deutschen Markt. Bis 2020 werden wir weltweit mit insgesamt 11 Fahrzeugen präsent sein, die besonders emissionsarm sind, von Plug-in-Hybriden über Elektro- bis hin zu Brennstoffzellenfahrzeugen.



