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Interview14.07.2016

Ex-MDR-Sportchef kritisiert Livestreams der ARD

Warum die Drittligisten viel Geld verlieren und die Zuschauer ausbleiben

Wilfried Mohren, Pressesprecher FC Rot-Weiß Erfurt Quelle: F. Steinhorst Wilfried Mohren Pressesprecher FC Rot-Weiß Erfurt
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Der Ex-MDR-Sportchef und Pressesprecher von Rot-Weiß Erfurt, Wilfried Mohren, kritisiert massiv die 3.Liga-Liveberichterstattung der ARD-Anstalten im Internet. Diese ginge zu Lasten der Vereine, da die ARD nichts für die Livestreams zahlt. Mohren fordert jetzt den DFB auf, bei den TV-Verhandlungen die Interessen der Drittliga-Vereine besser zu vertreten. Ansonsten drohe ein noch größer werdendes finanzielles Ungleichgewicht zu den DFL-Klubs der  1. und 2. Bundesliga.





Die Dritten Programme der ARD haben viele Live-Übertragungen im TV und per Internet-Live-Stream zur neuen Saison angekündigt. Welchen Stellenwert hat für Ihren Verein die Berichterstattung in den 3. Programmen? Wie oft erwarten Sie, dass Ihr Verein live zu sehen ist?
Generell hat TV Berichterstattung für jeden Verein immer einen hohen Stellenwert. Zu umfängliche Übertragungen können aber ihrem Zweck auch entgegenwirken.

Einige Vereine haben in der Vergangenheit Einbußen an Zuschauer-Einnahmen befürchtet, wenn zu viele Spiele im TV zu sehen sind. Wie sind Ihre Erfahrungen aus den letzten Jahren und was denken Sie in Bezug auf die kommende Saison?
Selbstverständlich haben die Klubs Einbußen. Wenn man an einem kalten, verregneten Novembertag (diese Tage gibt es auch zu anderen Jahreszeiten) die Wahl hat, dann entscheiden sich viele Leute für die Tasse Kaffee im heimischen Wohnzimmer vor dem Bildschirm. Das haben uns schon viele Leute bestätigt, auch wenn es an einer für die gesamte 3. Liga empirischen Erhebung bisher mangelt. Das kostet die Leute nichts und ist bequem. Die 3.Liga, die auf jeden Besucher angewiesen ist, trifft dies weit mehr als die DFL-Vereine. Das eigentliche Problem, das ich auf DFB-Tagungen schon persönlich angemerkt habe, ist der Live-Stream. Der ist im Grunde für die 3. Liga so etwas wie Sky für die Bundesliga. Der Unterschied: Sky zahlt dafür, Die ARD nicht. Somit entgeht der 3. Liga Geld, was den Abstand zur DFL vergrößert. Der DFB müsste hier bei den TV-Verhandlungen mehr die Interessen der Vereine vertreten und sagen: „Wenn ihr vom Fernsehen jedes Wochenende zahlreiche Spiele im Lifestream anbietet, dann kostet das einfach mehr“. So aber passiert nichts. Man verschenkt das „Recht“ und das geht zu Lasten der Vereine. Bei den Verhandlungen der DFL für die 1. Und 2. Bundesliga mit den Sendern undenkbar. Das macht die Vertretung unserer Klubs durch den DFB gegenüber dem TV doppelt misslich, da bisher auch noch kein Liga Sponsor gefunden wurde. Die 3. Liga ist in diesen beiden Feldern nicht gut vertreten.

Durch die Übertragungen sind die Sponsoren länger und öfter im TV und im Live-Stream präsent. In welchem Umfang hilft das bei der Akquise von Sponsoring-Erlösen?
Bei uns : Überhaupt nicht, oder jedenfalls nicht nennenswert. Keiner unserer Sponsoren stellt mehr Werbefläche hin oder sagt, dass ihm die Übertragungen wirklich helfen. Dafür agieren sie zu regional und sind bspw. im Erfurter Raum auch ohne TV bekannt genug.

Bei Auswahl der Live-Spiele ist auch von journalistischen Kriterien die Rede. Sind Sie dazu im Gespräch mit den zuständigen Redaktionen? Mit welchen Vorlauf erfahren Sie von geplanten Live-Sendungen? Waren Sie in der Vergangenheit zufrieden mit der Auswahl?
Ja das stimmt. Wir sind im Gespräch und die TV-Entscheidungen sind in aller Regel in Ordnung. Das TV darf die Tabellenkonstellation nicht aus den Augen lassen. Wir sind in der Vergangenheit angemessen berücksichtigt worden.

Die öffentlich-rechtlichen Programme berichten über Fußball auch ausführlich in ihren Hörfunkwellen. Welche Bedeutung hat das Radio für Ihren Verein?
Radio ist ein unmittelbares Medium und MDR-Info in unserem Sendegebiet bekannt. Wir schätzen sehr, was da gemacht wird, ebenso wie unsere Anhänger. Werbung spielt hier keine Rolle. Dafür Emotion. Und die gehört zum Fußball.

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