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Deutschlands Games-Branche droht den Anschluss zu verlieren

Was die neue Bundesregierung jetzt tun muss

Martin Lorber, PR Director und Jugendschutzbeauftragter, Electronic Arts Quelle: EA Martin Lorber Director Electronic Arts 17.04.2018
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Wegen schlechter Fördermöglichkeiten "ist Deutschland als Standort für Games-Entwicklung ohne entsprechende Strukturen auf Bundesebene nicht wettbewerbsfähig und die Unternehmen daher klar im Nachteil", sagt Martin Lorber vom Branchenriesen Electronic Arts. Er wünscht sich daher u.a. eine "automatisierte, systematische und spezifische Förderung durch den Bund."







Die neue Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag die Games-Branche stärken und damit für angemessene Wettbewerbs-Bedingungen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sorgen. Wie groß ist der Nachteil für deutsche Unternehmen in diesem Bereich bislang?
Der Umsatzanteil deutscher Games-Entwicklungen am Gesamtmarkt für Games in Deutschland beträgt nur rund 6 Prozent. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Deutschland als Entwicklungsstandort für Games den Anschluss an die internationale Entwicklung dieses Zukunftsmediums zu verlieren droht. Auf der anderen Seite kann man erkennen, dass andere Länder und Regionen, wie zum Beispiel Québec/Kanada nicht zuletzt aufgrund einer substantiellen und nachhaltigen Förderpolitik sich zu den weltweit größten Games-Produktionsstandorte mit zehntausenden Arbeitsplätzen entwickelt haben. Auch viele andere Länder mit einer bedeutenden Games-Industrie verfügen über Fördermodelle – auch in der Europäischen Union. Im Vergleich zu diesen Ländern, die umfangreiche, nachhaltige und erfolgreiche Games-Fördersysteme aufgebaut haben, ist Deutschland als Standort für Games-Entwicklung ohne entsprechende Strukturen auf Bundesebene nicht wettbewerbsfähig und die Unternehmen daher klar im Nachteil.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll unter anderem der Deutsche Computerspielpreis weiterentwickelt werden. Was ist bei dem Preis aus Ihrer Sicht verbesserungswürdig?
Einzelförderungen und Prämierungen sind eine wichtige Säule der Games-Förderung. Daher sollten die Preisgelder beim Deutschen Computerspielpreis, der sich in der Vergangenheit insgesamt sehr gut entwickelt hat, gesteigert werden. Daneben sollten Prototypen- und Projektförderung sowie ausgebaut und bestehende Investitions- und Förderprogramme auch für Games-Unternehmen geöffnet werden.

Außerdem sollen die E-Sports aufgewertet werden. Was kann die Politik da tun?
Aus meiner Sicht geht es hier vor allem um die gesellschaftliche Anerkennung von eSports als Sport, um die Frage der Gemeinnützigkeit der Arbeit der Vereine und die leichtere Vergabe von Visa für internationale Sportler.

Welche weiteren konkreten Maßnahmen würden Sie befürworten?
Neben der Einzelförderung von Games gibt es noch zwei weitere wichtige Säulen bei der Förderung des Games-Standort Deutschland: Zum einen die ideelle Förderung. Im Mittelpunkt stehen hierbei die bessere Vernetzung, Beratung und Sichtbarkeit insbesondere von kleinen Unternehmen und Startups der deutschen Games-Branche. Bestehende Angebote wie die Unterstützung bei Auslands-Messen müssen ausgebaut und um branchenspezifische Aspekte ergänzt werden. Die dritte Säule wäre eine automatisierte, systematische und spezifische Förderung durch den Bund. Denkbar wären zum Beispiel ein steuerliches Fördermodell, eine Investitionszulage oder ein Förderfonds.

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