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17.02.2019
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DANK DAB+ WURDE NATIONALE VERBREITUNG MÖGLICH

Wie sunshine live die Herausforderungen des Marktes sieht

Petra Lemcke, Geschäftsführerin, sunshine live GmbH & Co.KG

Petra Lemcke, Geschäftsführerin, sunshine live GmbH & Co.KG [Quelle: sunshine live]


"Es ist kein Geheimnis, dass es regionale oder auch lokale DABplus-Anbieter nach wie vor etwas schwerer haben", sagt die Geschäftsführerin von sunshine live, Petra Lemcke. Als Sender für elektronische Musik sei ihr Programm immer ein Nischenangebot, das nur bei nationaler Verbreitung genügend Reichweite erzielen kann. "DABplus hilft uns dabei, die nationale Markenstrategie umzusetzen."


In Bayern hat ein Regionalsender die DAB+ Verbreitung aufgeben müssen. Wie schätzen Sie die Lage regionaler Anbieter auf DAB+ ein?
Es ist kein Geheimnis, dass es regionale oder auch lokale DABplus-Anbieter nach wie vor etwas schwerer haben. Zum einen gilt es trotz immer noch überschaubarer Gerätedurchdringung, Reichweite in einem größer werdenden Audiomarkt aufzubauen. Auf der anderen Seite muss diese Reichweite dann auch noch im Rahmen der Media Analyse ausgewiesen werden. Hier gelten die bekannten und bewährten Rahmenbedingungen. Die Ausweisung innerhalb der ma ist für alle Radiosender die Grundlage für die Reichweitenvermarktung, weshalb es eben kleinere Sender stärker herausfordert als größere, etablierte Sender.
 
Regionale DAB+ Sender und auch Programmanbieter aus dem bundesweiten DAB+ Multiplex fordern, in die Vermarktung der beiden großen Anbieter RMS oder AS&S aufgenommen zu werden. Das ist gerade für Veranstalter, die nicht zusätzlich im UKW senden, eine schwierige Hürde. Wie kann diese Blockadehaltung Ihrer Meinung nach aufgebrochen werden oder braucht es hier ggf. auch eine Regulierung, um die DAB+ Sender zu stärken?
Wir sind mit sunshine live kein Gesellschafter der RMS, weshalb ich zu einer von Ihnen angedeuteten Blockadehaltung nichts sagen kann. Grundsätzlich gibt es ja klare Auflagen oder Anforderungen an Sender, die in die Vermarktung aufgenommen werden wollen. Sobald diese erfüllt sind, sollte es da auch keine Probleme geben.
 
Mit sunshine live sind Sie seit vielen Jahren im DAB+ etabliert und auch im bundesweiten DAB+ Ensemble präsent – im Gegensatz zu einigen Ihrer Radio-Mitveranstaltern haben Sie keine Vermarktungs-Probleme. Wieso sind Sie in dieser komfortablen Situation?
sunshine live erfüllt seit knapp 20 Jahren die Aufnahmebedingungen der RMS, war auch schon vor der DABplus-Verbreitung in der ma ausgewiesen, da der Sender ja eine UKW- und Kabelgeschichte hat. DABplus hilft uns seit vielen Jahren, die Reichweite zusätzlich und nachhaltig zu steigern.
 
Radio-Anbieter im DAB+ beklagen, dass die MA zu wenig auf kleine Sender und auch DAB+ only Sender zugeschnitten ist. Wie könnten die Reichweiten von solchen Sendern besser abgebildet werden?
Wie dies genau funktionieren kann, diskutieren die ag.ma-Gremien-Vertreter mit den gewählten Marktforschern, da dies vor allem methodische Fragstellungen betrifft. Wir sind natürlich daran interessiert, wie DABplus-Sender sich entwickeln. Einer unserer großen mittelbaren Gesellschafter, die REGIOCAST, unterstützt daher seit langem entsprechende Pilotstudien, die gemeinsam mit der ag.ma durchgeführt werden.
 
Insbesondere Anbieter, die regionale Programme über DAB+ verbreiten, haben Probleme - dagegen wachsen andererseits via DAB+ nationale Programm-Marken heran. Wie könnte DAB+ den traditionell stark regional geprägten deutschen Radiomarkt verändern?
Aus Sicht von sunshine live freuen wir uns natürlich über die positive Entwicklung. Als Sender für elektronische Musik waren wir immer ein Nischenangebot, das nur bei nationaler Verbreitung genügend Reichweite erzielen kann. DABplus hilft uns dabei, die nationale Markenstrategie umzusetzen. Daneben bedienen wir aber natürlich auch die Verbreitung via IP, also über App und Webseite. Grundsätzlich sind wir sehr froh, dass mit der Einführung von DABplus in 2011 endlich auch für Privatradio in Deutschland eine nationale Verbreitung möglich wurde. Dieser Paradigmenwechsel hilft unseres Erachtens der gesamten Gattung, da sich damit völlig neue Angebote entwickeln und diese dabei auch wirtschaftlich arbeiten können. Für die regionalen Angebote bedeutet dies aber meines Erachtens keinen Nachteil, da diese sich weiter auf ihre Kernkompetenzen im Regionalen fokussieren können. Insofern schafft DABplus de facto europäische Normalität, da in den meisten Ländern nationalen Programmmarken seit langem etabliert sind.