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Interview11.05.2016

Bundesregierung schafft Grundlage für Elektromobilität in Deutschland

Warum der Geschäftsführer des VDA mit dem Maßnahmenpaket aus Berlin zufrieden ist

Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des VDA Quelle: Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) Dr. Kay Lindemann Geschäftsführer VDA
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Die Zahlen des VDA überraschen: Über 14 Milliarden Euro hat die deutsche Automobilindustrie in den vergangenen Jahren in die Elektromobilität investiert und sie ist mit 30 Serienmodellen im Markt einer der weltweiten Leitanbieter. Trotzdem herrscht auf dem deutschen Markt noch immer eine gähnende Nachfrageflaute für E-Autos. Daher begrüßt der Geschäftsführer des VDA, Dr. Kay Lindemann, jetzt die neue Kaufprämie der Bundesregierung als wichtigen Impuls für die Elektromobilität in Deutschland.





Wie bewerten Sie die neue Kaufprämie der Bundesregierung für E-Autos?
Diese Art „Starthilfe“ ist nötig, solange das E-Auto wegen der hohen Batteriekosten noch teurer ist als ein konventioneller Pkw. Es geht ‎um einen auf wenige Jahre begrenzten Anschubimpuls. Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Gesamtpaket aus direkter Förderung, Investitionen in die Ladeinfrastruktur und der Beschaffungsinitiative der öffentlichen Hand ist richtig, denn es schafft die Grundlage dafür, dass sich Elektromobilität in Deutschland etabliert. Schaut man auf die internationalen Märkte, zeigt sich: Überall dort, wo der Staat Kaufanreize setzt, wächst die Elektromobilität schneller.

Ist die Forcierung der Elektromobilität sinnvoll oder wären alternative bzw. die Optimierung bestehender Antriebssysteme sinnvoller?
Für eine integrierte Klima-, Mobilitäts- und Rohstoffstrategie ist die Elektromobilität eine Schlüsseltechnologie, denn E-Autos erzeugen so gut wie kein CO2 – insbesondere dann, wenn sie mit regenerativ produziertem Strom versorgt werden. Die deutsche Automobilindustrie setzt aber nicht nur auf das E-Auto, sondern verfolgt seit Jahren eine Fächerstrategie: Parallel zur Entwicklung der E-Mobility optimierten wir Benziner und Diesel und forschen weiter an der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

Wie gut sind die deutschen Hersteller in Bezug auf E-Autos aufgestellt? Wie sehen die Planungen der Hersteller aus?
Die deutsche Automobilindustrie hat in den vergangenen Jahren 14 Milliarden Euro in die Elektromobilität investiert und ist mit 30 Serienmodellen im Markt einer der weltweiten Leitanbieter. In Ländern wie den USA, Norwegen oder den Niederlanden etwa haben die deutschen Hersteller einen E-Marktanteil von 20 bis 50 Prozent. Das zeigt, unser Angebot trifft die Wünsche der Kunden. In den kommenden Jahren werden Hersteller und Zulieferer ihre globale Elektromobilitätsoffensive mit Milliardeninvestitionen weiter vorantreiben.

Welche Marktpotentiale sehen Sie national für E-Fahrzeuge?
Aktuell liegt der Marktanteil von Elektrofahrzeugen in Deutschland bei unter einem Prozent, im Jahr 2015 bei etwa 0,7 Prozent. Wenn die jetzt beschlossenen Maßnahmen rasch umgesetzt werden, wird der Markthochlauf beschleunigt, so dass in den nächsten Jahren eine hohe sechsstellige Zahl von E-Fahrzeugen auf unseren Straßen fahren wird.

Wie schätzen Sie die Akzeptanz und Nutzungspotenziale der Elektromobilität grundsätzlich für den Individualverkehr ein? Wird das E-Auto künftig Normalität oder bleiben die E-Autos teure Hightechfahrzeuge?
Momentan versperrt der hohe Anschaffungspreis den Stromern noch den Weg in den Massenmarkt. In den kommenden Jahren werden die Preise werden sinken. Bis 2025 erwarten wir eine Halbierung der Kosten gegenüber heutigen Batteriemodellen. Zudem hängt der künftige Erfolg der Elektrofahrzeuge maßgeblich vom Aufbau der Infrastruktur ab. Die Reichweite eines Elektroautos ist aber schon heute für etwa 90 Prozent aller geplanten Fahrten ausreichend. Denn die durchschnittliche Tagesfahrleistung in Deutschland beträgt nur 22 Kilometer.

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