Welche Rolle spielt heute noch der klassische Verkehrsfunk in Ihren Hörfunkprogrammen?
Nach wie vor erfreut sich der gesprochene ON-AIR-Verkehrsservice größter Beliebtheit bei den Hörern aller Radioprogramme des MDR. Neben der Verkehrsleitwelle MDR JUMP, die sowohl einen vollwertigen aktuellen Verkehrswarndienst als auch eine umfängliche Reisebetreuung bietet, senden die zentralen Programme wie MDR AKTUELL, MDR KULTUR und MDR SPUTNIK sowie MDR KLASSIK einen hochwertigen Verkehrsservice.
Unsere Landesprogramme aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zeichnen sich durch regionale Kompetenz, Schnelligkeit sowie hintergründige Informationsvermittlung aus.
Inhalte des gesendeten Verkehrsservice sind unter anderem:
- Stau- und Blitzerinformationen bis über die Landesgrenzen hinaus
- aktuelle Stauzeiten und Hintergründe zu allen relevanten Verzögerungen im regionalen Verkehr und auf den Fernstrecken
- Umleitungsinformationen, P&R-Empfehlungen bei Großevents
- Bewertung, Einschätzung der gesamten Verkehrslage
- eigenrecherchierte Hintergrundinformationen zum Geschehen vor Ort
- Ferienreiseverkehr, mit Blick auf die bundeweiten Routen
- aktuelle, neue und beendete Baustellen
In welchem Umfang setzen Sie zudem auf digitale Verkehrsservices über Apps, TPEG oder audiovisuelle Aufbereitungen im Web?
Mit großem redaktionellen Aufwand werden multimedial alle Informationen aufbereitet und über folgende Ausspielwege zur Verfügung gestellt:
- per MDR-TMC-Stream für Navigationsgeräte, was eine dynamische Verkehrsführung auf Basis unserer Informationen ermöglicht.
- sämtliche MDR Apps und Internetangebote für alle Mobilgeräte und Hauptbetriebssysteme mit einen regional personalisierbaren Überblick über sämtliche Staus und Blitzer, Dauerbaustellen im Sendegebiet, aktuelle Veranstaltungen und Störungen auf Autobahnen bundesweit
- seit einigen Jahren den gesamten Meldungsbestand im TPEG-Protokoll über DAB+ (schneller, granularer, stärker im Vergleich zu TMC, dem UKW-Format)
Gibt es Überlegungen, den Verkehrsfunk zugunsten neuer Technologien zurückzufahren? Inwieweit treiben Sie einen Transformationsprozess beim klassischen Verkehrsfunk mithilfe der Digitalisierung voran?
Nein - Beliebtheit und Wichtigkeit des ON-AIR-Verkehrsservice sind unverändert groß. Die gesprochene, persönliche Betreuung von Mensch zu Mensch in problematischen Verkehrssituationen, die Versorgung mit erklärenden Hintergründen und Empfehlungen sind durch digitale Verbreitungswege und multimediale Angebote nicht ersetzbar. Aber die Digitalisierung ergänzt den klassischen Verkehrsfunk sehr gut, wir sehen in beiden Varianten eher eine Einheit, die allen Wünschen unserer Hörer entgegen kommt.
Die Aufgabe einer heutigen Verkehrsredaktion besteht besonders darin, die ständig zunehmenden Datenmengen, automatisierten Informationen mit menschlicher Vernunft, Erfahrung und journalistischem Anspruch zu bewerten und aufzubereiten, so dass unserer Hörer und Nutzer in die Lage versetzt werden, aufgrund hochwertiger Informationen für sich selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Welches Hörerfeedback bekommen Sie zum klassischen Verkehrsfunk? Wie intensiv wird er von Ihren Hörern heute noch genutzt?
Wir befinden uns täglich im Gespräch (per Telefon, Mail und sozialen Netzwerken) mit unseren Hörern/ Nutzern und erfahren großen Zuspruch. Unsere Hörer vertrauen uns, sie legen sehr viel Wert darauf, dass sie sich auf uns verlassen können und sie betrachten unseren Verkehrsinformationsdienst als seriöse, professionelle Quelle.
Etwa 80 % der sehr zahlreichen Anrufe, die uns über die kostenlose, öffentliche Telefonnummer (RDS-Text und online) im Sendestudio der Verkehrsleitwelle MDR JUMP erreichen, sind Anrufe zu Staus und Blitzern. Diese Menschen bekommen nichts dafür geschenkt, sondern machen das ausschließlich, um andere zu informieren, um mit uns zusammen schwierige Situationen zu verbessern. DAS sagt alles!