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HILFE BEI BURNOUT IN DER PRIVATKLINIK JÄGERWINKEL AM TEGERNSEE

Warum gerade Managern ein Mix aus energetisch-medizinischem und psychotherapeutischen Ansatz hilft

ZoomDr. med. Christian Etzer, Leitung Fachzentrum Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, stellv. ärztlicher Direktor der Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee

Dr. med. Christian Etzer, Leitung Fachzentrum Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, stellv. ärztlicher Direktor der Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee [Quelle: Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee]


Gerade die Leistungsträger unserer Gesellschaft müssen viel Energie aufwenden, um Leistung zu erbringen. Kommt es langfristig zu einem Energieverlust, können Symptome entstehen, die auf ein Burnout hindeuten. Die Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee verfolgt einen ganzheitlichen Therapieansatz, der Psychosomatik und energetisch-medizinische Ansätze miteinander kombiniert. Hierzu sprachen wir mit Dr. med. Christian Etzer, dem stellv. ärtztlichen Direktor der Klinik:


Herr Dr. Etzer, mit welchen Erkrankungen kommen die Menschen zu Ihnen in die Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee?
Sie kommen mit Angststörungen und chronische Schmerzerkrankungen, vor allem, die im Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat stehen und mit Krankheitsbildern, die sich auf diffuse Symptome an verschiedenen Organen beziehen. Wir betreuen hier in der Klinik auch die onkologischen Patienten und die orthopädischen Schmerzpatienten mit einem multimodalen Ansatz mit. Außerdem kommen zu uns natürlich die Manager, die besonders ausgebrannt sind und die merken, dass sie nicht mehr so leistungsfähig und viel gereizter als sonst sind. Oftmals werden sie aber auch von ihrem Partnern zu uns geschickt, die gemerkt haben, dass etwas in der Beziehung miteinander nicht mehr stimmt und die zu ihrem Partner sagen: „Du musst endlich etwas tun, Du bist unausstehlich geworden.“ Wir sind sehr zufrieden, wenn wir bei den psychosomatischen Patienten eine Dauerauslastung von 25 Personen haben. Das können wir sehr gut handhaben.

Machen Sie den Trend nach kürzeren Behandlungszeiten für psychosomatischen Patienten mit?
Unsere Patienten werden bei uns im Schnitt 6 bis 8 Wochen behandelt. Der Rückgang der Behandlungszeit auf weniger Wochen ist auf den Druck der Krankenversicherungen entstanden. Faktum ist aber, dass eine richtige Stabilisierung mit einer nachhaltigen Wirkung der Therapie erst eher ab 6 Wochen und mehr gegeben ist. Das hat den Hintergrund und ich bin der Überzeugung, dass psychosomatische Krankheitsbilder dann auftreten, wenn man ein gewisses Energiedefizit hat. Das heißt, sobald ein gewisses Energielevel unterschritten wird, kommen Symptome und diese verschwinden dann auch schrittweise, wenn die Energie wieder da ist. Das steht nicht im Widerspruch zur klassischen Psychotherapie, bei der man entweder die Konflikte bearbeitet oder auch negative Gedanken umstrukturiert. Die Leistungsträger in unserer Gesellschaft – und die meisten Patienten die zu uns kommen, sind in Beruf und im Privaten übermäßig engagiert – kommen dann zu uns mit ihren Symptomen, wenn sie Kraft und Energie eingebüßt haben. Das kann auch dann passieren, wenn zum Beispiel ein unvorhersehbares Ereignis das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Und eine nachhaltige Behandlung bedarf Zeit.

Das ist ein spannender Aspekt, den Sie hier ansprechen. Was wären denn beispielsweise diese „unvorhersehbaren Ereignisse“?
Das kann eine Infektionskrankheit wie zum Beispiel eine Boreliose sein oder ein Grippe, es kann aber auch ein Streit mit dem Partner sein oder eine Konfliktsituation am Arbeitsplatz. All das kann dann als Auslöser dafür dienen, dass ein kompensierter Organismus dekompensiert. Lassen Sie uns die Thematik etwas weiter fassen: Das, was man von seiner Kindheit mitbringt, ist ja meistens auch  im 30. Lebensjahr ein Thema. Mit 30 hat man möglicherweise noch viel Energie und kann sehr viel, auch diese unvorhersehbaren Ereignisse kompensieren. Jedoch haben wir mit 40, 45 Jahren oft bereits einige so genannte „Life-Events“ hinter uns gehabt und wenn unsere Lebensenergie dann schon gewisse Einbußen hingenommen hat, dann treten diese von mir beschriebenen Symptome auf. Wenn dann zum Beispiel ein Missstand auch noch zu lange ausgesessen wird, ist das dann auch etwas Kraftraubendes. 

Und wie können sie diesen Problemen der Patienten dann begegnen?
Wir gehen zum einen psychotherapeutisch an die Lösung des Problems. Man muss die Dekompensation aber auch energetisch-medizinisch angehen. Das heißt, wir müssen davon ausgehen, dass chronischer Stress zu einem Abbau von Mitochondrien in den Zellen führt. Und diese Mitochontrien produzieren die Lebensenergie – sie sind quasi die Kraftwerke der Zellen. Immer dann, wenn Energie gebraucht wird, entsteht Abfall, die so genannten freien Radikalen. Diese führen dazu, dass sich die Mitochondrien abbauen. Dieser Aspekt muss unbedingt mit therapiert werden. Das ist dann meist recht effektiv, wenn wir auch in den Zellen ansetzen, wir können dann im Sinne einer Prävention auch Schlimmeres verhindern. Ganz konkret heißt das: so manch ein Patient mit einer Panikattacke und mit einer gleichzeitige Mitochontrien-Armut kann mit einer derartigen ganzheitlichen Therapie vor schlimmeren kardialen Ereignissen bewahrt werden.

Ich möchte das gern noch mal herausarbeiten. Welche Therapieansätze sind für Ihre Klinik besonders?
Als Basis bieten wir ein integratives Therapiekonzept an. Wir haben Verhaltenstherapeuten, die aber auch andere Elemente in die Therapie mit einweben. Seien es tiefenpsychologische oder körpertherapeutische Ansätze. Ich selbst habe einen Ansatz, und der ist mir deshalb symphatisch, weil er sehr aussagekräftig ist und weil man bei ihm gleich nachtesten kann. Man kann psychokinesologisch testen, ob jemand starke oder schwache Meridiane, also Energiebahnen, hat. Umgekehrt kann man über diese Tests auch Stressmomente indentifizieren. Bei diesem Test geht in einem Stressmoment der Arm einfach herunter. Ich erkläre das den Patienten dann so, dass die Mandelkerne (Amygdala) – der Feuermelder im Gehirn – sobald ein Stressmoment kommt oder daran erinnert wird, den Sympatikus aktiviert womit gleichzeitig der Arm herunter geht. Bei der Nachbehandlung ist das dann korrigiert und die Energiebahnen sind dann wieder stark. Die Behandlung erfolgt aus einer Mischung einer traumatherapeutischen Methode (EMDR) mit Elementen aus der so genannten Energetischen Psychotherapie. Der Patient muss sich dabei auf die Probleme und Problembilder konzentrieren. Das heißt, er geht zunächst erst einmal nicht bildlich auf die Insel und macht eine Entspannung. Sondern er muss den Problembereich erst einmal bearbeiten, der in der Amygdala, einem Teil des Limbischen Systems unseres Gehirns verortet ist. Das Problem kann nur bearbeitet werden, wenn dieses Nervennetz noch einmal aktiviert wird, indem sich der Patient noch einmal darauf konzentriert. Man bezeichnet das als „Durchprozessieren“. Das bedeutet, alles was belastend war, wird dann noch einmal durchdacht. Dabei kommen automatisch Bilder, kleine Filme und Gefühle hoch und währenddessen werden Antistresspunkte beklopft und gedrückt oder die Hirnhälften auch akustisch wechselseitig stimuliert, so dass dann eine Verarbeitung erfolgt. Man kann sich das so erklären, dass dann dieser Themenkomplex von den Amygdala in den Hippocampus-Bereich verschoben wird. Der Hippocampus ist für das Langzeitgedächtnis zuständig, dort sind aber weniger Emotionen angesiedelt. Damit sind die Probleme dann in einem guten Archiv der Erinnerungen abgelegt und nicht mehr so stressbeseelt.

Diese Methode wenden Sie auch im Falle eines Burnouts bei den Managern, den Leistungsträgern an?
Ja, diese Methode hilft dem Patienten, sie ist nachhaltig und auch rasch überprüfbar. Und das ist genau das, was gerade für Manager wichtig ist, weil diese natürlich auch typische Stressoren haben. Ich sage ihnen dann zum Beispiel: "Stellen Sie sich einmal Ihren Arbeitsplatz vor..." Dann denkt er an seinen Arbeitsplatz und wir merken an Hand des psychokinesiologischen Armtests, dass dieses Thema ihn stresst. Es wird dann sogleich bearbeitet, so dass er dann später wieder neutralisiert an den Arbeitsplatz zurückgehen kann und dort dann nicht mehr so viel Kraft und Energie verliert. So gehen wir jede Sequenz im Alltag durch. Ich sage dann zum Beispiel: Schauen Sie mal, jetzt wird der Computer hochgefahren, Sie machen die Mails auf u.s.w. Dann entsteht beim Patienten zunächst ein Stress, der dann wieder neutralisiert wird. Und so gehen wir dann Sequenz um Sequenz vor. Das ist sehr effektiv. Das unterstütze ich mit einer Procainunterstützenden Meridianbehandlung, die dann zusätzlich schmerzhafte Verspannungen lindert, unter der alle Burnout-Patienten leiden.

Sind Menschen in Führungspositionen tatsächlich eine bestimmte Risikogruppe, die verhältnismäßig oft auch zu Ihnen mit Burnout-Symptomen kommen?
Das liegt in der Natur der Sache, weil der Manager, der ein Leistungsträger ist, viel Energie aufwenden muss, um Leistung vollbringen zu können. Und so, als wenn Sie ein Stück Holz anzünden und dadurch als Nebenprodukt Asche oder Ruß entstehen, entstehen bei ihm die freien Radikale. Die Enzyme werden quasi angeknabbert und letztendlich kommt es zu einem Abbau der Kraftwerke, also der Mitochondrien und somit zu einem Verlust der Energieproduktion. Diesen Mangel an Lebensenergie spürt der Patient als Erschöpfung. Gleichzeitig ist es so, dass sich die Zelle zunehmend ansäuert, das heißt die Kunst muss es sein, dem Burnout-Patienten wieder in die Verbrennung zu bringen. Und die Verbrennung findet in den Mitochondrie statt. Dann bekommt er wieder Energie.

Viele gestehen es sich aber gar nicht ein, überlastet zu sein. Sie merken dann erst zu spät, das sie ausgebrannt sind und lassen sich womöglich dann erst zu spät auf eine Behandlung ein. Woran könnte das liegen?
Das könnte an ihren Ängsten vor den Reaktionen der Mitmenschen liegen. Jeder, der einen gut dotierten Job und viel Verantwortung hat, hat auch den Gedanken: wenn ich nicht mehr funktioniere, bekommt den Job jemand anderes. Das sind aber auch oft Persönlichkeiten die denken, sie selbst können es am besten, mangelnde Delegationsfähigkeit kann eine Rolle spielen. Das sind oft auch so genannte Kontraphobiker, die die Angst, die in ihnen ist, nicht so spüren. Das wirkt sich dann aber in anderen Symptomen aus wie in Panik-Attaken. Das können solche Menschen sein, die in Angstsituationen in der Kindheit bestärkt worden sind, wie toll und mutig sie doch sind. Das heißt, man durfte seine Angst nicht zeigen. Und darum agieren diese Kontaphobker oft weiter, solange sie körperlich nichts spüren.

Was halten Sie von dem Konzept des Digtal Detox, also der digitalen Enthaltsamkeit.
Ich halte das prinzipiell für eine nette Idee. Ich glaube aber, dass diese Idee viele Manager auch stresst. Mir geht es zum Beispiel so: ich bin ein wissbegieriger Mensch und gerade im Urlaub möchte ich viel googeln, mich informieren und von einem Link zum nächsten klicken. Das heißt, das Internet ist ja auch eine wichtige Informationsquelle. Heißt auch: ich brauche ein Smartphone, Tablet oder Laptop. Auf der anderen Seite sollte man sich im Urlaub die Frage stellen, inwieweit man aus der Ferne beobachten sollte, was am Arbeitsplatz so abgeht. Ich lese also im Urlaub nicht meine Outlook-Mails, obwohl ich es technisch könnte. Ich glaube, man muss auch schauen, in welcher Branche man beheimatet ist. Wenn zum Beispiel ein Auftrag ein großer Fisch sein könnte, den man an Land zieht, dann wäre es ja fatal, wenn man da nicht erreichbar wäre und da etwas versäumen würde. Digital Detox also gern, jedoch in Maßen.

Herr Dr. Etzer, vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen zur Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee finden Sie hier.