MEINUNGSBAROMETER.INFO

DIGITALISIERUNG

DAS FACHDEBATTENPORTAL

Für Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Medien & Gesellschaft


schliessen

Bitte hier einloggen:

Login

Passwort vergessen?
 
20.05.2019
Kopieren und anderweitige Vervielfältigungen sind nicht erlaubt.
Anzeige

29.04.2019 | AFTER WORK LUXURY | SONDERTHEMA
LEUCHTTURM DER HOTELLERIE IN MITTELDEUTSCHLAND

WIE DAS HOTEL KÖNIG ALBERT DEN TOURISMUS IM VOGTLAND BELEBT

Hoteldirektor Marc Cantauw spricht über drei Jahre HKA

Marc Cantauw, Direktor des Hotel König Albert in Bad Elster

Marc Cantauw, Direktor des Hotel König Albert in Bad Elster [Quelle: Tim Hard x Thomy Roecklin Digital]


Es ist aus dem Sächsischen Vogtland nicht mehr wegzudenken. Das Hotel König Albert (HKA) in Bad Elster feiert in diesem Jahr sein 3-jähriges Bestehen. Das 4-Sterne-Superior-Hotel hat den Tourismus in und rund um Bad Elster nachhaltig belebt. Zusammen mit den Sächsischen Staatsbädern und der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH, die unter anderem das König Albert Theater Bad Elster betreibt, ist das HKA ein Wirtschaftsfaktor und Tourismusmagnet zugleich.  Im Interview mit Hoteldirektor Marc Cantauw sprachen wir über die wichtigsten Meilensteine der vergangenen drei Jahre, über herzlichen Service und darüber, wie sich die Digitalisierung auf die Arbeit eines Hoteldirektors auswirkt.


Drei Jahre nach Eröffnung Ihres Hauses sitzen wir hier in der Hotellobby. Sie machen einen ziemlich entspannten Eindruck. Wie fühlen Sie sich gerade, Herr Cantauw?
Marc Cantauw: Was mir spontan bei Ihrer Frage in den Sinn kommt: ich fühle mich glücklich. Glücklich und zufrieden. Wir haben in den ersten drei Jahren sehr viel erreicht, indem wir das Haus als Leuchtturm der Region entwickelt haben. Wir haben es geschafft, auf dem Buchungsportal  HolidayCheck auf Platz drei der Hotels in Sachsen zu kommen. Was mich besonders stolz macht ist, dass wir noch fast mit der kompletten Mannschaft arbeiten, die damals mit mir angefangen hat. Das freut mich besonders und das macht mich auch stolz. Wir haben eine dementsprechende Auslastung, die mich ebenso auch stolz macht. Wir haben also etwas geschafft in der Region.

Sie sind vor drei Jahren aus dem Norden hierher nach Bad Elster ins Vogtland gezogen. Schon damals sagten Sie, dass Sie hier schnell eine Heimat gefunden haben. Wie erleben Sie Bad Elster jetzt?
Ich habe inzwischen hier im Ort ein sehr großes soziales Umfeld aufgebaut, habe sehr viele Freunde gefunden. Natürlich kennen mich in Bad Elster sehr viele Menschen und ich werde dementsprechend oft gegrüßt. Zum Einkaufen muss ich immer etwas mehr Zeit einplanen (lacht).  Natürlich gab es am Anfang riesige Herausforderung, wir wollten damals in Bad Elster das Hotel eröffnen, obwohl diese Stadt auf der Landkarte damals noch ein weißer Fleck war. Mein Chef hat damals immer gesagt, Bad Elster ist ein schlafender Riese, und der muss geweckt werden. Wir sind gut dabei, Bad Elster zu wecken. Das sehe ich immer noch als unsere große Aufgabe.

Wie wichtig ist die Vernetzung mit anderen Institutionen der Region?
Nur gemeinsam sind wir stark. Die Chursächsische Veranstaltungsgeselleschaft und die Sächsischen Staatsbäder haben schon vor unserer Hotel-Eröffnung  mit der Stadt  zusammen gearbeitet. Es fehlte jedoch in Bad Elster an der Bettenkapazität. Wir sind jetzt mit zusätzlichen 240 Betten da. Wir sind nun die drei stärksten Partner, die die Region voranbringen und ich bin mittlerweile auch Vorsitzender des Tourismus- und Werbevereins. Das Wichtige ist: wir schließen auch die anderen Beherrberger mit in unser touristisches Konzept ein. wir vermarkten Bad Elster und das Vogtland gemeinsam. Das ist ganz, ganz wichtig, hier zusammenzuarbeiten. Und das funktioniert wirklich sehr gut.

Kultur spielt von jeher in Bad Elster eine zentrale Rolle - Wie  macht sich das in Ihrem Hotel bemerkbar?
Wir haben natürlich sämtliche Stars und Sternchen hier im Haus, wenn diese hier gastieren. Direkt in unserer Hotellobby gibt es jetzt auch eine zentrale Anlaufstelle für den Kartenverkauf, an der man direkt die Tickets für Vorstellungen das König Albert Theaters bestellen und kaufen kann. Das ist nicht selbstverständlich.

Kommen wir direkt zu Ihnen, Herr Cantauw. Sie sind im vergangenen Jahr vom Trebing-Lecost-Verlag als Hotelmanager des Jahres gekürt worden. Damit ging der Preis erstmals nach Sachsen. Warum haben gerade Sie diesen Preis erhalten?
Wissen Sie, ich mache nur meine Arbeit und ohne meine Kolleginnen und Kollegen, meine Mitarbeiter wäre ich nichts. Das heißt, wir haben alle diesen Preis bekommen und ich habe ihn als Direktor gern an alle Mitarbeiter weitergegeben. Wir haben den Preis dafür bekommen, weil wir hier das Haus in so kurzer Zeit etabliert haben, in Bad Elster, im Vogtland und in Sachsen. Ich selbst versuche, für alle wirklich nahbar und präsent zu sein, sowohl für meine Mitarbeiter, als auch für die Gäste. Und das lebe ich bereits.

Ganz konkret: wie läuft bei Ihnen ein Hotel-Arbeitstag ab?
Gleich am Morgen, noch bevor ich ins Hotel fahre, schau ich mir die Zahlen an, die mir der Nachtdienst bereits geschickt hat. Ich sehe mir die Umsätze an, lese, wie die Durchschnittsrate aussieht. Ich beantworte übrigens auch jede einzelne Bewertung auf den Portalen selbst, egal ob bei google, HolidayCheck, booking.com oder trivago. Übrigens kommen auch die Instagram-Stories von mir. Das mache ich alles persönlich und das nimmt viel Zeit in Anspruch.  Danach gehe ich mit meinem Hund spazieren und bin so an der frischen Luft. Danach gehe ich ins Hotel, checke dort meine Mails und gehe dann durch jede einzelne Abteilung, und spreche mit den Leuten. Erst dann setze ich mich für die administrativen Dinge ins Büro. Und ansonsten bin ich überall (lacht).  

Selbst auf Bewertungen der Portale antworten, Zahlen direkt aufs Smartphone bekommen – das sind ja alles Dinge, die vor 10 Jahren so noch keine große Rolle gespielt haben. Wie hat die Digitalisierung Ihren Alltag geändert?
Das ist eine sehr gute Frage und darüber denke ich auch oft nach. Es wird oft kritisiert, dass sich die ständige Erreichbarkeit und die ständige Handy-Nutzung negativ auf uns auswirken würden. Aber es ist eben so. Das ist unsere Zeit, in der wir leben und damit müssen wir umgehen und die Chancen nutzen. Zum Beispiel ist die Vermarktung eines Hotels heute viel einfacher geworden, früher hat man in einer regionalen Zeitung gewoben und keinerlei  Feedback darüber bekommen, ob ich den Gast überhaupt erreicht habe. Heute habe ich eine gute Homepage, bin auf den Portalen und in den sozialen Netzwerken präsent und kann damit viel gezielter die Gäste ansprechen. Die Menschen, die nach dem „Vogtland“  im Internet suchen, kommen auf das Hotel König Albert und so habe ich sie gleich abgeholt. Genau diese Art der Suche hat sich total verändert und das ist nicht nur ein Trend, sondern die Zukunft, de wir ins Auge blicken sollten. Hotels, die das noch nicht begriffen haben und online nicht aktiv sind, verpassen etwas.

Welches sind die nächsten Neuerungen im HKA?
Wir verändern und verbessern ständig. Egal ob das die Deko ist oder die gerade im Foyer neu tapezierten Wände. Wir bauen die Rezeption noch einmal um und passen diese farblich dem Haus an. Ab sofort können unsere Gäste unsere neuen Fatbikes nutzen mit den besonders breiten Reifen. Das Schöne ist, wenn Sie durch den Wald über Wurzeln und Steine fahren, dann werden Sie nicht so sehr durchgeschüttelt. Damit können die Gäste die wunderschöne Natur hier im Vogtland genießen. Da sie gleichzeitig auch E-Bikes sind, kommt man die Berge auch wirklich rauf. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Und ein ganz besonderer Punkt, ich möchte das HKA zum servicefreundlichsten Hotel Sachsens etablieren.

Was genau bedeutet „servicefreundlichstes Hotel“ für Sie?
Wir arbeiten alle mit Menschen. Und dass wir alle gute und schlechte Tage haben, das ist völlig normal. Wir dürfen es in der Hotellerie nur nicht zeigen. Bei uns ist es wichtig, und so habe ich meine Mitarbeiter auch ausgewählt, dass sie das Feuer in den Augen haben und für ihren Job brennen. Das ist für mich der Unterschied zwischen Freundlichkeit und wirklicher Herzlichkeit. Dies zu etablieren, ist mein großes Ziel. Ein herzlicher Umgang in allen Bereichen des HKA macht Gäste auch zu Wiederholern. Wir haben bereits 80 Prozent Stammgäste, Gäste, die bereits zum 20., 30., ja sogar zum 55 Mal bei uns waren innerhalb der vergangenen drei Jahren. Und eines nehme ich mir noch ganz persönlich vor: ich möchte als Hoteldirektor ein paar Nachmittage für meine Gäste ganz persönlich da sein, beim Kaffeetrinken in der Hotellobby.

Weitere Informationen zum Hotel König Albert finden Sie hier.