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12.08.2016 | AFTER WORK LUXURY | SONDERTHEMA
SPORT | KULTUR | FREIZEIT

LEADING FAMILY HOTEL ALPENROSE

Wie Ernst Mayer die Familien-Hotellerie revolutioniert

ZoomSeniorchef Ernst Mayer (Mitte) mit seinen Söhnen Florian (li) und Julian (re)

Seniorchef Ernst Mayer (Mitte) mit seinen Söhnen Florian (li) und Julian (re) [Quelle: Leading Family Hotel Alpenrose]


Das Leading Family Hotel & Resort Alpenrose in der Tiroler Zugspitz Arena hat es in der Rangliste der Hotels für den anspruchsvollen Familienurlaub ganz nach oben geschafft. Dahinter steht die Familie Mayer, die es mit viel Mut, Hingabe, Gefühl für Familie und unternehmerischem Weitblick geschafft hat, die Alpenrose von anderen Familienhotels abzuheben. Auch das Kinderhotel Oberjoch und das neu in Gosau entstehende Hotel „Dachsteinkönig“ sind echte Mayer-Kreationen. Im Interview erzählt Ernst Mayer, wie er die Familienhotelerie revolutioniert hat.


Herr Mayer, wer bei Ihnen in der Alpenrose Urlaub macht, dem fällt sofort ins Auge, dass Sie in besonderer Weise den Spagat schaffen zwischen Wohlfühlatmosphäre für Erwachsene und einem Kinderparadies. Wie haben Sie das hinbekommen?
Ursprünglich war es ja bei den Kinderhotels so, dass der Fokus ganz und gar auf die Kinder gelegt wurde. Die Hotels haben versucht, die perfekte Kinderbetreuung anzubieten und auf dieser Schiene ganz hart gearbeitet. Die Alpenrose war wahrscheinlich das erste Kinderhotel, in dem wir den Ansatz verfolgt haben, dass die Kinderbetreuung perfekt funktioniert und wir die Eltern sozusagen freigespielt haben. Das heißt, wir betreuen die Kinder so, so dass die Eltern Zeit haben. Zeit haben das zu tun, wozu sie Lust haben. Dazu setzen wir für sie noch Anreize. Wir machen Programme für die Eltern, damit sie in der gewonnenen Freizeit sinnvolle Sachen machen können, Sachen die Spaß machen. Sie können etwas mit ihrem Partner unternehmen, aber er kann auch in der Gruppe zum Chi Gon oder zum Yoga gehen oder eine Mountainbike-Tour machen. Ja, wir waren die ersten, die den Fokus schon langsam Richtung Eltern hin verschoben haben. Die Kinderbetreuung war für uns selbstverständlich, da wissen wir das passt und funktioniert und wir haben dann ganz klar den Mehrwert für die Eltern gesucht.

Das sieht man auch am Stil und der Ausstattung des Resorts.
Ja, richtig. Das hat angefangen bei der Ausstattung vom Hotel, dass man da nicht nur auf den ersten Blick sieht „oh das ist super für die Kinder“ sondern das ist auch ansehnlich für die Erwachsenen und dass passt auch für die Erwachsenen. Eine Geschichte muss ich Ihnen dazu erzählen: Wir hatten vor einiger Zeit eine – auf den ersten Blick - negative Bewertung auf einem Bewertungsportal gehabt. Der Kommentar war, wir seien ja kein richtiges Kinderhotel, das sei ja alles viel zu stylisch und das würde man von einem Kinderhotel nicht kennen. Ja, diese Aussage trifft letztendlich zu. Denn genau das ist unser Ansatz.

Wie ist dieser Stil der Alpenrose überhaupt entstanden?
Die Alpenrose ist ja ganz klein entstanden mit 34 Betten, über die Jahre ist immer wieder dazu gebaut worden. Bei uns kann man genau sehen, was etwa 2004 oder 2008 erbaut worden ist und viele Teile des Resort versprühen das Feeling und die neue Architektur. Auch bei unseren Zimmern und Appartements gibt es eine große Vielfalt vom ganz modernen Zimmer bis zum Vollholz-Zimmer. Wir haben über 30 verschiedene Kategorien, das ist für uns zwar manchmal etwas schwierig zu koordiniieren, aber der Gast findet immer das, was er sucht. Der eine ist mit einem 40 Quadratmeter-Appartement zufrieden, der andere braucht 120 qm.

Kommen wir direkt auf die Angebote, die Sie in diesem Sommer für die Kinder zu bieten haben, welche Highlights gibt es?
Grundsätzlich ist es ja so, dass wir ein riesiges Indoor-Angebot haben. Das müssen wir auch, denn das Wetter kann hier in den Alpen sehr unterschiedlich sein. Von diesen Angeboten – vom Turnsaal über das Kino oder Theater bis hin zum Baby- Mini- und Teenie-Club oder dem Piratenland und unserer neuen Speed-Reifenwasserrutsche spreche ich gar nicht – das ist für uns Standard und das ist notwendig. Aber die richtigen tollen Geschichten sind solche Highlights wie unser Indianertag, bei dem man ganz abseits des Hotels ein Indianerdorf hat, welches dann den ganzen Tag bespielt wird. Die Kinder basteln sich am Morgen einen Federkranz und dann fahren sie ins Indianerdorf und spielen den ganzen Tag Indianer. Wissen Sie, so etwas bleibt in Erinnerung. Ähnliches machen wir mit einem Piratentag, hier wird ein Floß gebaut am Heiterwanger See. Und das ist wieder genau der Hintergrund und unser Ansatz. Wir kümmern uns um die Kinder, und zwar verlässlich, so dass auch die Eltern planen können. Dass sie machen können, wozu sie Lust haben. Wenn sie Mountainbiker sind, dann gehen sie auf Tour mit dem Mountainbike. Das alles kann nur passen, wenn die Kinder gut Kind aufgehoben und untergebracht ist.

Bleiben wir noch eine Weile bei den Eltern. Sie haben hier ganz speziell auch die Frauen und Mütter im Fokus.
Ja, speziell die Frauen müssen sich von ihrem Alltag erholen. Genau das bieten wir ihnen, darauf arbeiten wir hin. Was ist denn das für ein Urlaub, wenn man genau dasselbe macht wie zu Hause? In einem Ferienhaus muss ich als Frau auch kochen, vielleicht noch einkaufen und nebenbei die Kinder beaufsichtigen. Ich habe nur eine andere Aussicht. Aber wo ist da der Unterschied gegenüber zu Hause?

Sie haben in ihrer Jugend ein Lehrerstudium begonnen, hat sie das in ihrem Vorhaben, ein Kinderhotel zu betreiben, beeinflusst?
Die Lehrergeschichte habe ich nie gelebt, aber ich habe sie gelernt. Ich bin durch Zufall in die Gastronomie gekommen. Die Lehrergeschichte hat schon einen Vorteil gehabt, ich wollte unbedingt mit jungen Leuten zu tun haben. Nicht mit Pensionisten, wie es bei uns in der Wellness-Hotelerie üblich ist, Altersdurchschnitt 65. Ich wollte Familien haben mit Kindern. Und da die Lücke ausfüllen Kleinkindern und Babys. Das diese Lücke von den großen Hotelkonzernen nicht ausgefüllt wird, hilft uns schon sehr. Die tun sich die viele Arbeit nicht an. Das ist sehr, sehr kompliziert mit Kleinkindern. Man muss, sehr, sehr gut arbeiten, damit die Eltern das Vertrauen haben, das Baby abzugeben. Hier müssen die Eltern das Gefühl haben, die machen das genau so gut wie ich selber. Eine Mutter denkt so. Da haben wir also eine gute Lücke gefunden, die Gott sein Dank von anderen als zu schwierig wahrgenommen wird.

Hilft Ihnen auch Ihre Familie?
Natürlich, in den Anfängen hätte das anders gar nicht funktioniert. Da hat jeder alles gemacht, jeder war für alles zuständig. Jetzt haben wir eine Größe erreicht, in denen wir – nehmen wir unser neues Hotel in Gosau mit dazu – fast 400 Mitarbeiter haben. Da müssen die Stukturen dann passen. Ich bin übrigens ganz stolz darauf, dass meine beiden Söhne das selbe mache wollen, was ich mache. Das ist nicht selbstverständlich für mich. Das ist eher eine große Ausnahme. Viele - gerade junge Leute - fliehen aus der Gastronomie, da sie sehr intensiv ist. Es gibt - wenn man sich verantwortlich fühlt - keine Sperrstunde, es gibt kein Wochenende und einen richtigen Urlaub auch nicht.

Wo verbringen Sie Ihren Urlaub? Ist es zu Hause am schönsten?
Zu Hause, das funktioniert nicht. Ich wäre geistig immer am Suchen, wo etwas noch nicht ganz optimal ist und wo können wir es verbessern. Wenn man da ist, dann ist man hier verfügbar für Mitarbeiter und Gäste. Daher fahren wir im Sommer kurz über die Grenze an den Gardasee, das sind knapp 3 Stunden von hier. Dann sind wir weg und vom klimatischen her meistens in einer anderen Zone. Hier oben haben wir im April noch Schnee und unten blüht es schon. Im Winter Thailand, weil das der optimale Gegensatz zu hier ist.

Ein Blick in die Zukunft zu Schluss. Wohin entwickelt sich die Familienhotelerie Ihrer Meinung nach in den nächsten 10 Jahren?
Sie wird nicht komplett anderes sein. Ich bin der Überzeugung, dass folgender Ansatz immer wichtiger wird: Ich sage zu unseren Kindergärtnerinnen immer „ die Kinder MÜSSEN nicht in unsere Animation kommen. Ihr müsst so gut sein, dass sie gern zu Euch kommen.“ Wir müssen und wollen hier bei uns nicht pädagogisch sein. Den pädagogischen Teil müssen schon die Kindergärten zu Hause abwickeln. Doch dieser Aspekt, die Kinder zu begeistern und zu animieren, wird in Zukunft ein immer wichtigeres Thema sein. In Zeiten, in denen die Kinder mit Smartphone und Tablet aufwachsen wird es wichtiger und auch schwieriger werden, sie mit der Nase auf andere Dinge zu stoßen und zu sagen: „schaut her, es gibt so tolle Sachen, die Du entdecken kannst, die so großen Spaß machen, die Du unbedingt ausprobieren musst.“ Genau das wird in der Zukunft eine noch viel größere Rolle spielen. Wir müssen den Kindern Erlebnisse bescheren, in der Natur, im Wald. Und das funktioniert! Die Kinder sind begeistert, sie müssen sich nur darauf einlassen. Und worauf wir insbesondere in unserem anderem Kinderhotel Oberjoch schon Wert legen, das sind die Tiere. Hier in der Alpenrose ist das leider aus Platzmangel nicht umsetzbar. Aber auch in unserem neuen Hotel, dem Dachsteinkönig, werden wir ganz stark auf dieses Thema setzen. Da holen wir uns die Tiere direkt ins Haus. Sie sind quasi direkt in der Hotelhalle eingebunden und nur durch eine Glasscheibe getrennt. Ich bin sicher, dass das Sachen sind, die für die Kinder, besonders die Stadtkinder, ein einmaliges Erlebnis sind und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Genau mit diesen Dingen wollen wir sie begeistern.

Mehr Informationen zum Leading Hotel Alpenrose in Lermoos in der Region Zugspitz Arena.