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19.11.2019
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20.05.2019 | BEST FOR BUSINESS | SONDERTHEMA
LEUCHTTURMUNTERNEHMEN DER DIGITALISIERUNG

GEMEINSAM DIGITAL

Wie PŸUR den digitalen Wandel in den Unternehmen mitgestaltet

Richard Fahringer, Geschäftsführer PŸUR Unternehmenslösungen

Richard Fahringer, Geschäftsführer PŸUR Unternehmenslösungen [Quelle: PŸUR]


Der Geschäftskunden-Bereich PŸUR Business (HL komm Telekommunikations GmbH) entwickelt sich als Treiber der Digitalisierung und sieht sich für mittelständische Unternehmer zunehmend als Sparringpartner. Meinungsbarometer.info sprach mit Richard Fahringer, Geschäftsführer PŸUR Unternehmenslösungen, über das neue Hochsicherheits-Rechenzentrum in Leipzig, über Streaming und neue Smart Infoscreens, aber auch über den digitalen Wandel in der Gesellschaft.


Sie setzten an Ihrem Leipziger Standort ganz stark auf digitale Lösungen für Geschäftskunden. Wie sieht Ihr Geschäftsfeld aus?
Richard Fahringer:
Wenn ich es auf den Punkt bringen kann, dann bieten wir eine End-to-End Security Plattform an, aufgebaut auf Glasfaser-Infrastruktur kombiniert mit einem Hochleistungs-Rechenzentrum.

Für Unternehmen und unsere Geschäftskunden kristallisieren sich die hohen Sicherheitsanforderungen immer stärker heraus und immer mehr Geschäftsprozesse werden digital abgebildet. Das heißt auch, dass Geschäftskunden immer anfälliger auch Cyber-Attacken von außen werden und sich soweit wie möglich absichern müssen. Daher haben wir uns darauf konzentriert, diese Anforderung unserer Kunden mit einer End-to-End Sicherheitsplattform abzudecken. Wir nutzen hier hochzertifizierte Rechenzentren, die  neuesten sicherheitsrelevanten Standards entsprechen und energiewirtschaftlich auf dem allerneuesten Stand sind.

Sie wählen in Ihrem Claim die Formulierung „Gemeinsam digital“ – was verstehen Sie darunter? 
Bis vor Kurzem haben uns ganz klassisch im Kunden-Lieferanten-Verhältnis gesehen. Unser Anspruch ist heute aber viel umfassender geworden. Unsere Kunden haben mit der Digitalisierung eine interessante Herausforderung zu bewältigen. Einerseits ist sie eine große Chance, auf der anderen Seite aber auch ein großes Risiko. Das heißt, die Kunden sind in einem Dilemma. Früher konnten wir Kundenbedürfnisse erfüllen, indem wir den Kunden gefragt haben, was er braucht. Dazu haben wir dann eine Lösung geliefert. Durch die zunehmende Digitalisierung suchen Kunden aber zunehmend auch einen Sparringpartner. Sie brauchen also einen Ansprechpartner der versteht, wie die Geschäftsanforderungen sind. Unsere Aufgabe ist es daher, als Sparringpartner diese Kundenbedürfnisse zu übersetzen, gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung zu erarbeiten und diese dann professionell umzusetzen. Das heißt, wir sind von einem reinen Lieferanten zu einem Berater und Lösungsanbieter geworden. Das heißt für uns „Gemeinsam Digital“.  

Wie groß denken Sie mit Ihrer Unternehmens-Aussage „Wir gestalten die digitale Zukunft der Gesellschaft“?
Die Digitalisierung ist ein disruptives Element in unserer Gesellschaft, löst Bestehendes einfach auf. Das gilt sowohl für unsere Privatkunden als auch für unsere Geschäftskunden. Wir haben den Anspruch, diesen Wandel in der der Gesellschaft positiv zu unterstützen. Ich gebe Ihnen nur ein Beispiel. Einer unserer größten Kunden ist die Wohnungswirtschaft mit 3,6 Millionen Endkunden. Smart Home, Smart Citys, Smart Building sind Schlagworte, die jeder kennt. Genau hier bieten wir Unterstützung und Lösungen an. 

Was sind ganz konkret für dieses Jahr für den Geschäftskundenbereich von PYUR die wichtigsten Meilensteine?
Als wichtigsten Meilenstein werden wir das Rechenzentrum Ende des zweiten Halbjahres hier in Leipzig eröffnen. Mit diesem Rechenzentrum werden wir mitteldeutschlandweit das modernste Rechenzentrum mit einem extrem hohen Sicherheitsstandard sein. Zugleich wird es einen Wirtschaftlichkeitsfaktor haben, der bislang noch kein anderes Rechenzentrum so nachweisen kann. Wir werden beispielsweise eine ganz besondere Art der Kühlung mit einer Kombination aus einer besonderen Stromgenerierung haben. Sicherheits- und energietechnisch wird es DAS zukunftsweisende Rechenzentrum sein.  Sicherheitstechnisch und energietechnisch wird es DAS zukunftsweisende Rechenzentrum sein.

Wie gut ist das neue Hochsicherheits-Rechenzentrum für die Daten und die IT Ihrer Kunden?
Die Kundenanforderungen werden immer komplexer und immer höher. Früher hat sich ein Kunde noch leisten können, bestimmte IT-Leistungen einfach irgendwo zu einem Dienstleister zu geben. Inzwischen sind sich auch kleine oder mittelständische Unternehmen sehr bewusst, dass seine Geschäftsprozesse, die über die IT abgebildet werden, immer anfälliger gegenüber Cyber-Attacken werden.  Unternehmen haben zunehmend den Anspruch, nur noch Dienstleister auszuwählen, die sicherheitstechnisch das Bestmögliche liefern und gerade das erfüllen wir mit unserem neuen Rechenzentrum. In den letzten zwei Jahren haben wir bereits unser gesamtes Netz sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht mit Firewall und Security-Plattformen.

Wie sehr spielt bei Rechenzentren wie dem Ihren der Standort Deutschland derzeit eine Rolle?
Vor etwa fünf Jahren hatten wir analysiert, dass der deutsche Mittelstand im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zwei bis drei Jahre hinterherhinkt. Die angelsächsischen Länder sind uns ein großes Stück voraus. Ein Grund hierfür haben wir darin gesehen, dass der typische deutsche Mittelstand sehr sorgsam mit seinen Daten umgeht und bis vor Kurzem immer noch davon überzeugt war, die Daten aus Sicherheitsgründen lieber bei sich selbst zu lassen. Inzwischen wird aber die Anforderung an die IT immer höher und jetzt bricht das Ganze um. Das heißt, der Mittelstand ist jetzt gezwungen, diese Daten und seine ganze IT an professionelle Anbieter zu geben. Wir werden die Daten nur bei uns in Deutschland lassen. Wenn wir in die Cloud gehen, werden wir nur mit Cloudanbietern agieren, bei denen wir sicher sind, dass diese auch hier in Deutschland agieren.

Gerade im Medienbereich, und hier kennt man Sie hauptsächlich unter Ihrem damaligen Firmennamen HL komm als eine feste Größe, bricht derzeit ebenso viel um. Wie hat sich dieser Bereich für Sie geändert?
Sie haben recht. In der Medienbranche sind wir von jeher als Leitungs-Dienstleister für den UKW-Bereich bekannt und immer schon als erfolgreicher strategischer Partner anerkannt gewesen. Wir sind derzeit intensiv dabei, besondere Streaming-Plattformen im Audio- und Videobereich aufzubauen. Wir haben schon mehrere Kunden, für die wir Streaming-Leistungen anbieten. Das ist ganz klar ein Zukunftsthema, an dem wir intensiv arbeiten. Wir merken hier ganz klar, dass Video und Audio immer mehr ins Internet wandern und die linearen immer mehr in nichtlineare Programme  übergehen. Darüber hat man zwar schon vor 15 Jahren diskutiert, aber jetzt wird das Ganze Realität.

In welchen Branchen finden diese Umbrüche noch statt?
Ein weiterer großer Bereich, bei der die Digitalisierung angekommen ist, ist die Wohnungswirtschaft. Hier haben wir den Smart Infoscreen entwickelt, eine digitale Haustafel. Das Interessante ist aber nicht nur das Endgerät, sondern die Plattform dahinter. Wir haben hier eine einzigartige Lösung, bei der man nicht nur das einzelne Endgerät ansteuert, sondern über eine spezielle Streaming-Lösung bis zum Fernseher des Endkunden herankommen kann. Damit ist es für die Wohnungswirtschaft möglich, jeden Mieter direkt anzusprechen und zu adressieren und ihn mit Informationen zu versorgen. Die Plattform ist übrigens interaktiv und man kann Informationen per Touch über den Bildschirm zurückgeben. Diese Plattform lässt sich selbstverständlich auch hervorragend für andere Branchen verwenden, beispielsweise für die Hotellerie, den Gesundheitsbereich, Tankstellen, in der Logistikbranche oder in Werkstätten. 

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen der Digitalisierung?
Das ist ganz klar das Thema Sicherheit, denn hier werden wir immer anfälliger. Und es ist das Fokussieren auf die richtigen Themen. Denn momentan ist der gesamte Markt in einem so dramatischen Umbruch, so dass es sehr schwer sein wird, die richtigen Themen und die richtigen Bausteine herauszusuchen.

Bezeichnen Sie sich persönlich eher als Vorreiter oder als Kritiker der Digitalisierung?
Ich persönlich bin ein voller Verfechter der Digitalisierung – doch zugleich mit einem großen warnenden Ausrufezeichen. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns in einem großen gesellschaftlichen Umbruch befinden. Wir können mit der Digitalisierung viel Gutes bewirken. Wir können aber auch Vieles extrem schlecht machen. Ich denke da an ein Beispiel aus der Medizin, an die Gendatenbanken, die uns helfen, aber auch missbraucht werden könnten. Oder ich denke an Anwendungen einer Stadtverwaltung, die in einer lokalen Komplettüberwachung im Interesse des Bürgers handeln kann, um präventiv Anschläge oder Überfälle zu verhindern. Diese komplette Überwachung könnte aber genauso auch missbraucht werden. Es wäre schlecht, die Digitalisierung aufhalten zu wollen, dafür ist die Welt zu klein geworden. Das heißt, unsere Aufgabe ist es, Digitalisierung positiv voranzutreiben und alles daranzusetzen, um sie in den richtigen Bahnen zu halten.

Herr Fahringer, vielen Dank für dieses Interview!

Weitere Informationen zum Geschäftskundenbereich von PŸUR finden Sie hier.