MEINUNGSBAROMETER.INFO

DIGITALISIERUNG

DAS FACHDEBATTENPORTAL

Für Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Medien & Gesellschaft


schliessen

Bitte hier einloggen:

Login

Passwort vergessen?
 
21.07.2018
Kopieren und anderweitige Vervielfältigungen sind nicht erlaubt.

WANN SENDEN AUCH TV-STATIONEN IN ULTRA-HD?

Was auf den neuen hochauflösenden Screens wie aussieht

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH [Quelle: gfu Consumer & Home Electronics GmbH]


"Praktisch alle neuen TV-Geräte mit Größen über 55 Zoll haben Bildschirme mit 4k- oder genauer: mit Ultra-HD-Auflösung", konstatiert Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH und IFA-Veranstalter. Es gibt auch immer mehr hochauflösende Video-Inhalte für die Displays.


1080, 2k, 4k – wie viel Auflösung braucht das Heimkino?
Praktisch alle neuen TV-Geräte mit Größen über 55 Zoll haben Bildschirme mit 4k- oder genauer: mit Ultra-HD-Auflösung. Das feine Pixelraster bringt für große Bildschirme selbst dann sichtbare Vorteile, wenn Videos oder TV-Sendungen nur HD-Auflösung mit 1080 vertikalen Bildpunkten haben. Man sieht auf diesen Geräten selbst aus kurzem Betrachtungsabstand einfach keine Pixelstrukturen mehr. Ideal für große Ultra-HD-Schirme sind natürlich Bildinhalte mit entsprechend hohen Auflösungen. Streaming-Anbieter und Abo-Kanäle bieten sie bereits in wachsender Auswahl – für wirklich perfekte Bildschärfe, die das Potential der Ultra-HD-Fernseher voll nutzt.

Für mehr Bildqualität wird auch auf stärkere Kontraste gesetzt. Welches High-Dynamic-Range (HDR)-Videoformat ist aus Ihrer Sicht empfehlenswert?
Das wichtigste HDR-Format heißt HDR10, denn es ist der primäre HDR-Standard der Blu ray Disc. Alle HDR-tauglichen Blu-ray-Player und praktisch alle HDR-fähigen Fernsehgeräte unterstützen HDR10, auch die meisten HDR-Videoproduktionen folgen diesem Standard. Dolby Vision und HDR10+ bieten im Vergleich zu HDR10 zusätzliche Fähigkeiten. So können sie den Kontrast Szene für Szene dynamisch anpassen. Insofern sind sie reizvolle Ergänzungen zu HDR10, die noch mehr Bildqualität bringen können. HDR10 aber stellt zunächst einmal zwischen großen Gerätepopulationen und Videoangeboten Kompatibilität her.

Neue Display-Technologien brauchen attraktive Inhalte – wie schätzen Sie den Markt diesbezüglich ein?
Der Markt der Ultra-HD- und HDR-Produktionen entwickelt sich zunächst im Bereich der Blu ray-Medien, der Streaming-Dienste und des Abonnenten-TV. Konventionelle Fernsehdienste experimentieren vorerst mit den neuen Formaten. So gibt es spezielle Kanäle für Demo-Ausstrahlungen in Ultra HD. Wann mehr daraus wird, lässt sich schwer vorhersagen. Es wird jedenfalls noch etliche Jahre dauern, bis sich Ultra HD im Fernsehen als Standardqualität etabliert.

Bis zu welcher Auflösung lassen sich die ältere Inhalte aus den TV-Archiven sinnvollerweise aufarbeiten?
Neue Verfahren der Bildinterpretation, gestützt von Künstlicher Intelligenz, leisten Erstaunliches: Es gelingt immer besser, aus alten Videokonserven ansehnliche Bewegtbilder in hoher Auflösung zu erzeugen. Bildrauschen und Kompressionsartefakte lassen sich immer wirksamer kaschieren. Eine Auflösungsgrenze lässt sich allerdings kaum festlegen. Sie hängt allzu sehr von der Qualität des Ausgangsmaterials ab. Dennoch ist es ohne weiteres möglich, Filme aus den 30er Jahren auf einem Ultra-HD-Fernseher gut aussehen zu lassen, ebenso wie eine Videoproduktion aus den 80er Jahren.