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20.07.2019
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TV ALS BEVORZUGTES WIEDERGABEGERÄT FÜR MEDIATHEKEN

Wie es auf dem Gerätemarkt derzeit aussieht

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, Veranstalter der IFA

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, Veranstalter der IFA [Quelle: gfu Consumer & Home Electronics GmbH]


"Der Markt bietet, wie unsere Studie zeigt, mehr Umsatz-Möglichkeiten", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik (gfu), Hans-Joachim Kamp. Industrie und Handel gelinge offenbar nicht, die Ausgabebereitschaft der Konsumenten in vollem Umfang abzurufen.


Nach einer aktuellen gfu-Untersuchung sind die Befragten bereit, im Schnitt über 1000 Euro für ein neues TV-Gerät auszugeben. Tatsächlich liegt der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte aktuell bei unter 600 Euro. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?
Der Markt bietet, wie unsere Studie zeigt, mehr Umsatz-Möglichkeiten. Industrie und Handel gelingt es aber offenbar nicht, die Ausgabebereitschaft der Konsumenten in vollem Umfang abzurufen. Dass die Konsumenten im Schnitt bereit sind, rund 75 Prozent mehr für ein TV-Gerät auszugeben, entspricht immerhin einer Differenz von 442 Euro zum aktuellen Durchschnittspreis. Der Grund hierfür liegt vielfach in der Ausrichtung, dem Marktanteil eine höhere Bedeutung als dem Ertrag einzuräumen. Diese Tendenz geht maßgeblich vom Managementverhalten der Marktteilnehmer aus. Wenn jedes große Unternehmen beispielsweise seine Planung auf einen ein-prozentigen Marktanteilsgewinn ausrichtet, ergibt sich schnell eine um mehr als zehn Prozent höhere Produktionsplanung, die wiederum für entsprechende Überkapazitäten und Preisdruck sorgt.

Der Studie zufolge legen Frauen mehr Wert auf große TV-Screens als Männer. Wie erklären Sie sich das?
Dieses Ergebnis hat uns auch ein wenig überrascht, aber offensichtlich steht bei den Frauen das Erlebnis eines großen TV-Bildes weiter vorne als die technischen Belange beim TV-Kauf.

Die OLED-Technologie spielt als Kaufgrund nur eine untergeordnete Rolle. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
Wie ein anderes Ergebnis aus der Studie zeigt, sind neue technische Begriffe noch nicht allen Konsumenten bekannt. Im Falle von OLED kennen lediglich 32 Prozent der Befragten den Begriff OLED und wissen grob, was er bedeutet, beziehungsweise können ihn anderen auch erklären. Hier ist also noch Luft nach oben. Nicht nur im Hinblick auf OLED müssen Industrie und Handel den Konsumenten umfassend informieren, damit die technischen Innovationen und ihr Mehrwert auch verstanden werden und zu Kaufanreizen führen.

Beim Streaming von Webvideos setzen insbesondere jüngere Zielgruppen verstärkt auf das Smartphone. Was bedeutet das für die Geräteindustrie?
Wie unsere Studie zeigt, gibt es für unterschiedliche Anwendungen und Seh-Gewohnheiten auch unterschiedliche Präferenzen für das genutzte Gerät. Das in der Frage angesprochene Ergebnis bedeutet nicht, dass der Fernseher nicht mehr genutzt wird. So dominiert der Fernseher bei Videostreaming und den Mediatheken der TV-Sender bei allen Altersgruppen als bevorzugtes Wiedergabegerät.