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Interview04.05.2016

Skoobe sieht viel Potenzial für E-Book-Flatrates

Warum es das gedruckte Buch dennoch weiter geben wird

Constance Landsberg, CEO Skoobe GmbH Quelle: Skoobe GmbH Constance Landsberg CEO bei Skoobe Skoobe GmbH
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Es gitb eine relevante Anzahl von Konsumenten eBook-Flatrate, konstatiert Constance Landsberg, CEO der Skoobe GmbH, und sieht zugleich viel Potenzial. Entscheidend ist für sie, wie Smartphones und Tablets den Buchmarkt verändern.





Nach einer jüngst bekannt gewordenen GfK-Studie haben Anbieter von E-Book-Flatrates im 1. Halbjahr 2015 einen Umsatz von 30 Mio. Euro erwirtschaftet. Wie bewerten Sie diese Zahl?
Diese Zahl zeigt, dass eine relevante Anzahl von Konsumenten eBook-Flatrates als Option für den Lesegenuss entdeckt haben. Gleichzeitig zeigt es, dass noch sehr viel Potential existiert, insbesondere wenn wir es mit Videos und Spielen vergleichen, mit denen neben Social Media die meiste Zeit auf mobilen Endgeräten verbracht wird und mit denen jeweils mehr als 220 Mio. EUR in 2015 mit Abos umgesetzt wurden.

Im Vergleich mit dem Musikmarkt macht das digitale Geschäft mit Büchern sowohl im Einzel-Verkauf als auch bei den Flatrates nur einen kleinen Anteil des Marktes aus. Woran liegt das?
Einerseits sind die Zyklen in der Musikindustrie sind viel kürzer als beim Buch. Während Bücher seit über 500 Jahren in fast unveränderter Form publiziert und vertrieben werden, kennt die Musikindustrie in ihrer nur etwas mehr als 100-jährigen Geschichte bereits mehrere Trägermedien, die immer große Vorteile mit sich brachten, so dass Konsumenten gelernt haben, dass Musikgenuss und Medium nicht unmittelbar zusammen hängen. Beim Buch ist das anders. Geschichten sind seit über 500 Jahren unzertrennbar mit Büchern verbunden und erst seit wenigen Jahren wird dies durch das eBook getrennt. Da braucht es mehr Zeit, um zu erkennen, dass neue Medien genau so viel Lesegenuss versprechen.

Hinzu kommt, dass beim Hören von Musik ist das Trägermedium fast irrelevant für den Musikgenuss ist. Dagegen erlebt man beim Lesen ein Buch mit mehr Sinnen und fühlt sich damit viel stärker mit dem gedruckten Buch als Medium verbunden. Und diese emotionale Bindung führt auch dazu, dass unserer Einschätzung nach wir weniger von einer Verdrängung des Buches durch elektronisches Lesen ausgehen, sondern eher davon ausgehen, dass je nach Situation ein anderes Medium genutzt wird.

Eine Reihe von Verlagen lizensieren nur Backlist-Titel für die Flatrate-Anbieter. Wie erklären Sie sich die Zurückhaltung?
Uns erscheint es, als ob es nicht den einen Verlag gibt, der unseren Nutzern alle Novitäten zur Verfügung stellt und den anderen Verlag, der nur Backlist-Titel liefert. Stattdessen erhalten wir immer wieder das Feedback, dass für jedes Buch ein individueller Marketing- und Vertriebsplan ausgearbeitet wird. Und in diesem Plan wird sowohl entschieden, wann und wie ein Buch beworben wird, welchen Preis es hat und eben auch, ob, wann und zu welchem Anbieter das Buch in die Leihe gegeben wird. Wir beraten unsere Partnerverlage dies bezüglich auch, denn jeder Vertriebskanal funktioniert anders.

Ein Blick in die Zukunft: Wie werden E-Books und ihr Vertrieb in Flatrates den Buchmarkt in den nächsten Jahren verändern?
Ich glaube, die Frage ist eher anders zu stellen, nämlich wie verändern Smartphones und Tablets und damit einhergehend Spiele, Filme und Social Media den Buchmarkt? Und damit einhergehend, wie schafft es die Buchbranche, Nutzer für das Lesen zu begeistern, wenn jeder fast drei Stunden pro Tag mit dem Smartphone oder Tablet verbringt? Wir sehen, dass Skoobe da einen guten Beitrag leisten kann, denn die mobile Mediennutzung wird ganz stark durch kostenlos und Flatrates getrieben, denn beides hilft den Nutzern sich maximal auf die Inhalte zu konzentrieren. Da wir daran glauben, dass gute Inhalte nur entstehen, wenn Künstler davon leben können, glauben wir, dass eBook-Flatrates für alle Beteiligten eine Win-Win-Option sind.

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