MEINUNGSBAROMETER.INFO

DIGITALISIERUNG

DAS FACHDEBATTENPORTAL

Für Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Medien & Gesellschaft


schliessen

Bitte hier einloggen:

Login

Passwort vergessen?
 
20.10.2019
Kopieren und anderweitige Vervielfältigungen sind nicht erlaubt.
Anzeige

28.11.2018 | AFTER WORK LUXURY | SONDERTHEMA
DIE NEUE LUST AM AUDIO

EHRLICHE LAUTSPRECHER AUS SCHWABEN

Warum für Nubert die Digitalisierung und das Internet ein Geschenk sind

ZoomRoland Spiegler, Geschäftsführer und Marketing-Leiter von Nubert

Roland Spiegler, Geschäftsführer und Marketing-Leiter von Nubert [Quelle: Nubert electronic]


Der Trend zum Hören von Audioinhalten ist ungebrochen - das belegen jüngste Marktstudien, wie etwa der Digitalisierungsbericht Audio 2018 der Landesmedienanstalten. Die Lust am Hören von Musik, Radioprogrammen, Podcast oder Hörbüchern wird durch die Digitalisierung noch beflügelt. Noch nie war es so einfach, Audioinhalte zu konsumieren, denn Audio, Web und Endgerät sind miteinander verschmolzen. Doch gleichzeitig wird auch der Druck auf dem Endgeräte-Markt immer größer – immer mehr Billigmarken aus Asien drängen auf den europäischen Markt, Online-Vergleichsportale erhöhen den Preisdruck. Mit welchen Konzepten gehen die Hersteller aus Deutschland und Europa dagegen an und wer gewinnt das Rennen um das Endgerät der Zukunft? Meinungsbarometer.info sprach mit Roland Spiegler, Geschäftsführer und Marketing-Leiter der schwäbischen Herstellers Nubert. Nubert baut und vertreibt seit mehr als vier Jahrzehnten hochwertige Lautsprecher und andere HiFi-Produkte.


Herr Spiegler, wieviel von Ihren Nubert-Produkten sind wirklich „Made in Germany“ und was bedeutet für Sie ganz persönlich die Philosophie dahinter?
Von unseren vier Lautsprecherserien werden zwei in Deutschland gefertigt: die nuLine- und die nuVero-Reihe. Die Einsteigerlinie nuBox wird in einem europäischen Nachbarland gefertigt, die Aktiv-Serie nuPro kommt aus Fernost – schon allein weil hierzulande niemand mehr die für solche Boxen notwendigen Chips herstellt. Unsere beiden Produktlinien nuVero und nuLine werden dagegen nicht nur hierzulande gebaut, tatsächlich stammen sogar die meisten Teile aus einheimischer Fertigung – bis hin zu Details wie den Schutzgittern.

Für unsere Kunden bedeutet Made in Germany vor allem Qualität auf höchstem Niveau. Für uns bedeutet es zusätzlich kurze Kommunikationswege, schnelle Reaktionszeiten, verlässliche Produktionspartner und über Jahre gewachsene Geschäftsbeziehungen mit unseren Zulieferern und Subunternehmern. Dafür entrichten wir auch gerne einen gewissen Aufpreis – und unsere Kunden genauso.

Durch die Digitalisierung des Handels und durch immer mehr Konkurrenz von Billigplattformen wie Wish und Co wächst auch der Druck auf die Hersteller von gutem und hochwertigen Audio-Equipment, egal ob Lautsprecher, digitale Radiogeräte, Antennen HiFi-Anlage.  Bekommen auch Sie im High End Bereich diesen Druck zu spüren?
Zugegeben: Als wir vor rund zehn Jahren mit der nuVero-Serie unsere ersten eigenen High-End-Lautsprecher präsentiert haben – bis dahin waren wir primär im gehobenen HiFi-Markt etabliert – wurden wir von vielen Kunden und auch manchen Mitbewerbern selbst als Preisbrecher wahrgenommen, konnten wir doch teils sogar höhere Qualität und modernere Technik zu günstigeren Preisen liefern als mancher alteingesessene Hersteller.

Auch bei der Digitalisierung waren wir von Anfang an vorn dabei – als Direktvertrieb war die wachsende Verbreitung des Internets und die zunehmende Popularität von Online-Shops geradezu ein Geschenk für uns.

Vom Billigmarkt setzen wir uns glücklicherweise deutlich ab. Mit solchen Anbietern können und wollen wir nicht konkurrieren. Wir sehen diese Konkurrenz eher als Gelegenheit: Echte Musikfans merken schnell, dass die vermeintlichen Schnäppchen von solchen Anbietern einfach keine gehobenen Ansprüche erfüllen können – und landen auf der Suche nach mehr Klangfaszination dann hoffentlich bei uns.

Brauchen Sie Strategien, um auf den veränderten Markt – gerade auch im Handel - zu reagieren? Wenn ja, welche sind das?
Wir betreiben neben dem Online-Geschäft ja selbst noch zwei niedergelassene Fachmärkte für Unterhaltungselektronik und dort macht sich der Trend zum Online-Shopping, den ich eben noch begrüßt habe, natürlich negativ bemerkbar. Da geht es uns nicht anders als fast allen Händlern in der Branche – alle suchen fieberhaft nach Mitteln und Wegen, die Läden attraktiver für die Kundschaft zu machen. Wir probieren viel aus, Patentlösungen haben wir aber noch nicht gefunden.

Viele Studien belegen derzeit, es gibt eine „Neue Lust am Audio“ oder anders – der Trend geht immer mehr hin zur Nutzung von Audio-Inhalten. Können Sie sich als Branchenexperte erklären, warum das so ist?
Musik ist heutzutage immer und überall verfügbar. Jede Musikliebhaberin und jeder HiFi-Fan hat über das Smartphone und Streaming-Dienste wie Spotify oder Tidal heute Zugriff auf eine gigantische Sammlung von Songs und Alben aus allen Genres und Stilrichtungen. Allein dadurch wird heute mehr und bewusster Musik gehört als je zuvor. Nicht vernachlässigen sollte man auch den Trend zu Sprachproduktionen wie Podcasts – auch wenn diese zugegebenermaßen nicht ganz so stark von hochwertigen Lautsprechern profitieren. Jedenfalls: Wer seine Lieblings-Stücke in bester Qualität genießen möchte, der muss sie irgendwie „runter“ von seinem Handy oder Tablet kriegen – und dafür gibt es heute eine fast unüberschaubare Anzahl bequemer und hochwertiger Klanglösungen. Auch in hochwertigen HiFi-Produkten wie unseren aktiven nuPro-Lautsprechern beispielsweise finden sich inzwischen entsprechende Schnittstellen. Unsere neuesten Aktivboxen, die nuPro X-3000 und X-4000, haben Bluetooth-Empfänger eingebaut, mit denen man seine Songs im Handumdrehen vom Smartphone aus streamen kann – um sie dann genau mit der Live-Atmosphäre oder Studioqualität zu genießen, die sich die Interpreten und ihre Fans auch wünschen.

Was halten Sie von dem neuen Trend zum Smart Speaker, der nur noch via Stimme bedient wird? Werden Sie auf diesen Trend aufspringen?
Mit Alexa und Co. arbeiten unsere Lautsprecher bereits gut zusammen – einfach einen der vielen verfügbaren Adapter anschließen und starten! Insofern sehen wir keinen Bedarf für eigene Sprachassistenten. Wir können uns aber durchaus vorstellen, entsprechende Funktionen in unsere Lautsprecher zu integrieren, statt wie bislang auf externe Empfänger zu setzen, sollte das ein Wunsch unserer Kunden sein.