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09.12.2019
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E-SPORT-FÖRDERFÄHIGKEIT WÄRE GROSSER MEHRWERT FÜR VEREINE

Wie Schalke 04 zur Anerkennungs-Debatte steht

Tim Reichert, Leiter E-Sport FC Schalke 04

Tim Reichert, Leiter E-Sport FC Schalke 04 [Quelle: FC Schalke 04/Karsten Rabas]


Tim Reichert, Leiter E-Sport beim FC Schalke 04, zeigt sich über ein Gutachten gegen die Anerkennung von E-Sport als Sport wenig überrascht. In Zukunft sieht er den E-Sport dennoch in der Mitte der Gesellschaft ankommen.


Ein Gutachten im Auftrag des DOSB kommt zu dem Ergebnis, dass E-Sport kein Sport ist, u.a. da es an der Körperlichkeit fehle. Wie bewerten Sie das?
Einerseits verwundert mich das Ergebnis, andererseits habe ich aber auch damit gerechnet: Verwunderlich finde ich, dass der DOSB durchaus einige Sportarten vertritt, die ebenso wenig von Körperlichkeit geprägt sind wie der Esport. Auf der anderen Seite  hat sich der DOSB bereits lange vor dem Gutachten sehr eindeutig positioniert. Das Gutachten wurde durch den DOSB in Auftrag gegeben, somit kann das Ergebnis niemanden wirklich überraschen. 

Dem Gutachten zufolge lässt sich die vom DOSB festgelegte Unterscheidung zwischen Sportsimulationen und eGaming nicht aufrechterhalten. Was bedeutet das für die Zukunft?
Tatsächlich hat diese Unterscheidung für uns als Verein nie wirklich eine Rolle gespielt. Ich wage zu behaupten, dass sie auch für niemanden sonst im Esport von Bedeutung gewesen ist. Diese Unterscheidung wird es in dieser Form auch nie geben.

Nun liegt das Rechtsgutachten vor – wie geht es aus Ihrer Sicht in dem Streit um die Einstufung von E-Sport als Sport weiter?
Ich glaube, die Politik wird sich dem widmen. Das kann man ja auch schon beobachten. Und ich bin überzeugt, dass sich diese Thematik mit der Zeit von selbst lösen wird. Die jungen Leute wachsen heutzutage ganz selbstverständlich mit dem E-Sport auf. Sie werden zu Entscheidungsträgern und so rückt auch der E-Sport allmählich in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft. Das braucht vielleicht noch ein bisschen Zeit, aber es wird sicher so kommen.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist die Förderung von E-Sport enthalten – wofür braucht es die Anerkennung als Sport für den E-Sport überhaupt?
Für die professionellen E-Sport-Organisationen ist das eher irrelevant. Aber für viele Jugendliche, die sich dem Thema im Verein widmen wollen, wäre es natürlich ein großer Mehrwert, wenn E-Sport genauso förderungsfähig wäre wie jeder andere Sport. Das gleiche gilt natürlich für die Vereine, die junge Menschen über E-Sport wieder an sich und das Vereinsleben heranführen und binden wollen. Insofern wäre die Anerkennung in diesem Bereich sehr wünschenswert.