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21.11.2018
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BWVL FÜR ABBIEGEASSISTENTEN AUCH BEI KLEINEREN LKW UND TRANSPORTERN

Wann welche Technik gebraucht wird

Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V. [Quelle: BWVL/ Sebastian Bolesch]


"Der BWVL ist Partner der Aktion Abbiegeassisten", betont Hauptgeschäftsführer Christian Labrot. Derartige Systeme könnten ohne Frage Leben retten oder zumindest helfen den Härtegrad von Unfällen herabzusetzen.


Ab 2022 sollen LKW ab 7,5t EU-weit über Abbiegeassistenten verfügen. Inwieweit können die geplanten Regeln Leben retten?
Der BWVL ist Partner der Aktion Abbiegeassistent von Bundesverkehrsminister Scheuer und Mitgliedsunternehmen des Verbandes wie z.B Edeka und Aldi sind Vorreiter bei der Aus- und Nachrüstung von Lkw mit Abbiegeassistenzsystemen. Derartige Systeme können ohne Frage Leben retten oder zumindest helfen den Härtegrad von Unfällen herabzusetzen. Daher halten wir das Jahr 2022 auch für zu spät für eine verpflichtende EU-weite Ausrüstung von Neufahrzeugen. Eine Nachrüstung von im Verkehr befindlichen Lkw sollte jedoch freiwillig bleiben. Ebenso befürworten wir eine niedrigere Schwelle als 7,5 t zul.GG. Grade kleinere Lkw und Transporter ab 3,5 t spielen im innerstädtischen Verkehr eine bedeutende Rolle, auch wenn das Gefährdungspotenzial durch diese Fahrzeuge niedriger ist. Unerlässlich ist aber auch eine Festlegung einheitlicher Normen für diese Systeme.

Einige Experten fordern ebenfalls, die bereits vorgeschriebenen Notbremsassistenten auf die Erkennung von Fahrräder zu erweitern. Wie stehen Sie dazu?
Notbremsassistenten erkennen nach unserem Kenntnisstand in der Regel alle bedeutenden Hindernisse im Erfassungsbereich. Im Wesentlichen sollen Notbremssysteme aber folgenschwere Auffahrunfälle auf andere Fahrzeuge, vor allem auf Fernstraßen vermeiden helfen. Radfahrer sind mehr im städtischen Verkehr anzutreffen und selten von Auffahrunfällen betroffen. Die ständige Weiterentwicklung der Systeme durch die Fahrzeugindustrie wird aber auch hier zu mehr Sicherheit beitragen.

Wie könnte im Zuge der technischen Entwicklung auch das Fahrrad aufgerüstet werden, um es vor Unfällen mit LKW zu schützen? Und welche weiteren Maßnahmen sehen Sie, die Fahrrad-Fahrenden vor Unfällen mit LKW schützen können?
Beim Fahrradschutz kann es ja nicht nur um Unfälle mit Lkw gehen, Kollisionen mit Pkw sind weitaus häufiger, wenn meist auch nicht so schwerwiegend. Ich glaube, dass hier technische Aufrüstungen weniger geeignet sind bzw. auf wenig Resonanz oder Machbarkeit stoßen würden. Entscheidender Ansatz muß es hier sein, Radfahrer für die Gefahrenquellen zu sensibilisieren und Verhaltensänderungen zu erreichen. Die beste technische Assistenz ist letztlich nutzlos, wenn Radfahrer rechts an fahrenden oder wartenden rechts abbiegenden Fahrzeugen (Pkw, Lkw, Busse) vorbei fahren, oder wie zu beobachten sich sogar an fahrende Lkw hängen. Gegenseitige Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit wäre oft erfolgreicher als Technik.