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19.11.2018
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700 MILLIONEN SCHADEN DURCH ILLEGALES STREAMING DURCHAUS PLAUSIBEL

Warum dem Problem technisch kaum beizukommen sein dürfte

Prof. Dr. Mathias Schwarz, Direktor für Internationales, Service & Recht II, Leiter Sektionen Kino und Animation, Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V.

Prof. Dr. Mathias Schwarz, Direktor für Internationales, Service & Recht II, Leiter Sektionen Kino und Animation, Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V. [Quelle: Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen]


"Die Ermittlung der Höhe von durch Piraterie entstehenden Schäden ist natürlich immer mit Unsicherheiten verbunden", konstatiert Prof. Dr. Mathias Schwarz von der Produzentenallianz. Die 700 Mio €, die eine Goldmedia-Studie schätzt, lägen aber eher auf der vorsichtigen Seite.


Ein aktuelle Goldmedia-Studie im Auftrag des Verbandes vaunet schätzt den Schaden durch illegales TV-Streaming auf insgesamt 700 Mio €. Wie bewerten Sie diese Zahl?
Die Ermittlung der Höhe von durch Piraterie entstehenden Schäden ist natürlich immer mit Unsicherheiten verbunden, da die „Was wäre wenn“-Frage nicht mit Sicherheit zu beantworten ist. Dennoch erscheint die ermittelte Zahl aus unserer Sicht durchaus plausibel, eher auf der vorsichtigen Seite liegend und jedenfalls nicht als überhöht.

Ein Großteil der Befragten empfindet den Zugriff auf illegale Streams als einfach oder sehr einfach. Braucht es stärkere technische Hürden für illegale Inhalte?
Technisch dürfte dem Problem nicht beizukommen sein, denn es ist für die Anbieter derartiger illegaler „Dienste“ natürlich einfach, sich Zugang zu den von ihnen angebotenen Programmen zu verschaffen. Das geht ja über jedes von ihnen oder in ihrem Auftrag bei den legalen Anbietern abgeschlossene Abonnement.

Illegales Streaming ist für viele Befragte eine besonders bequeme Art des Fernsehens – inwieweit sehen Sie auch die klassischen Anbieter in der Pflicht, ihre Netz-Angebote diesbezüglich zu optimieren?
Das Angebot legaler Dienste ist bereits heute vielfältig; natürlich gibt es immer die Möglichkeit und die Notwendigkeit weiterer Verbesserungen. Keine „Optimierung“ wird aber an der Tatsache vorbeikommen, dass eine Reihe der Sport-, wie auch der fiktionalen Angebote exklusiv von nur einem Anbieter angeboten werden, so dass an diesen Angeboten interessierte Bürger zwei oder gar drei Abonnements abschließen müssen, wenn sie legal an das gesamte sie interessierende Angebot kommen wollen.

Die Nutzer illegaler Streams sind überwiegend jung und männlich – was macht diese Zielgruppe besonders anfällig für solche Angebote?
Das könnte an dem besonderen sportlichen Interesse dieser Altersgruppe und einer größeren Technikaffinität liegen.