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04.01.2015 | AFTER WORK LUXURY | SONDERTHEMA
KULTUR | FREIZEIT

PREMIUM-RASIERPINSEL AUS DEM ERZGEBIRGE

Mitten in der Natur, global vernetzt - Kleine Manufaktur aus Stützengrün mit alter Handwerkskunst

Zoom„Mühle Store+Showroom“ in Berlin

„Mühle Store+Showroom“ in Berlin [Quelle: MÜHLE/Jo Zarth]


1945 entstanden in Stützengrün die ersten Rasierpinsel der legendären Marke Mühle. Damals hätte wohl niemand gedacht dass mit der Produktion von Dachshaarpinseln in der kleinen Erzgebirgsgemeinde der Grundstein für den weltweiten Mythos der Marke MÜHLE gelegt wurde. Denn aus der vergleichsweise einfachen Handarbeit von damals ist heute eine weltweitgefragte und renommierte Premiummarke geworden. Groß geschrieben wird in der Manufaktur vor allem das alte Handwerk des Bürsten- und Pinselmachens. Höchstens einhundert Exemplare eines Pinsels „Silberspitz Dachszupf Handarbeit“ kann ein Mitarbeiter pro Tag fertigen. Die Krone solcher Schöpfung: Über 20.000 Einzelhaare vereinigen sich zu einem dichten, fächerförmigen Körper. Dessen silbern schimmernden Haarverlauf veredelt ein schwarzes Band, der sogenannte ‚Spiegel’. Das wertvolle Haar vom Rücken des Dachses wird dabei grammgenau abgewogen und ausgekämmt, dann in der Formbüchse aufgestoßen, mit einem Faden gebunden und in eine Ringzwinge eingeklebt. Nach dem Aushärten wird das Pinselhaar mit einem stilvollen Griff kombiniert. Dabei sitzen die Pinselmacher an schwingungsfreien Tischen aus Granit. Ihre Werkzeuge entstammen vorherigen Jahrhunderten: ein grober Holzkamm mit Metallzinken zum Glätten des Haares, eine Stahlzange und ein scharfes Messer. Modern sind dagegen die Verarbeitungsprozesse der Materialien, die für unsere Griffe verwendet werden: Chrom und Nickel, der Hightechwerkstoff Carbon, edle Hölzer, Edelstahl und Porzellan.

Ihren Namen verdankt die Marke Otto Johannes Müller. Seit 1945 ziert eine Mühle als Signet die schlichten Borstenpinsel, die damals in einer Waschküche hergestellt werden. Die Gründeridee zu Kriegsende lag nahe, „denn das Handwerk des Bürsten- und Pinselmachens ist seit langem im Erzgebirge beheimatet. In den ersten Jahren verließen die Erzeugnisse aus Stützengrün noch auf Pferdefuhrwerken. Aber auch bereits damals wurden sie bis in die USA verschifft. So richtig in Mode kamen stilvolle Rasier-Accessoires wieder zu Wirtschaftswunderzeiten Mitte der 1950er Jahre. Damals entstand auch die Idee eines besonders exklusiven Pinsels aus Dachshaar mit Perlmuttgriff. 1968 übernahm dann Hans-Jürgen Müller die Leitung des noch immer privaten Familienunternehmens. Erst 1973 wird der Betrieb zwangsverstaatlicht und geht in dem VEB Bürstenwerk Schönheide auf. Seitdem wurden vor allem preiswerte Waren für die osteuropäischen Märkte produziert. Dennoch blieb die Qualität der Erzeugnisse weiterhin anerkannt. Design-Orientierung und Individualität der Marke treten jedoch in den Hintergrund.

Mit dem Ende der DDR 1990 erfolgte die Reprivatisierung. Seitdem ist der Standort konsequent ausgebaut und weiterentwickelt worden. Heute ist die Hans-Jürgen Müller GmbH & Co. KG ein leistungsfähiges, innovatives Unternehmen, das auch wieder erlesene Erzeugnisse aus Handarbeit produziert. Zudem sind die Erzgebirger mittlerweile weltweit das letzte Unternehmen, dass ein Vollsortiment für die Nassrasur anbietet.

Kaufen kann man die Premium-Erzeugnisse im Onlineshop der Manufaktur unter: www.muehle-shaving.com. Wer sich die Rasierpinsel vor dem Kauf in natura anschauen will, sollte den ersten nationalen „Mühle Store+Showroom“ in den Hackeschen Höfe/Hof IV in Berlin besuchen.